Ende des Grundschulzeugnisses?

Schulen schwanken bei Entscheidung

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Wird das Halbjahreszeugnis durch ein Lernentwicklungsgespräch ersetzt? Die Schulen im Altlandkreis sind noch unschlüssig.
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Altlandkreis – Ab diesem Schuljahr kann das Zwischenzeugnis in den 1. bis 3. Klassen durch ein Lernentwicklungsgespräch ersetzt werden. Nicht alle favorisieren diese Alternative.

Allen bayerischen Grundschulen steht es frei, ob sie das Zwischenzeugnis in den Jahrgangsstufen 1 bis 3 durch ein dokumentiertes Gespräch ersetzen. Im Rahmen eines vierjährigen Schulversuchs sei diese Alternative erprobt und von Lehrkräften und Eltern positiv beurteilt worden, heißt es vom Kultusministerium.

Doch wie sehen es die Grundschulen in der Region? Die Einführung des LehrplanPlus bringt viele Neuerungen. Dazu gehört der eventuelle Ersatz für das Grundschulzwischenzeugnis.

Nicht alle sind überzeugt von dieser Möglichkeit. Manche Schulen im Altlandkreis Wasserburg haben bereits entschieden, dass es weiter ein Zwischenzeugnis geben wird. „Diese Neuerung des Lernentwicklungsgesprächs kommt für unsere Schule nicht in Frage“ erklärt beispielsweise der Schulleiter aus Gars. Es sei in Gesprächen mit den Lehrern eindeutig dazu gekommen, dass weiterhin das Zwischenzeugnis ausgegeben werden solle, heißt es.

Ebenso steht an der Grundschule in Reitmehring fest: Das Zwischenzeugnis bleibt. „Im gerade begonnenen Schuljahr wird es in jedem Fall das Zwischenzeugnis bei uns geben“, wird von der Schule mitgeteilt. Jedes Jahr werde neu entschieden, Lehrerkollegium, Schulleitung und Elternbeirat haben Mitspracherecht.

Viele Schulen diskutieren noch

Nur an wenigen Schulen ist bereits eine Entscheidung gefallen, ob das Zwischenzeugnis durchs Raster fällt. Weil sich die Elternbeiräte an den Schulen erst jetzt neu formieren, sei eine Entscheidung noch nicht getroffen worden, erklärte die Leiterin der Franziska-Lechner-Schule in Edling. „Erst Anfang Oktober wird nach einer Lehrerkonferenz und der Antwort des gewählten Elternbeirats ein Entschluss fallen“. Auch in Eiselfing steht noch nicht fest, ob es in der Grundschule zum Halbjahr ein Zeugnis oder das Lernentwicklungsgespräch geben werde. Eine klare Meinung kristallisiert sich jedoch heraus: Es sei praktisch sehr schwierig, diese Gesprächsmöglichkeit umzusetzen, heißt es vom Direktorat. Auch das Gespräch müsse vorbereitet und wie ein Zeugnis dokumentiert werden, zusätzlich zu den Stunden der Beurteilungserarbeitung die Gesprächszeit von den Lehrern eingeplant werden. Eine doppelte Arbeit, die gerade von Teilzeitlehrkräften nicht umgesetzt werden könnten. Ein Ressourcenproblem bahne sich an.

Im Juli wurden die Schulen vom Ministerium über die mögliche Änderung informiert, im Oktober 2014 sollen die Grundschulen den Schulämtern die Entscheidungen zugunsten oder gegen das Zwischenzeugnis der 1. bis 3. Klassen mitteilen.

Während es eine Tendenz gibt, dass viele Schulen im Altlandkreis für dieses Jahr dem Zwischenzeugnis Zukunft geben, sei man in Rott ganz und gar nicht abgeneigt, das Zeugnis gegen ein Lernentwicklungsgespräch einzutauschen. „Bei uns ist noch keine Entscheidung getroffen, aber ausschließen werden wir das Lernentwicklungsgespräch kategorisch nicht“ ertönt es aus dem Schulhaus in Rott. „Wir überlegen in der Tat, zum Halbjahr das Lernentwicklungsgespräch einzuführen“ wurde aus Kreisen der Schulleitung bekannt.

Was wollen die Eltern?

Für den Großteil der Eltern im Altlandkreis bleibt das Zwischenzeugnis nicht nur altbewährter Klassiker, sondern ein wichtiges „Dokument“ ihres Kindes. Viele wünschen sich, dass es bei dem Zwischenzeugnis auch in den Grundschuljahren bleibe.

Erst Mitte bis Ende Oktober wird eine Zusammenfassung der Schulämter gegeben, welche Schulen sich im Schuljahr 2014/2015 auf ein Lernentwicklungsgespräch umstellen und welche weiter Wert auf das Zwischenzeugnis legen.

Quelle: rosenheim24.de

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