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Coronabedingter Online-Unterricht lässt Führerscheinkosten steigen

Rosenheimer Fahrlehrer: „Wir sind für Präsenz-Lernen - nicht vor dem Bildschirm“

Alex Breu, Inhaber der Fahrschule Habenstein und Breu.
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Alex Breu, Inhaber der Fahrschule Habenstein und Breu.

Die Fahrschulbranche ist in Sorge: Derzeit findet der Fahrschulunterricht wegen Corona vielerorts online statt. Alex Breu, Inhaber der Fahrschule Habenstein und Breu, weiß: Die Schüler kommen lieber persönlich zum Unterricht. Und mit dieser Ansicht steht der Rosenheimer Fahrlehrer nicht alleine da.

Wasserburg/Landkreis Rosenheim - Die Fahrschule Habenstein und Breu ist im Landkreis Rosenheim präsent, hat gerade im Raum Wasserburg einige Räume für den Theorieunterricht ihrer Schüler angemietet. Derzeit findet dieser jedoch wegen der Pandemie und ihren Bedingungen primär online statt.

Bis zu zehn Prozent mehr Kosten für die Fahrschüler

„Die Fahrschüler wollen aber lieber persönlich zum Unterricht erscheinen. Und auch wir sind für Präsenz-Lernen vis à vis und nicht vor dem Bildschirm“, betont Breu im Gespräch mit wasserburg24.de.

Dazu kommt laut Breu eine Kostensteigerung: „Was im ersten Moment praktisch und bequem erscheinen mag, verteuert letztendlich den Führerschein um bis zu zehn Prozent.“ Denn durch reinen Distanzunterricht benötigen die Schüler im Durchschnitt bis zu fünf zusätzliche Fahr-Praxisstunden.

Mehr Unfälle - wegen fehlenden Präsenzunterrichts?

Auch der Expertenrat der Bundesvereinigung der deutschen Fahrlehrerverbände (BVF) unterstreicht die Ansicht des Fahrlehrers aus Rosenheim. In einer Pressemitteilung warnt der Rat vor einer erhöhten Unfallquote in den nächsten Jahren - durch den coronabedingten Wegfall des Präsenzunterrichts.

„Der Theorieunterricht bereitet in großem Maße auf die Praxisausbildung vor. Die Beobachtungen aus dem Lockdown lassen darauf schließen, dass der digitale Distanzunterricht diese Vorbereitung nicht mit derselben Qualität leisten kann wie der Präsenzunterricht“, erklärt beispielsweise Jürgen Kopp, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände.

Die Erfahrungen aus dem Lockdown hätten gezeigt, dass sich die Fahrschüler während des Distanzunterrichts kaum in Diskussionen zur Verkehrssicherheit einbringen, häufig abgelenkt seien und eher passiv am Unterricht teilnehmen würden. Das
wiederum hat große Auswirkungen auf den Lerneffekt und auf die Einstellungen zur Verkehrssicherheit“.

Massive Lerndefizite und Passivität

Der Expertenrat prognostiziert durch den Wegfall eines verpflichtenden Theorie-Präsenzunterrichts massive Lerndefizite, vor allem bei leistungsschwachen Schülern: „Ein reiner Online-Theorieunterricht kann niemals die Ausbildungsqualität bieten, die der Präsenzunterricht bereit hält. Bei 25 digitalen Teilnehmern, die alle auf einem Bildschirm abgebildet sind, ist es nahezu unmöglich, die Körpersprache und die Reaktionen aller Fahrschüler zu erfassen und darauf zu reagieren“, kritisiert Gerhard von Bressendorf, Präsident der Deutschen Fahrlehrer-Akademie.

Theorieunterricht in rein digitaler Form - dies prangert der Rosenheimer Fahrlehrer Breu an und vertritt damit die Meinung des Expertenrats. Die klare Ansicht der Fahrschule lautet daher: „Beim persönlichen Unterricht entsteht eine viel bessere emotionale Bindung als vor dem Bildschirm. Fahrschüler können den Fahrlehrer viel besser kennen lernen und umgekehrt. Außerdem halten viele Fahrlehrer richtig gute und spannende Theorieunterrichte vor Ort.“

Präsenz-Unterricht sei „pädagogisch viel wertvoller“ und darüber hinaus würden sich die Schüler zusätzliche Fahrstunden sparen. Daher plädieren die Fahrlehrer der Fahrschule Habenstein und Breu im Raum Rosenheim für ein persönliches Lernen vor Ort. „Wir freuen uns über jeden einzelnen Schüler, den wir kennen lernen dürfen“, schließt Breu seine Ausführungen. „Und wir zwingen niemanden dazu, den Unterricht vor dem Bildschirm zu verfolgen.“

mb

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