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Einsatzkräfte ziehen Bilanz

Hochwasser am 18. Juli in Wasserburg: Menschen haben sich unnötig in Gefahr begeben

Wasserburg hat das Hochwasser gut überstanden – die Stadt blieb von einer Überschwemmung verschont. Trotzdem gibt es eine schlechte Nachricht: Schaulustige missachteten wiederholt die Absperrungen am Inndamm – ein Katastrophentourismus, der die Einsatzkräfte behinderte.

Wasserburg – „Wir sind glimpflich davongekommen“, zieht ein sichtlich erleichterter Bürgermeister Bilanz des Hochwassers. Die Stadt habe großes Glück gehabt, es sei zu keinerlei Schäden gekommen, berichtet Michael Kölbl. „Mein Dank gilt allen Einsatzkräften – von der Feuerwehr bis zur Bauhofleitung, vom Staatlichen Bauamt bis zur Wasserwacht und Polizei. Die Bewältigung der Lage hat reibungslos geklappt“, so Kölbl.

Zu keiner Zeit bestand eine Gefahr für die Bevölkerung

„Wir waren mit 5,40 Metern knapp an der Stufe drei dran, die ab 5,50 Metern beginnt“, sagt Thomas Rothmaier, Geschäftsleiter des Rathauses. Zu keiner Zeit habe jedoch eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Ein Bagger, den das Staatliche Bauamt herbeigerufen hatte, um zu verhindern, dass sich unter der Roten Brücke vom Wasser mitgerissenes Treibgut verkeilt, musste gar nicht eingesetzt werden.

Verwundert über unvernünftige Schaulustige

Doch Rothmaier ist trotz der positiven Nachrichten sauer: „Unsere Sperrhinweise wurden auffällig häufig ignoriert“, ärgert er sich. „Wir sind sehr verwundert darüber, wie unvernünftig einige Passanten waren.“ Diese kletterten über oder unter den Absperrgittern am Inndamm hindurch. „Das ist eine Missachtung einer behördlichen Anweisung – so wie bei Rot über eine Ampel zu fahren“, erklärt Rothmaier.

Immer wieder musste die Feuerwehr Spaziergänger und Neugierige ansprechen und auffordern, den InndDamm zu verlassen. Viele wollten anscheinend das Spektakel der immer höher steigenden Wassermassen live miterleben, deshalb bildeten sich auch auf der Innbrücke lange Reihen von Schaulustigen. Da die Rote Brücke nicht gesperrt werden musste, durften sich die Neugierigen dort aufhalten. Hier kam es auch zu keinen Behinderungen von Einsatzkräften.

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Andere bestanden jedoch darauf, ihre Spaziergänge am Damm wie gewohnt durchzuführen. Mehrfach sei es zu Diskussionen mit Uneinsichtigen gekommen, berichtet Rothmaier. „Für so etwas haben wir bei einem solchen Einsatz überhaupt keine Zeit“, ergänzt der Rathausgeschäftsleiter. Der Bürgermeister verweist auf die starke Fließgeschwindigkeit des Inns: „Wer zu nah herankommt, kann weggerissen werden. Das ist extrem gefährlich“, warnt Kölbl.

Sogar Kinder spielten am Stauwehr

Niko Baumgartner, Kommandant der Feuerwehr Wasserburg, bestätigt: „Wir hatten relativ viel zu tun mit Bürgern, die die Gefahr nicht erkannt haben.“ Sogar Kinder spielten nach seinen Angaben am Ufer am Stauwehr Höhe Kapuzinerinsel. „Die Leute wollten trotz der Sperrungen am Inndamm überall hin und Fotos machen.“ Eine Frau bestand sogar darauf, mit ihrem Hund wie immer am Inn Gassi zu gehen. Die Polizei musste sogar Platzverweise aussprechen.

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„Wir müssen dafür sensibilisieren, wie schwierig eine solche Lage ist. Es gibt unebene und unterlaufene Uferstellen, wo Bereiche jederzeit absacken können – und dann ist man plötzlich im Wasser“, skizziert Baumgartner die Gefahren. Wie schnell Passanten mitgerissen werden können, zeigten auch die Unwetter in weiteren Landesteilen, wo sogar Tote zu beklagen waren.

Die Zusammenarbeit der Feuerwehr Wasserburg – sie wurde abends von den Kollegen aus Attel-Reitmehring unterstützt – mit der Polizei, den Innkraftwerken und weiteren Einsatzkräften sowie der Stadt habe super geklappt, berichtet auch der Kommandant.

Der Einsatzplan hat sehr gut funktioniert

Der Bürgermeister sieht auch die Wirkungskraft und Effektivität des Hochwassereinsatzplanes der Stadt erneut bestätigt. Dieser war nach der Jahrhundertflut 2005, als der Inn 7,19 Meter hochstand, aufgestellt worden. Die Stadt Wasserburg hatte als eine der ersten Kommunen mit einem Konzept reagiert, das die einzelnen Handlungsschritte je Gefahrenlage beziehungsweise Pegelstand genau auflistet.

Der Einsatzplan werde jedes Jahr fortgeschrieben – bei einem gemeinsamen Treffen aller beteiligten Rettungsorganisationen und zuständigen Stellen. Heuer fand die Besprechung im Mai statt, das Konzept wurde laut Kölbl erneut überarbeitet – mit Erfolg, wie das Wochenende gezeigt habe. „Ich bin froh, dass wir diesen klaren Einsatzplan haben“, sagt der Rathauschef.

Nach Jahrhundertflut Dämme erhöht

Die Stadt Wasserburg hat außerdem nach der Flut im Jahr 2005 die Dämme und Wälle am Inn erhöht und verstärkt, das Schöpfwerk für gut vier Millionen Euro erneuert. „Wir sind gut gerüstet“, ist Rothmaier überzeugt.

Generalprobe für das Schöpfwerk

Das neue Schöpfwerk hat seine Generalprobe gut bestanden: Ab einem Innpegel von drei Metern sorgt es dafür, dass das Binnenwasser zwischen Roter Brücke und ehemaliger Essigfabrik nicht die Altstadt überflutet, also über die Kanaldeckel herausdrückt. Das Wasserbug Klärwerk war am Wochenende in Alarmbereitschaft, die Mitarbeiter kontrollierten, dass die Pumpen einwandfrei funktionierten. „Es hat alles super geklappt“, zieht Klärwerkmitarbeiter Christoph Steger erleichtert Bilanz.duc

Rubriklistenbild: © Pixabay (Symbolbild)

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