Sogar „Kampfhunde-Petition“ ins Leben gerufen

Hundefreunde diskutieren über Rasseliste

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Auch ein Rottweiler gehört in die Kategorie 2 der Rasseliste in Bayern.
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Wasserburg – Immer wieder wird darüber diskutiert, welche Hundeart zu den umgangssprachlich als Kampfhunde gehört. Die Rasselisten sind umstritten, viele Kommunen erlauben nur unter bestimmten Voraussetzungen Kampfhunde der Kategorie 2. Diese kosten auch mehr Hundesteuer.

Mit einer Petition, die annähernd Menschen unterstützten, wollten sich Hundehalter gegen die Einteilung bestimmter Hunderassen in das Raster der Kampfhunde oder Rasselistenhunde wehren.

„Es gibt keine Kampfhunde, jede Rasse kann gut erzogen sein oder eben auch nicht“, ist sich Benjamin Mittanner sicher. Der 26-jährige Student aus dem Altlandkreis Wasserburg möchte sich dafür einsetzen, dass diese Rasselisten und die Abspaltung vieler Kommunen gegen Kampfhunde, bald nicht mehr existent sein dürfen.

In der Petitin heißt es:

Es soll endlich diese Liste der "sogenannten Kampfhunde" abgeschafft werden! Bayern ist das strengste Bundesland-hat immer eigene Dinge! Dann sollte es ein Vorbild sein und Menschen nicht unterstützen die sie illegal halten oder zu Kampfmaschinen ausbilden! Jeder Hund kann eine Kampfmaschine sein. Führt den Hundeführerschein ein- dann kann jeder seinen Hund einschätzen und andere-was vieles verhindert und vereinfacht!

Begründung: Kein Hund, kein Kind wird mit Hass und Rassismus geboren- es wird ihnen anerzogen!

„Mit der Petition sollen diese Kampfhunde-Vorurteile aufgehoben werden und Hunde mit bestimmten Merkmalen trotzdem als ganz normale Hunde besteuert und bezeichnet werden“, wettert Elisa Stemmer. Auch sie ist Hundehalterin und versteht es nicht, dass manche Hunde wahrlich ausgegrenzt würden von einem normalen Hundealltag in der Stadt oder auf dem Land. „Ich hatte bis vor drei Jahren einen Rottweiler und viele Nachbarn zeigten sich total ängstlich und ermahnten mich immer, wenn Billy ohne Maulkorb herumlief“, erinnert sich Elisa. Sie hoffe, dass es bald eine Gleichberechtigung für die Hunde und ihre Halter geben werde. In den Gemeinden im Altlandkreis Wasserburg gibt es unterschiedliche Besteuerungen für „Kampfhunde“ der Kategorie 2.

Kampfhunde in Altlandkreis-Gemeinden?

Lediglich in Rott ist aktuell 1 Kampfhund mit Kategorie 2 gemeldet, in Ramerberg 2 Hunde dieser Kategorie 2.

Die weiteren Kommunen haben keine angemeldeten Kampfhunde. Die Stadt Wasserburg hat von den insgesamt 473 Hunden 4 Kampfhunde der Kategorie 2 mit Wesenstest und Negativzeugnis im System gelistet.

Was bedeutet Kategorie 2?

Folgende Hunderassen werden in Kategorie 2 aufgelistet: Alana, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dogo Argentiono, Bordeauxdogge, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastino Espaniol, Mastino Neapolitano, Dogo Canario, Perro de Presa Mallorquin und Rottweiler.

Hunde der Kategorie 1 stind in den Kommunen gar nicht gerne gesehen.

Die Stadt Wasserburg lässt keine Kampfhunde der Kategorie 1 zu. Dazu würden Pitbull, Bandog, American Staffordshire Terrier sowie Staffordshire Bullterrier und Tosa Inu gehören. Die Zuständigen der öffentlichen Sicherheit der Stadt Wasserburg würden hier bei Hunden der Kategorie 1 eine zu große potentielle Gefährdung sehen, darum diese Einschränkung.

Viele Menschen zeigen sich irritiert über die Berichte, in denen Hunde bestimmter Rassen besonders aggressiv auf Menschen reagieren.

Andere Bürger allerdings sind der Überzeugung, dass es keine Kampfhunde gebe, die von Natur aus besonders böse auf Menschen ansprechen würden. „Das kommt immer auf den Hundehalter an und darum fordere ich die Politiker und Behörden dazu auf, dass endlich mit dieser Rasseliste Schluss ist“, fordert Leonie Adler. Die 29-Jährige arbeitet in einem Tierheim einer großen Stadt und empört sich über das Thema Rasseliste und Kampfhunde. „Immer wieder zeigen uns Tierhalter, dass sie überfordert sind mit lebhaften Hunden und sie dann einfach weggeben, aussetzen oder vor unsere Tür hängen“, so Adler.

Sie wünsche sich kein Abstempeln der sogenannten Kampfhunde, sondern vielmehr eine besondere Voraussetzung der Menschen, die sich besonders aufgeweckte und herausfordernde Tiere halten möchten. „Die Petition habe ich gerne unterschrieben, weil die Hunde alle von Grund auf eine herzliche und lernwillige Seele haben und kein Hund von sich aus böse ist“, zeigt sich die 29-Jährige Tierfreundin überzeugt von der Aktion. Die Petition brachte bislang keine Abschaffung der Rasseliste in Bayern.

Quelle: rosenheim24.de

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