Feuerwehrhaus Attel-Reitmehring

Neu bauen oder sanieren? Am Ende entscheiden die Kosten 

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Das Feuerwehrhaus Attel-Reitmehring bedarf einer Erweiterung. Die Frage ist nur: Abriss und Neubau oder Erhalt und Sanierung im Bestand? 
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Reitmehring – Man kann es drehen und wenden, wie man will: Letztlich entscheiden die Kosten darüber, wie es mit dem Feuerwehrhaus Attel-Reitmehring weitergeht. Der Planer wägte Für und Wieder über die Möglichkeiten Sanierung und Neubau ab. 

Die Stadt beauftragte Diplomingenieur und Kommandant der Kolbermoorer Feuerwehr, Franz Wudy, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen, welche Möglichkeiten für die Erweiterung des Feuerwehrhauses in Reitmehring in Frage kommen. Der aktive Feuerwehrler kam zu dem Ergebnis, dass der Gebäudezustand prinzipiell gut sei, er sprach sich damit eher für eine Sanierung des Bestands aus als für einen Abriss und Neubau. Es gebe aber viele kleine Baustellen

  • Die Anzahl notwendiger Stellplätze für die anrückenden Feuerwehrler: aktuell habe man 13, durch eine Optimierung könnten 23 erreicht werden.
  • Eine zeitgemäße Geschlechtertrennung bei Umkleiden, WC's und Duschen sei nicht vorhanden. Umziehen vor den Spinden in der Fahrzeughalle koste Platz und sei im Einsatzfall eine Gefahrenquelle.
  • Ein Aufzug für Personen und Material gleichermaßen würde zudem die Barrierefreiheit ermöglichen.
  • Ein Behinderten-WC fehle.
  • Fehlende Räumlichkeiten für die Jugend, Büroarbeit, Erste Hilfe oder Schulungen. Diese Defizite könne man im Bestand ausgleichen. 
  • Die Fluchtwegsituation im Kellerbereich sei problematisch.
  • Der Eingang an der Schule sollte zur Sicherheit der Kinder verlegt werden: Die Schulkinder müssten den Feuerwehrhof überqueren, um zum Bus zu gelangen. Die Feuerwehr-Zufahrt und die Einfahrt zum Kindergarten würden sich auch kreuzen. Ideal wäre eine Verlegung des Eingangs zum Gerätehaus von der Westseite auf die Ostseite an die Straße.
  • Möglicherweise könnte auch die vorhandene Wertstoffinsel verlegt werden - zusammen mit der Bushaltestelle.
  • Eine Dachterasse im Obergeschoss würde die Feuerwehrler beispielsweise nach einem Schulungstag zum Verweilen einladen. 
  • Im Keller würde sich ein zweiter großer Lagerraum neben dem bereits bestehenden Lager anbieten samt einem Trocknungsraum für Einsatzkleidung.
  • Es fehle außerdem eine Übungsfläche.

Neubau wäre mehr als doppelt so teuer

Irene Langer (SPD) war vor allem vom Vorschlag der Verlegungen von Bushaltestelle samt Wertstoffinsel angetan: "Ich halte das für sehr sinnvoll, auch in Anbetracht des Sicherheitsaspekts der Kinder. Was mir jedoch nicht gefällt ist die Anordnung der Stellplätze. Wenn diese hintereinander liegen, ist das nicht ideal." Möglicherweise könne man hier eine bessere Lösung mit der Verlegung der Bushaltestelle finden. 

Langer sprach im Namen der Stadtratsmitglieder, als sie zudem forderte, die Feuerwehrler aktiv in die Planungen miteinzubeziehen. "Wer außer den Ehrenamtlichen weiß schließlich besser, woran es fehlt?"

Franz Wudy kam im Anschluss an die Wortmeldungen der Stadtratsmitglieder zum, wie er sagte, "unangenehmen Teil der Planungen": den Kosten

  • Kosten für Erweiterung des Gebäudes: zwischen 1 und 1,1 Millionen Euro bei einem Zuschuss von 27.500 Euro
  • Kosten für Abriss und Neubau des Feuerwehrhauses: zwischen 2,8 und 2,9 Millionen Euro bei einem Zuschuss von 246.000 Euro 

Lorenz Huber (Bürgerforum) erklärte in Hinblick auf die Kosten, es würde ihn "immer wieder aufs Neue umhauen, dass 20 Prozent der Gesamtkosten reine Planungskosten" seien. 

"Bei dem Kostenunterschied brauchen wir über einen Neubau bei unserer aktuellen Finanzlage gar nicht nach zu denken", konstatierte Christian Stadler (Die Grünen) nüchtern.

Bürgermeister Michael Kölbl erklärte, dass im Haushalt 2018 die Planungskosten für das Gerätehaus eingestellt werden sollen. Andernfalls wolle man die Aktualisierung des Feuerwehrbedarfsplanes für die Wasserburger Wehren im nächsten Jahr abwarten. Der Vorentwurfsplanung von Architekt Franz Wudy stimmte der Stadtrat einstimmig zu.

mb

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