Ziele und Forderungen des neuen „Eltern-Bündnisses Wasserburg“

„Unsere Kinder dürfen nicht die Verlierer der Coronakrise sein“

Wasserburg - Das neu gegründete „Eltern-Bündnis Wasserburg“ dient als Sprachrohr betroffener Eltern, die sich besseren Schutz für die Gesundheit der Wasserburger Schulkinder in der Corona-Pandemie wünschen. Die Kritik wendet sich vor allen Dingen an die Maßnahmen der Politik an den Schulen.  

„Wir möchten uns für mehr Schutzmaßnahmen unserer Kinder in den Wasserburger Schulen einsetzen. Das Fass ist geöffnet und es kommen täglich neue Fälle hinzu. Wir stellen uns die Frage, wie systemrelevant unserer Kinder in der Krise sind. Gesundheit und Sicherheit unserer Kinder sind das höchste Gut und müssen geschützt werden“, erklärt Anita Arz, Initiatorin des neu gegründeten „Eltern-Bündnisses Wasserburg“, im Gespräch mit wasserburg24.de. Die Kernforderung: Bessere Schutzmaßnahmen an den Schulen und in den Bussen, sowie mehr Schulbusse, um eine Ansteckung mit dem Corona-Virus zu vermeiden.


„Wir fühlen uns unzureichend informiert“

Das Bündnis wünsche sich mehr Transparenz in den Plänen der Schulen und Einbezug in die Regelungen: „Bei den Schutzmaßnahmen fordern wir mitunter Lüftungsanlagen in den Klassenräumern. „Unsere Kinder dürfen nicht die Verlierer der Coronakrise sein, sie sollen wieder Spaß in der Schule und am Lernen haben“, akzentuiert Arz in Bezug auf die Ziele des Bündnisses. „Der Leistungsdruck muss aufhören, hier sehen wir das Kultusministerium in der Pflicht zu handeln. Andernfalls gehen wir alle unter.“


„Die Wut kocht in den Eltern. Es ist ein wahnsinnig großes Chaos, vor dem wir aktuell alle stehen“, fährt Arz fort und spielt auf die derzeitige Situation der unter Quarantäne stehenden Familien, verschiedenen Anweisungen und uneinheitlichen Regelungen von Seiten der Regierung in der Corona-Pandemie an. „An jeder Schule gelten andere Maßnahmen. Keiner weiß, wie es weitergeht in den nächsten Wochen und nach den Herbstferien. Wir fühlen uns unzureichend informiert.“

Bündnis sieht Politik im Zugzwang - Keine Kritik an Lehrer und Schulen

Die Wasserburger Mutter unterstreicht in der Folge, das Bündnis wolle jedoch auf keinen Fall Kritik an den Lehrern und den Schulen üben. Denen seien schließlich auch die Hände gebunden und sie müssten selbst mit lückenhaften Anweisungen seitens des Kultusministeriums kämpfen. Der Appell der Mitglieder des neuen Bündnisses in der Innstadt richte sich daher in erster Linie an die Vorgehensweise der Politik. Ebenfalls Nachholbedarf sehen sie in der Arbeit des Gesundheitsamts: Es sei beinahe „fahrlässig“, wenn es beispielsweise sogar an einem Notfallplan für den Fall der Fälle fehle.

Darüber hinaus sehen sich die Familien nun wieder mit dem Homeschooling konfrontiert: „Im Grunde sind wir ja schon seit März betroffen. Das ist zwar alles nicht neu für uns, aber verbessert hat sich über die Sommermonate auch nichts. Die Anpassung des Lehrplans, die Berücksichtigung der Kinder, Fairness und Chancengleichheit - das sind alles unsere Themen und das kommt nun wieder verstärkt auf uns zu“, unterstreicht Arz und betont im selben Moment: „Wir wollen hier in Wasserburg ein Zeichen setzen, dass auch wir betroffen sind.

„Eltern-Bündnis Wasserburg“: Offizielle Vorstellung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben

Ursprünglich wollte das neu gegründete „Eltern-Bündnis Wasserburg“ sich und seine Ziele im Rahmen einer Versammlung offiziell vorstellen - wegen des Lockdown natürlich nur unter der strengen Einhaltung der Abstands-, Hygiene- und Masken-Regeln. Von 11 bis 14 Uhr wollten sie am kommenden Samstag vor dem Wasserburger Rathaus am Marienplatz „ein Zeichen setzen”. Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehen muss die Veranstaltung allerdings kurzfristig abgesagt werden. „Es gab leider vermehrte Corona-Fälle in Gymnasium, Grund- und Berufsschule. Viele Klassen wurden unter Quarantäne gestellt. Von daher haben wir entschieden, das zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen“, erklärt Arz die derzeitige Lage.

Ob es eine alternative Veranstaltung geben wird - wie beispielsweise Unterschriftensammlungen oder eine reine Plakataktion mit den Forderungen am Marienplatz - sei noch ungewiss und müsse mit dem Landratsamt abgeklärt werden. „Es ist natürlich sehr schade, dass dieser Termin jetzt ins Wasser fällt, aber die Gesundheit geht vor. Dazu kommt, dass der Alltag rund um das Desaster Schule für uns weitergeht. Das Thema ist nicht vom Tisch, es bleibt präsent“, schließt Arz ihre Erklärungen.

mb

Rubriklistenbild: © Gregor Fischer (dpaI)

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