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Ausraster nach einer Party

„Schneise der Verwüstung“ an der Wasserburger Essigfabrik hat Folgen vor Gericht

Ein beliebter Ort für Feiern war die ehemalige Essigfabrik 2021 – hier bei einer Veranstaltung der Künstlergemeinschaft AK 68. Nach einer privaten Party rastete ein junger Mann aus.
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Ein beliebter Ort für Feiern war die ehemalige Essigfabrik 2021 – hier bei einer Veranstaltung der Künstlergemeinschaft AK 68. Nach einer privaten Party rastete ein junger Mann aus.

Eine Schneise der Verwüstung hat im vergangenen Jahr ein junger Mann an der ehemaligen Essigfabrik in Wasserburg hinterlassen. Jetzt stand er für seine Trunkenheitsfahrt nach einer Party vor dem Amtsgericht Rosenheim.

Wasserburg – In der alten Essigfabrik am Ende des Holzhofweges, 2021 auch ein Ort für ein innovatives Kunstprojekt des AK 68, feierte eine Gruppe von jungen Leuten am 11. September 2021 eine Party. Gegen 22.30 Uhr war sie zu Ende, die Gerätschaften wurden abgebaut.

Noch ein Bier verlangt

Das war aber nicht im Sinne eines 26-Jährigen, der von einem der Veranstalter noch ein Bier haben wollte. „Damit der Ruhe gibt, hätte ich ihm wohl auch noch eines gegeben. Aber wir hatten wirklich nichts mehr. Davon abgesehen hatte der Angeklagte wirklich genug. Nach einigem Zureden fand der sich zunächst auch damit ab“, sagte der Zeuge.

Mehrere Pkw in Straße touchiert

Was dann jedoch folgte, brachte den Gast nun vor das Amtsgericht Rosenheim unter dem Vorsitz von Richterin Julia Haager. Laut Anklage trat er gegen 23 Uhr von zwei Pkw die Außenspiegel ab. Als der Veranstalter, den er vorher um Bier angegangen war, darauf aufmerksam wurde und auf die Straße eilte, um das zu unterbinden, entfernte sich der Täter in Richtung Essigfabrik. Dort bestieg er seinen Wagen.

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Bereits beim Losfahren war dem Augenzeugen wegen des aufheulenden Motors und der ungeschickten Handhabung klar, dass es sich um einen Betrunkenen handeln musste. Tatsächlich touchierte das Fahrzeug mehrere dort geparkte Pkw, wobei er einen derart heftig rammte, dass dieser gegen das dahinter liegende Garagentor geschleudert wurde und auch das erheblich beschädigte. Der Beobachter und ein weiterer Zeuge eilten hinzu, um gegebenenfalls helfend einzugreifen. Der Betrunkene aber setzte seinen erheblich beschädigten eigenen Wagen zurück und fuhr auf die Zeugen los, die sich nur mit einem Sprung von der Straße in Sicherheit bringen konnten, hieß es vor Gericht.

Im Gebüsch vor Verfolger versteckt

Einige hundert Meter weiter stellte der Angeklagte schließlich seinen Wagen ab, um sich in einem Gebüsch vor etwaigen Verfolgern zu verbergen. Dort wurde er aber von mehreren Verfolgern aufgestöbert, festgehalten und schließlich der dazu gerufenen Polizei übergeben.

Der Verteidiger, Rechtsanwalt Christian Schluttenhofer, stellte gleich zu Beginn klar, dass sein Mandant die Vorwürfe nicht bestreite. Er könne aber kein wirkliches Geständnis ablegen, weil er an die Vorgänge dieser Nacht überhaupt keine Erinnerung habe.

Über zwei Promille

Verständlich wurde dies, als die Richterin die Laborwerte aus der Blutprobe dieser Nacht verlas. Dem zufolge hatte der Angeklagte nicht nur über zwei Promille Alkohol im Blut, sondern es fanden sich dort auch Belege für einen deutlichen Drogengenuss. Die Vorgänge dieser Nacht wurden schließlich durch die Aussagen der vorgeladenen Zeugen bestätigt.

Nur eingeschränkt schuldfähig

Die Staatsanwältin hielt dem Angeklagten vor, in jener Nacht „eine Schneise der Verwüstung“ durch diese Straße geschlagen zu haben. Zwar sei er sicherlich in seinem Zustand nur eingeschränkt schuldfähig gewesen. Aber angesichts der Gefährdung und der Schäden, die er verursacht habe, müsse zumindest eine erhebliche Geldstrafe folgen. Sie beantragte eine Geldstrafe von 3000 Euro. Darüber hinaus müsse ihm für mindestens zwei Jahre noch eine Fahrerlaubnis vorenthalten werden.

Führerschein weg und Geldstrafe

Der Verteidiger verwies auf das umfangreiche Geständnis seines Mandanten und dass dieser in seinem Zustand nicht gewusst habe, was er tue. Er würde sicherlich in Zukunft alkohol- und drogenfrei leben, prognostizierte er. Andernfalls hätte er ohnehin keine Chance von der Zulassungsbehörde wieder einen Führerschein zu erlangen.

Eine erhebliche Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit sei selbstverständlich gegeben gewesen und jegliche Gefährdung sei sicherlich fahrlässig gewesen. Eine Geldstrafe von 1500 Euro hielt er für durchaus ausreichend. Der Angeklagte selber erklärte, dass er froh und dankbar sei, dass damals keine Personen zu Schaden gekommen seien.

Dies sah auch die Richterin so. Dennoch müsse eine angemessene Bestrafung sein, die sie mit 1800 Euro bezifferte. Nachdem sein Führerschein bereits ein halbes Jahr einbehalten worden sei, reiche ein weiteres Jahr Führerscheinentzug.

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