20er Jahre: Die Zeit der frechen Frauen?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Unterhaltungskultur der 20er und 30er Jahre erhalten Einzug in die Stadt Wasserburg
  • schließen

Wasserburg - Die Damen wurden frecher, die Frisuren kürzer und die Musik friwoler. Die 20er und 30er Jahre veränderten das Leben. War das die Zeit der Emanzen?

"Benjamin, ich hab nichts anzuziehen", "Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln gehn", "Veronika, der Lenz ist da". Immer wieder kann es passieren, dass diese alten Lieder aus den 20er und 30er Jahren die Mundwinkel der Zuhörer weit zur Seite schiebt und sich ein Lächeln breit macht. 

Auf diesen Zug wollte rethorisch auch Bürgermeister Michael Kölbl bei seinen Begrüßungsworten zur Eröffnung der Sonderausstellung aufspringen, ihm gelang der Wortwitz: "Die Ausstellung steht unter dem Motto Veronika der Lenz ist da", in diesem Sinne möchte ich den Stadtrat Huber, den Lenz herzlich begrüßen" witzelte das Stadtoberhaupt. 

Sonderausstellung 20er Jahre

Die zahlreichen Besucher zeigten sich von der Vielfalt begeistert, die Sonderausstellung spiegelte äußerst facettenreich die Epoche wider, die mit dem Ende des 1. Weltkriegs begann und mit dem Beginn des Nationalsozialismus unschön endete. 

Museumsleiterin Sonja Fehler erklärte, dass die Entwicklung eine wichtige Rolle, insbesondere im Alltag der "Neuen Frau" gespielt habe. "Plötzlich wurde der Bubikopf modern, oder stoffarme Klamotten" betonte Fehler.

Die Sonderausstellung, die bis einschließlich 21. Juni 2015 zu sehen ist, bedient alle Sinne. Musik, Bilder, Plakate und Textauszüge. Die Besucher können sich umgehend in diese Zeit versetzen, Emotionen verinnerlichen und gleichermaßen fröhliche wie auch Schattenseiten dieser Epoche sehen.

Sammelleidenschaft

Insbesondere die Musikkultur und Schlagerwelt wird unter die Lupe genommen. Gemeinsam mit dem Museumsteam um Leiterin Sonja Fehler hat sich ein begnadeter Sammler und Experte mit ins Spiel gebracht und der Ausstellung zu viel Glanz verholfen. Walter Erpf hat Leihgaben ins Museum gekarrt und am Eröffnungsabend musikalische Leckerbissen aus seinem mitgebrachten Grammophon herausgekitzelt. Bleibende Eindrücke hinterließen die Stücke „Benjamin, ich hab nix anzuziehen“, „Wochenend und Sonnenschein“ oder „am Sonntag wird mein Süßer mit mir segeln gehen“. Einzelne Lieder durften bei der Eröffnung nicht fehlen, Sonja Fehler erklärte auf gewohnt charmante Weise die Entwicklung dieser frechen und freizügigen Zeit. 

Stars und ihre Verehrer

Josephine Baker, Marlene Dietrich, die Comedian Harmonists, Karl Valentin und Friedrich Holländer geben ein Gastspiel und laden ein in Kabarett, Kino und Revue. Ein vielseitiges Begleitprogramm lässt die Unterhaltungskultur der 20er und 30er Jahre an den Wasserburger Kulturorten lebendig werden. So zeigt das Kino Utopia ausgewählte Filme dieser oder über diese Zeit, im Theater Belaqua gibt es eine Veranstaltung mit Musik und Meinungen rund um die Epoche. „Diese frühen Jahre faszinieren mit einfach, diese Zeit hat so viele Facetten, damals taten sich Neuheiten auf, die die Menschen veränderten und die bis heute in schöner Erinnerung geblieben sind“ heißt es von Erpf. Mehrere Tausend Schriftstücke hat er gesammelt, viele Platten und Plakate, zudem 22 Grammophone, die bei ihm auf Schloss Penzing eine Herberge gefunden haben. Bis in den Juni hinein sind etliche Ausstellungsstücke im Heimatmuseum zu bestaunen.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser