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Neue Jobs im Neubau

„Grill den Pflegedienstleiter“: So kämpft die Romed-Klinik Wasserburg um Fachkräfte

Pflegedienstleiter Simon Brunnlechner
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Pflegedienstleiter Simon Brunnlechner

Die Romed-Klinik Wasserburg erweitert im Neubau, in den sie im Herbst einziehen wird, das Leistungsspektrum – unter anderem um ein Herzkatheter-Labor. Pflegedienstleiter Simon Brunnlechner erklärt im Interview, womit Romed im Kampf um Fachkräfte punkten will und warum er sich dafür „grillen“ lässt.

Wasserburg – „Grill den Henssler“: Viele kennen das Fernsehformat, bei dem Hobbyköche dem König des Herds die Stirn bieten. Konkurrenz kennen auch die Krankenhäuser – sie konkurrieren um die Fachkräfte. „Grill & Meet“ hat die Romed-Klinik Wasserburg deshalb ihren Bewerbertag am Freitag, 8. Juli, von 11 bis 16 Uhr übertitelt. Die Chefs stehen im Neubau, in den Romed im Herbst umziehen wird, Rede und Antwort zur Frage, warum die Wasserburger Klinik ein interessanter Arbeitsplatz sei. Dazu gibt es Führungen und Einblicke in den Neubau. Auch Pflegedienstleiter Simon Brunnlechner lässt sich „grillen“. Im Interview mit der Wasserburger Zeitung erklärt er, womit Romed Wasserburg beim Kampf um die Besten punkten will und was getan wird, damit Fachkräfte nicht ausbrennen.

„Grill & Meet“ findet im Neubau der Wasserburger Kliniken statt, in den Romed im Herbst einziehen wird. Ist das Vorzeigeklinikum nicht die beste Argumentationshilfe, wenn es gilt, neue Fachkräfte anzuwerben?

Simon Brunnlechner : Doch auf jeden Fall. Wir sind wirklich sehr stolz auf unsere neue und moderne Klinik. Die Erweiterung unseres medizinischen Spektrums spricht für uns, ebenso wie die moderne Infrastruktur mit neuer EDV, Büro- oder medizintechnischer Ausstattung. Wir werden im Neubau die Innere Medizin um den Schwerpunkt Kardiologie mit Herzkatheter-Labor und die Chirurgie um die Gefäßchirurgie als größtes medizinisches Zentrum im südbayerischen Raum erweitern. Allein die hellen und großzügigen Räumlichkeiten sprechen für sich. Und schaut man im Pausenraum durch die große Fensterfront in Richtung Alpen, möchte man am liebsten gar nicht mehr aufstehen.

Während der Pandemie gab es Applaus, aber keine nachhaltige Verbesserung bei den Arbeitsbedingungen und beim Lohn, klagen Vertreter der Krankenpflege bis heute. Wie wollen Sie gegen dieses Image des Berufs, der als unterbezahlt und sehr anstrengend gilt, anarbeiten?

Brunnlechner: Grundsätzlich muss ich sagen, dass der Pflegeberuf meiner Ansicht nach der schönste und abwechslungsreichste Beruf ist, den ich kenne. Er bietet so viele Facetten und Weiterentwicklungsmöglichkeiten wie kein anderes Berufsbild.

Der gemeinsame Neubau von Romed-Klinik und kbo-Inn-Salzach-Klinikum: Im Herbst zieht das Wasserburger Krankenhaus hier ein.

Mehr Zeit für die Pflege

Ein ganz klares Ziel von mir ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege. Hier gibt es ja gesetzlich vorgeschriebene Mindestzahlen zum Verhältnis von Pflegekraft zu Patient. Diese möchten wir gerne mehr als erfüllen, um eine optimale Pflege zu ermöglichen. Wir müssen weg von „ich gehe um 14 Uhr nach Hause und erst mal auf die Couch“ hin zu „wir haben heute eine Top-Arbeit gemacht, die mich aber nicht gänzlich aufreibt“. Wir werden Unterstützungsdienste wie Stationshilfen, Stützpunktdienst oder Pflegefachhelfer einsetzen. Zudem werden wir künftig auf Betreuungsassistenten setzen, die vor allem Patienten mit Demenz und Weglauftendenz über den Tag hinweg mit verschiedenen Therapieansätzen betreuen. Hier steckt das Ziel dahinter, pflegeferne- und administrative Tätigkeiten auf andere Berufsgruppen zu verlagern, um mehr Zeit für die Pflege am Patienten generieren zu können.

