Experte vom Landeskriminalamt erklärt

Die Machete „nur“ ein Werkzeug?

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Macheten fallen zunächst unter den Begriff der Messer. Doch der richtige Umgang ist entscheidend
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Wasserburg – Macheten kosten zwischen 30 und 70 Euro, fallen unter den Begriff der Messer und haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen. Es sei denn, man benötigt die Machete beruflich oder hat einen erklärbaren Grund, der laut Waffengesetz anerkannt ist. Ein Experte des Landeskriminalamtes in München erklärt die Macheten etwas genauer.

Zwei Vorfälle vor einigen Monaten brachten die Diskussion auf, ob Macheten zu leicht erstanden werden können und wer überhaupt eine Machete sein Eigen nennen darf. Dieter Stiefel vom Landeskriminalamt in München erklärt, dass Macheten als lange Messer angesehen werden.

Als direkte Waffe wird es laut Dieter Stiefel nicht betrachtet. „Es ist ein Werkzeug zum Abhacken von Ästen und keine Waffe im Sinne des Waffengesetzes“, führt der Experte weiter aus.

Im Gespräch mit wasserburg24.de. erklärt Stiefel, dass es im Paragraph 42 a des Waffengesetzes mit dem sogenannten Führverbot geregelt sei, dass Macheten und feststehende Messer über zwölf Zentimeter nicht mitgeführt werden dürfen. „Führverbot bedeutet, man darf das Messer außerhalb der eigenen Wohnung oder der eigenen Geschäftsräume nicht mit sich führen, außer man hat einen vernünftigen Grund, den sogenannten sozialadäquaten Zweck“, zum Beispiel ein Jäger fährt ins Revier mit einer Machete, weil er weiß, er muss am Strauch einige Äste abhacken, oder der Angler, der durch die Büsche schlagen muss, um das Gewässer zu schützen.

„Doch das geht eben alles nur in diesem Zusammenhang. Wenn dieser Zusammenhang nicht mehr gegeben ist, gilt das Führverbot“, betont Stiefel gegenüber wasserburg24.de. Wer eine Machete in einen Club oder nach draußen mitnimmt, verstößt er gegen das Waffengesetz.

 „Es ist aber nur eine Ordnungswidrigkeit“, so der Leiter der Waffenverwertungsstelle des Landeskriminalamtes abschließend. Grundsätzlich gilt: Eine Machete darf man ab Geschäftsfähigkeit kaufen, nicht erst ab 18. Dennoch haben die Läden, die Macheten verkaufen, eine gewisse Verantwortung. In einem Geschäft für Anglerbedarf und Messer sieht man den Verkauf von Macheten eher rückläufig. „Wir achten sehr darauf, an wen wir Macheten verkaufen. Zu uns kommen überwiegend Angler, die eine Machete benötigen“, heißt es von der Mitarbeiterin des Ladens.

Dennoch kamen vor einigen Monaten Meldungen von der Polizei, die keinen vernünftigen Grund des Umgangs mit Macheten beschrieben hatten.

So soll ein Mann seine Frau mit der Machete in der Hand bedroht haben, die Machete hat er schließlich der Polizei übergeben, bei einem anderen Vorfall soll ein Mann mit der Machete in einem Club gewesen sein.

Quelle: rosenheim24.de

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