Notarzt-Petition: Diskussion über Sonderrechte

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Rosenheim/Karlshuld - Notarzt Hatz rettete einem kleinen Mädchen das Leben und wurde dafür satt bestraft. Jetzt gibt es sogar eine Petition für ihn - und auch eine andere Eingabe wird heiß diskutiert:

Der Fall von Notarzt Alexander Hatz, der einem kleinen Mädchen das Leben rettete und als "Dank" dafür seinen Führerschein verlor, hat deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt. Auch viele unserer User hatten sich fürchterlich darüber aufgeregt, wie mit dem Lebensretter anschließend umgegangen wurde.

Nach dem satten Strafbefehl - Hatz soll 4500 Euro bezahlen und ein halbes Jahr seinen "Lappen" abgeben - wurde sogar eine Petition ins Leben gerufen, die einen Freispruch für den Notarzt fordert.

Kreisbrandrat findet Petition "einen Schmarrn"

Doch unabhängig davon, ob dem Einspruch des Notarztes gegen den Strafbefehl des Amtsgerichts Neuburg nun stattgegeben wird oder nicht, sind auch die Feuerwehren und Hilfsorganisationen in der Region in mieser Laune bzw. verunsichert. Denn es gibt auch noch eine zweite Petition, wo es um ein sogenanntes "Grünlicht" für BOS-Funker (Feuerwehrler etc.) geht. Die Befürworter dieser Petition sind der Meinung, dass ein solches "Grünlicht" (zum Aufschnallen auf das Auto, ähnlich wie das "mobile" Blaulicht auf zivilen Polizeifahrzeugen) andere Verkehrsteilnehmer besser auf die Feuerwehrler/Hilfskräfte aufmerksam machen würde, wenn sich diese z.B. gerade auf dem Weg zum Feuerwehrhaus befinden.

Rosenheims Kreisbrandrat Richard Schrank hält von diesem Vorschlag jedoch nichts und findet klare Worte: „Ich halte diese Petition und die Überlegung zugunsten eines grünen Lichts für Einsatzkräfte für einen totalen Schmarrn“. Die Sonderrechte dürfe ohnehin jeder in Anspruch nehmen, wenn höchste Eile geboten sei, erklärt Schrank. „Wenn Gefahr für Leben oder Sachwerte besteht, dürfen die Hilfskräfte durchaus schneller unterwegs sein, natürlich muss ein solcher Einsatz dann auch belegbar sein“, heißt es vom Kreisbrandrat im Gespräch mit unserer Redaktion. So sei es auch jetzt schon im Straßenverkehrsrecht hinterlegt.

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Theoretisch dürfe ein Rettungsdienstler oder Feuerwehrler auf dem Weg zum Feuerwehrhaus oder der Rettungswache im Ernstfall auch bei Rot eine Ampel passieren. „Aber es muss immer ausgeschlossen sein, dass er einen anderen behindert oder gefährdet“, so Schrank weiter. Es sei immer schon so gewesen und werde so auch im Straßenverkehrsrecht so bleiben, ist sich der Kreisbrandrat sicher. „Darum ist auch diese geschaltete Petition mit diesem angedachten Grünlicht ein totaler Quatsch“, so Schrank.

Man begebe sich auf ein großes Glatteis, weil man schnell glaube, sonstiges, besonderes Wegerecht ausnutzen zu dürfen, glaubt der erfahrene Feuerwehrmann. In der Straßenverkehrsordnung sei das mit dem grünen Licht nicht vorgesehen. Der aktuelle Fall des Arztes, der zu einem Erstickungsfalleinsatz gefahren ist und jetzt einen Strafbefehl wegen Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer hat, zeige, dass dieses Thema ein sensibles sei. Den Feuerwehren tue man nichts Gutes, so Schrank weiter. Man wiege die Kräfte in einer Sicherheit, die sie aber nicht hätten, nur weil ein grünes Licht ihnen den Weg ebne.

Feuerwehrler will Petition unterstützen

Im Altlandkreis Wasserburg wird unter den Rettungskräften und Feuerwehrlern weiter heiß diskutiert. „Ich werde das unterstützen, vor allem, um ein Zeichen zu setzen, was diesem Arzt passiert ist, kann einfach nicht sein“, erklärt ein Feuerwehrler, der seit 15 Jahren im Dienst ist.

Ein Sanitäter hingegen glaubt, dass sich so eine Einführung des Grünen Lichts, das man sich auf dem Weg zum Wachhäusl aufs Autodach schnallt, nicht etablieren würde und nicht den gewünschten Erfolg brächte. "Das ist ein Freischein fürs Rasen, und wird sonst vielleicht unangemessen und leichtfertig benutzt", glaubt der BRK'ler aus dem Altlandkreis Wasserburg.

Quelle: rosenheim24.de

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