"Langsam-Fahr-Stelle" bei Grafing

Filzenexpress: Warum fahren so wenige Züge?

Wasserburg/Grafing - Seit Samstag fahren auf der gewohnten Strecke des Filzen-Expresses nur noch sehr wenige bis gar keine Züge. Was steckt dahinter? Wir klären auf:

Der Filzenexpress fährt im Stundentakt von Wasserburg nach Grafing Bahnhof, am Wochenende zweistündig. Seit Samstag fallen aufgrund eines "Gleislagefehlers" etliche Züge zwischen Ebersberg und Grafing Bahnhof aus. Wir haben nachgefragt, was da los ist:

Das ist ein "Gleislagefehler":

Die beiden Schienen des Streckenabschnitts zwischen Grafing Bahnhof und Grafing Stadt liegen zu nah aneinander.

Laut Bernd Honerkamp, Sprecher Kommunikation Bayern der Deutschen Bahn, werden Bauarbeiten vorgenommen, bei denen mithilfe eines Trennschleifers ein inneres Stück der Schiene herausgenommen wird. "Bis diese erfolgt sind, können die Züge auf der 2,4 Kilometer langen Strecke "Grafing Bahnhof - Grafing Stadt" sicherheitshalber nur 30 Stundenkilometer statt den üblichen 80 Stundenkilometern fahren", erklärt Honerkamp.

Wann wird der Fehler behoben?

"Das Material unserer Schienen ist auf Temperaturen zwischen -20 und +60 Grad ausgelegt", informiert Honerkamp. Bei den jetzigen Temperaturen sollen die Schienen aber sogar noch heißer als 60 Grad sein. Das sei der Grund, dass die Bauarbeiten momentan nicht vorgenommen werden können. Sie sollen erfolgen, sobald die Gleise abkühlen.

Welcher Zug darf fahren?

Aufgrund der Eingleisigkeit ist es momentan nicht möglich, beide Züge fahren zu lassen: Die Münchener S-Bahn über Grafing nach Ebersberg und den Filzen-Express von Wasserburg über Ebersberg nach Grafing. Die Begegnungen passen nicht mehr.

Laut Honerkamp hat der pünktlichere Zug Vorfahrt. Wenn der Filzen-Express allerdings bis München durchfährt - dreimal am Tag hin und zurück - dürfe dieser zuerst fahren. "Das wird dispositiv entschieden", sagt Honerkamp.

Eine Prognose soll es noch diese Woche geben. Außerdem wird ein Service eingerichtet, der zur besseren Übersicht der Ausfall-Züge dient. So empfangen Newsletter-Abonnenten nicht für jeden Zug eine eigene Mail, sondern können einen Zug im System eingeben, über den sie dann sofort Informationen erhalten.

Wenn der Anschluss weg ist: Fordern Sie Ihre Fahrgastrechte ein!

Angenommen Sie kommen von Wasserburg, erwischen aufgrund des Gleislagefehlers den Meridian in Grafing nicht und der ICE in München ist dann auch weg: Da haben Sie schnell eine Stunde Verspätung zusammen. Sie können 25 Prozent des Fahrpreises zurückfordern, ab zwei Stunden sogar 50 Prozent.

Viktoria Lachenmaier

Quelle: rosenheim24.de

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