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Diesmal nicht Corona

Sommergrippe legt Wasserburg lahm: Das sind die Ursachen

Nach zwei Jahren Corona-Einschränkungen hat das Immunsystem bei zunehmenden Kontakten wieder jede Menge auszuhalten. Viele klagen deshalb aktuell über Symptome einer Sommergrippe.
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Viele Menschen aus der Region Wasserburg klagen deshalb aktuell über Symptome einer Sommergrippe.

Husten, Schnupfen, Halsschmerzen: Ärzte und Apotheker haben rund um Wasserburg viel zu tun.

Wasserburg/Haag/Rott – Erst kratzt es ein wenig im Hals, dann ist die Stimme weg und die Ohren machen dicht – diese Symptome hören Ärzte und Apotheker in Wasserburg und Umgebung momentan häufig von ihren Patienten. Auch die Wasserburger Redaktion ist derzeit betroffen: Eine Kollegin nach der anderen kämpft mit den Beschwerden – erfreulicherweise nacheinander und nicht alle auf einmal. Die Wasserburger Zeitung hat bei Ärzten und Apothekern nachgefragt, was unser Immunsystem augenblicklich so stresst.

Tobias Schlosser, Fachapotheker für Allgemeinpharmazie in der St. Jakobsapotheke in Wasserburg, weiß: „Wir stecken mitten in der Sommergrippe“, sagt er. „Zurzeit sind viele angeschlagen. Wir haben erhöhte Nachfrage nach Fiebermitteln, Nasenspray und Lutschtabletten. Das ist unter anderem auch den kalten Nächten geschuldet“, meint er. „Tagsüber ist es sehr heiß, nachts noch recht frisch. Da holt man sich schnell eine Erkältung“, so der Fachapotheker.

Auch das Immunsystem ist durch das Maskentragen in den vergangenen zwei Jahren „nicht mehr so trainiert, da stecken sich die Leute deutlich schneller an“, sagt Schlosser. Um sich zu stärken, rät der Fachapotheker zu einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung. Unterstützend könnten Vitamin-Präparaten eingenommen werden, so Schlosser.

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Dr. Fritz Jäger aus Rott hat die Erkältungswelle ebenfalls deutlich wahrgenommen. „Vergangenen Montag kamen 145 Patienten in meine Praxis“, erklärt er, „gut die Hälfte von ihnen hatte grippale Symptome.“ Die große Patientenmenge hing auch damit zusammen, dass er die Urlaubsvertretung für einen Kollegen übernommen hatte, aber der hohe Anteil der Erkältungspatienten sei trotzdem auffällig, so der Facharzt für innere Medizin.

Seiner Meinung nach sei das Immunsystem bei den meisten Menschen durch die Corona-Einschränkungen ganz weit runtergefahren. Bei größeren Veranstaltungen, wo die Besucher dicht beisammen sind, kann sich durch eine Tröpfcheninfektion momentan ganz schnell ein Virus ausbreiten, macht er deutlich. Und schon kämen wieder Patienten in seine Praxis, die Krankheiten mit sich herumtragen, „die in den vergangenen zwei Corona-Jahren kaum noch aufgetreten sind. Wir hatten während Corona zum Beispiel fast gar keine normalen Grippefälle und nur wenig Magen-Darm-Grippen“, erinnert sich Dr. Jäger.

Besonders bei Kindern würden grippale Infekte inzwischen aber wieder deutlich häufiger auftreten „und leider auch mit schweren Verläufen, die bei RS-Infektionen (Respiratorisches-Syncytial-Virus) beispielsweise dann bis zu Lungenentzündungen führen.“ Das Virus befällt vor allem die Atemwege und verursacht eine laufende Nase, Fieber, Husten und Keuchatmung.

Abwehrschwäche durch Corona

Allein durch das Ein- und Ausatmen verteilen sich die viralen Erreger im Raum, weiß Dr. Jäger. Sie legen sich auf Oberflächen ab und können auch von dort aus ansteckend sein. Telefone, Tastaturen, Bargeld – das alles könnten Überträger sein. Seiner Meinung nach sollten deshalb besonders gefährdete Menschen weiterhin größere Menschenansammlungen meiden oder dort zumindest die Corona-Hygienemaßnahmen auch weiterhin anwenden. „Mundschutz, Händewaschen, vitaminreiche Ernährung, viel frische Luft können das Immunsystem im Kampf gegen die viralen Erreger gut unterstützen“, rät er. Und im Ausblick auf den Winter: „Ältere sollten die Grippeschutzimpfung nutzen und am besten auch die Impfung gegen Lungenentzündung“, empfiehlt der Internist.

Anna Felber, Pharmazeutisch-technische Assistentin in der Grafschaft-Apotheke in Haag, stellt bei ihren Kunden aktuell auch eine steigende Nachfrage nach Lutschtabletten und Schnupfensprays fest. „Viele sind ein bisserl angeschlagen, wie bei einer leichten Sommergrippe“, beschreibt sie das Befinden ihrer Kundschaft. Auch sie macht eine gewisse Abwehrschwäche wegen der langen Corona-Einschränkungen dafür verantwortlich und empfiehlt viel Trinken sowie Bewegung an frischer Luft zur Stärkung des Immunsystems.

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