Mit welchen Standortvorteilen will die Klinik punkten im harten Kampf um die Besten?

Brunnlechner: Hier gibt es viele Punkte, die den Mitarbeitern wichtig sind. Zu einem der Top-Punkte zählen ein guter Teamspirit und der Zusammenhalt. Hier kann ich nur sagen: Der ist bei uns in Wasserburg „Spitze“. Man kommt hier einfach gerne her. Das neue Klinikgebäude bietet zudem bauliche und ausstattungstechnische Strukturen, die ein Arbeiten auf modernstem Niveau ermöglichen.

Wir arbeiten daran, dass Freizeit auch Freizeit bleibt und rufen aktuell einen Springerpool ins Leben, der bei Krankheitsausfällen die Dienste der Kollegen kompensieren soll. Zudem bietet die Erweiterung und enge Kooperation mit dem kbo-Inn-Salzach-Klinikum eine fachlich sehr interessante Spielwiese mit vielen Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Generell gibt es bei den Romed-Kliniken zahlreiche interessante Angebote: So können wir von einem breiten Fort- und Weiterbildungsangebot bis hin zum Jobrad so einiges bieten.

Nicht nur in der Pflege fehlt der Nachwuchs, auch bei der Ärzteschaft. Warum ist auch dieser Beruf so unattraktiv geworden?

Brunnlechner : Einerseits ja – anderseits nein! Arzt zu werden oder zu sein bedeutet: Eine sehr lange Ausbildungszeit von mindestens sechs bis sieben Jahren, eine sehr hohe Verantwortung mit entsprechender Belastung, unattraktive Arbeitszeitmodelle. Zudem stehen vor allem kleinere Kliniken vor dem Problem, aufgrund ihres vermeintlich kleinen Spektrums wenig attraktiv in der Ausbildung zu sein. Häufig ist der Beruf zudem von einem starken hierarchischen Führungsstil geprägt. Hier stellen wir uns in Wasserburg jedoch gänzlich anders dar. Wir sind sehr aufgeschlossen gegenüber modernen und flexiblen Arbeitszeitmodellen. Gepaart mit einer flachen Hierarchie und der medizinischen Weiterentwicklung auf universitärem Niveau (zum Beispiel mit dem Hybrid-OP) bieten wir ein tolles Spektrum und Arbeitsklima an unserem Standort. Auch das Thema Ausbildung nimmt einen zentralen Stellenwert ein. So können wir im gesamten Romed-Klinikverbund so gut wie jede Fachdisziplin abdecken und eine ganzheitliche Ausbildung gewährleisten.

Personalsituation noch stabil – weitere Fachkräfte gesucht

.Wie intensiv trifft die Romed-Klinik Wasserburg der Fachkräftemangel in Gesundheitsberufen? Pflegedienstleiter Simon Brunnlechner betont, durch die Personalgewinnung über die eigene Krankenpflegeschule sei die Personalsituation in der Innstadt noch sehr stabil.

„99 Prozent unserer Kollegen und Kolleginnen haben die dreijährige Pflegeausbildung absolviert. Diese Zahl trifft man in vielen Kliniken häufig nicht mehr an und sie spricht für ein sehr hohes Maß an Qualität“, ist er überzeugt.

Brunnlechner bekräftigt aber auch:. „Wir haben an der einen oder anderen Stelle Nachbesetzungsbedarf. Hauptsächlich suchen wir Personal, da wir mit dem Neubau auf Wachstum und fachliche Erweiterung setzen.“

In folgenden Bereichen werden nach seinen Angaben vor allem weitere Fachkräfte für die neue Klinik in Wasserburg gesucht: Röntgen MTRA (Medizinisch-Technische Radiologieassistenten), in der ZNA, Intensiv, OP, Anästhesie, Normalpflegestation und Kinderzimmer Pflegefachkräfte, OTA (Operationstechnische Assistenten), ATA (Anästhesietechnische Assistenten) sowie Medizinische Fachangestellte.

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