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Erbitterter Kampf gegen die Zeit

Neues MRT in Wasserburg: Wie das tonnenschwere Gerät ins Romed-Klinikum kommt

Ein Kran hebt das MRT-Gerät aus dem Lkw und vor die Eingangstür im Versorgungshof.
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Ein Kran hebt das MRT-Gerät aus dem Lkw und vor die Eingangstür im Versorgungshof.

Großkampftag im neuen Klinikum: Das MRT ist da. Ein Kran hob das sieben Tonnen schwere Gerät, das Schichtaufnahmen des Körpers erstellt, ins Gebäude. Doch dieser Kraftakt ist nicht die größte Herausforderung. Die Installation eines MRT ist vor allem ein Kampf gegen die Zeit. Wir waren dabei.

Wasserburg – Dominik Hennemann. Projektleiter bei der Firma Mediplan, wirkt auf den ersten Blick ganz entspannt. Trotzdem sagt auch er: „Dies ist der aufregendste Tag auf dieser Baustelle.“ Kein Gerät erfordere so viele logistische Anstrengungen wie das MRT, sagt der Fachmann, der sich seit 2015 als Krankenhausplaner um die Medizintechnik im neuen Großklinikum kümmert.

Fassade extra noch einmal geöffnet

Deshalb wartet Hennemann mit Kollegin Anja Röthig und Neugierigen, die sich am Ort des Geschehens versammeln, mit einer gewissen Anspannung auf den Einsatz des Krans. Der nimmt punkt 8.30 Uhr das Gerät an den Haken, hebt es aus dem Lkw und vor die Tür. Hier befreit es ein Mitarbeiter der Spezialspedition von der dicken Plastikschutzverkleidung.

Jetzt wird es erneut spannend: Denn die Fassade im Versorgungshof des gemeinsamen Neubaus von Romed und kbo-Inn-Salzach-Klinikum musste extra für den Einbau des MRT geöffnet werden. Das hieß: Mittelpfosten raus, Türrahmen abbauen, Boden mit Rollschienen auskleiden. Reicht das?

Der MRT-Raum ist bereits vorbereitet auf das Spezialgerät, erläutert Hennemann. Damit das starke Magnetfeld nach außen abgeschirmt ist, wurde der Raum mit Stahl- und Kupferplatten verkleidet. Denn wenn beispielsweise Patienten mit Herzschrittmacher am MRT-Raum vorbeigehen, darf der Taktgeber in ihrem Körper nicht durch das Magnetfeld gestört werden.

Schon deutlich erkennbar ein MRT: Das Gerät nach dem Auspacken.

Flur, Boden, Decke, Wände: Alles rund um den Raum, der das MRT-Gerät beherbergt, ist abgeschirmt von außen. Der Magnet hat laut Hennemann ein Gewicht von sechs Tonnen, 14 Tonnen lasten insgesamt auf den Boden, der gleichzeitig die Decke für die darunter liegenden Räumlichkeiten darstellt.

Während das MRT langsam Richtung Endstation „rollt“, ist der Computertomograph (CT) schon da: Er hat „nur“ 1,2 Tonnen Gewicht, so der Projektleiter. Auch das Durchleuchtungsgerät ist bereits installiert – Voraussetzung für gefäßchirurgische Eingriffe, die in der neuen Romed-Klinik angeboten werden.

Blick in das Herzkatheter-Labor, neu im Angebot von Romed Wasserburg.

Im Herzkatheter-Labor, ebenfalls ein neues Angebot von Romed Wasserburg, steht der C-Bogen zur Untersuchung bereits. Die Strahlenschutzscheibe zum Schaltraum ist eingebaut, der Monitor, an dem die Ärzte die Gefäße und Herzkammern auf mögliche Engstellen und Verschlüsse hin überprüfen, hängt schon. Hier werden demnächst Diagnostik und auch Eingriffe durchgeführt.

Hybrid-OP kommt zum Schluss

Mit dem Einbau des Hybrid-OP, wo auch Operationen wie die Angiographie möglich sind, bei der Gefäße radiologisch dargestellt werden, endet der letzte Kraftakt vor der Eröffnung der neuen Romed-Klinik. Im Herbst ist der Umzug geplant, der genaue Termin ist noch offen. Die neue Medizintechnik kostet laut Hennemann insgesamt etwa acht Millionen Euro.

Mittlerweile steht das MRT der Firma Philipps auf den Fahrschienen und erreicht sein neues Zuhause. Es hat einen langen Weg hinter sich: aus Holland Richtung Oberbayern. Nach 24 bis spätestens 36 Stunden muss das Gerät laut Hennemann eingebaut sein, denn die Kühlkette breche sonst zusammen. Das Kältemittel Helium sei sehr teuer, es verdampfe, was an den Armaturen deutlich zu sehen ist, die eine kleine Eisschicht tragen.

Draußen sind die Temperaturen mittlerweile sommerlich warm, die Kühlung im benachbarten Technikraum ist bereit, zu übernehmen. Die letzte Hürde ist genommen.

Zeigen den wichtigsten Raum: Projektleiter Dominik Hennemann und Kollegin Anja Röthig in der Kühlung.

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