Schützengau Wasserburg-Haag existiert seit 90 Jahren

Schützen-Tradition weiterhin schützen: Gau-Jubiläum im Rathaussaal

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Drei Landräte, viele Bürgermeister aus der Umgebung sowie Vertreter des Bezirks Oberbayern: Alle gerne dabei beim Jubiläum des Schützengaus Wasserburg-Haag
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Wasserburg - Der Schützengau Wasserburg/Haag feierte Jubiläum. Zahlreiche Ehrengäste sowie viele Vereinsvertreter folgten der Einladung von Ehrenschützen

Eines stand gleich fest: „Wir würden auch unser 100-jähriges Jubiläum des Schützengaus gerne hier in diesem schönen Rathaussaal feiern“, bemerkte Gau- Ehrenschützenmeister Helmut Wagner während seines Grußwortes. Nicht nur geschmunzelt wurde bei der Festveranstaltung, auch so mancher Rückblick zeigte, wie sehr sich der Schützengau Wasserburg-Haag in den letzten neun Jahrzehnten entwickelte.

Jubiläum Schützengau Wasserburg-Haag

Der Schützengau „58“, der den Altlandkreis immer noch verbindet, feierte im Rathaussaal Wasserburg das 90. Jubiläum. Zum „Jahrestag“ schauten zahlreiche Ehrengäste vorbei und stärkten den Schützen den Rücken. Landrat Georg Huber aus Mühldorf, der stellvertretende Rosenheimer Landrat, Josef Huber, der Landrat aus Erding, Martin Bayerstorfer, sowie Bürgermeister Michael Kölbl aus Wasserburg und Rathauschefin Sissi Schätz aus Haag waren anwesend.

Die Wichtigkeit der Schützenvereine für den Bezirk von Oberbayern betonten Bezirksrat Sebastian Friesinger sowie Bezirkstagspräsident Josef Mederer. „Ihr habt eine wichtige Aufgabe und seid Vermittler der Tradition, die durch die Schützenvereine in Eurem Gau von Generation zu Generation weitergetragen wird“, verdeutlichte Josef Mederer. Die Schützen werden regelmäßig vom Bezirk Oberbayern unterstützt. „Ein 90ster Geburtstag muss unbedingt gefeiert werden“, so Mederer.

Es sei selbstverständlich, dass man zu solch einem Jubiläum gerne erscheine, weil es die Wertschätzung verdeutliche, die die Schützentradition in der eigenen Heimat habe, so der Bezirkstagspräsident weiter. „Was wären die Bayern, ohne die Schützen. Hier wird das Bild Bayern geprägt und die Vergangenheit und Gegenwart weiter in die Zukunft getragen“, betonte Mederer.

Ihm gleich zogen die drei Landräte aus Erding, Mühldorf und Rosenheim. Mit einem Geschenk im Gepäck sprach Josef Huber von der einmaligen Chance, durch die Schützenvereine Jung und Alt zusammen zu bringen und durch eine gleiche Leidenschaft zum Schießsport und dem Traditionsbewusstsein große Gemeinschaft zu zeigen. „Die Kameradschaft der Schützen ist eine sehr schöne Sache für die Menschen in der Region“, so Josef Huber weiter.

Auch Georg Huber aus Mühldorf erinnerte an die festlichen Veranstaltungen, die schönen Fahnen sowie Trachten der Schützenvereine. „Bleibt weiter so aktiv und herzlichen Dank für Euer bürgerliches Engagement und die ehrenamtliche Tätigkeit beim Schützengau und in Verbundenheit mit unserer Heimat“, erklärte Georg Huber.

„Es ist eine Bereicherung für die Region, wenn viele Tausend Menschen sich im Schützengau Wasserburg-Haag zusammenfinden und ganz bewusst diesen Sport ausüben und die Tradition pflegen“, zeigte sich Martin Bayerstorfer überzeugt.

Altlandkreis von seiner besten Seite

Für Michael Kölbl ist der Schützengau Wasserburg-Haag auf drei Säulen gebaut. „Das eine ist die große Gemeinschaft, ein Verein vereint die Menschen und Ihr als Schützengau vereint die Vereine zu einer großen Runde“, so Kölbl. Nicht zu vergessen sei die Tradition der Schützen. „Ihr feiert Euer 90. Jubiläum, und viele Jahrhunderte gibt es die Schützen an sich bereits, es ist toll zu sehen, dass die Schützenvereine sich weiterentwickeln und zukunftsfähig bleiben“, betont das Stadtoberhaupt. Begeistert zeigte sich Kölbl von der Tatsache, dass durch den Schützengau Wasserburg-Haag der Altlandkreis weiterlebe. „Ihr vernetzt die Menschen in der Region und pflegt die alte Struktur, die wirtschaftlich noch immer Bestand hat und durch die politischen Veränderungen der Landkreisgrenzen in den Köpfen der Leute trotzdem weiterlebt“.

Dass die Schützen einen Sport ausüben, der sowohl einzeln – aber eben auch gerne in der Mannschaft getätigt werden kann, sei die dritte wichtige Säule, die alle Schützenvereine im Gau Wasserburg-Haag so beliebt, gesellig und ansprechend machen, ist sich Michael Kölbl sicher.

Ausstellung und Rückblick zeigen Entwicklung

Helmut Wagner, der als Gau-Ehrenschützenmeister viel für das Jubiläum organisiert hatte, erinnerte an die nicht immer einfachen Zeiten, die Vereine im Gau zusammenzuhalten und nach den Kriegsgeschehnissen die Wiederbegründung des aktiven Schützengaus abzuhalten. Besonders schön zu merken, sei der Fortbestand dieser Tradition und die gemeinsame Ausübung des Sports.

Wagner motivierte die Schützenkameraden, auch die Integration zuzulassen in den Vereinen. „Natürlich haben wir eine besondere Verantwortung weil es ein Sport mit einer Waffe ist, doch vergesst auch das Menschliche nicht und versucht, Integrationsarbeit anzustreben, soweit es Möglichkeit dazu gibt“, so Wagner. Er erinnerte an die Ausstellung der Schützengau-Tradition, die noch bis 4. März 2016 im Foyer der Sparkasse Wasserburg zu sehen ist.

Gemeinsam mit dem ersten Gau-Schützenmeister Erich Eisenberger lobte Wagner dann die Jubiläums-Schützenscheibe aus. „Nach unserem Fest hier wollen wir beim Sanftl in Eiselfing diese Schützenscheibe ausschießen und freuen uns über viele Teilnehmer“, so Eisenberger. Er dankte allen für ihr Tun in den Vereinen und für die große Gemeinschaft, die im Schützengau Wasserburg-Haag funktioniere.

Gewonnen hat die Schützenscheibe am Samstagabend Alexander Bastyans. Der Schütze der SG Fröhlichkeit aus Griesstätt hat zum ersten Mal Zimmerstutzen geschossen und gleich Erfolg gehabt. „Das war ein Glückstreffer“, schmunzelte Bastyans. Erich Eisenberger und Helmut Wagner gratulierten dem Sieger und freuten sich, dass so viele Vereinsvertreter aus dem gesamten Gau Wasserburg-Haag zur Jubiläumsveranstaltung gekommen waren.

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