Zwei Welten auf einem Kontinent

Mit dem Strauß durch Afrika

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Der Pflichttermin für ein Foto in Afrika! Weitere Schnappschüsse machen wirklich Lust auf diesen Kontinent
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Wasserburg - Die Welt entdecken – gilt bei vielen jungen Menschen momentan als sehr beliebt. Viele Studenten aus dem Altlandkreis kombinieren das Studium mit Auslandsaufenthalten. 

Sie ist 20 Jahre jung, studiert im sechsten Semester Tourismusmanagement und kam gerade wieder von ihrem Auslandspraktikum zurück: Angie hatte ein 18-wöchiges Praktikum in einem Tourismusbetrieb  ableisten müssen und sich entschieden, dieses bei einem Reiseveranstalter im afrikanischen Kapstadt zu absolvieren.

Im August letzten Jahres reiste sie an, in Kapstadt begann gerade der Frühling, 15 Grad kamen ihr fast etwas kühl vor. Schnell wurde es wärmer, von November bis zu ihrer Abreise im Februar hatte es immer zwischen 25 und 30 Grad.

Als Praktikantin auf dem Fahrrad unterwegs

Südafrika hielt für die Studentin viele Eindrücke bereit. Unterschiedlicher konnten sich die Tage und Wochen nicht gestalten. Die viereinhalb Monate gingen schnell vorbei, erzählt die 20-Jährige: „Ich habe bei einem kleinen Radreiseveranstalter in Kapstadt  gearbeitet. Vier bis fünf Tage die Woche erledigte ich viele Dinge, die im Tourismus einfach dazu gehören. Neben Aufgaben im Büro, wie zum Beispiel Marketing, war ich meistens bei den Radtouren als Backup-Guide und Übersetzer dabei. Dies machte mir sehr viel Spaß“. Das Praktikum war nichts für Stubenhocker, soviel ist sicher.

Erlebnisse in Afrika Fotos

Angie erkundete mit den Urlaubern, die eine Tour gebucht hatten, die Umgebung und erlebte viele Abenteuer. So war die Studentin beim „Sharkdiving“ mit weißen Haien im Käfig oder beim Elefantenreiten. Pflichtprogramm in Afrika bleibt ein Besuch in einigen der vielen Nationalparks nahe Kapstadt. Schöner Nebeneffekt: Sie verbesserte ihr Englisch durch den Kontakt mit Urlaubern und den Mitbewohnern ihres Hostels. „Ich habe in einem Studentenhaus in Sea Point gewohnt, das ist ein Stadtteil von Kapstadt. Dies ist eine der sichersten Gegenden von Kapstadt und auch eine der Schönsten, da sie direkt am Meer  liegt und man vor allem im Sommer dort am meisten machen kann“, berichtet Angie weiter.

Ihre Mitbewohner waren Studenten aus Holland, alle verstanden sich sofort und erkundeten in der Freizeit das Land auf ganz eigene Art.

Schnell wurden Freundschaften geschlossen, jeder war für den anderen da.

Das fremde Land wurde zum zweiten Wohnzimmer  für die jungen Leute. Angies Freund, ebenfalls Student, hatte während dieser Zeit sein Praktikum im fernen Stockholm. Den Liebsten und ihr bequemes Bett zuhause hat sie ziemlich vermisst, gibt die Tourismus-Studentin kleinlaut zu. Freilich auch die Familie und ihre Hobbys, darunter das Pferdereiten. Eine Alternative entdeckte sie hoch oben auf Elefant und Strauß. Eine lustige Art der Fortbewegung  wurde ausprobiert.

Den Tourismus selbst erleben

In Afrika ist für Urlauber viel geboten, wie die Praktikantin schnell bemerkte: „Ich lernte plötzlich Surfen und war den ganzen Tag viel unterwegs. Auch einen Fallschirmsprung habe ich gewagt, es waren viele Abenteuer dabei“.

Doch nicht nur Kapstadt hat Angie entdecken dürfen, auch durch Namibia, Botswana und Zimbabwe reiste sie. Nach der Praktikumszeit verlängerte sie kurzerhand ihren Aufenthalt, um noch weitere vier Wochen mit ihrem Freund den fremden Kontinent zu erleben.

Die Erkenntnis, dass Afrika nicht nur von schönen Bildern und Eindrücken geprägt ist, kam schnell. Etwas weiter weg von den Metropolen des schönen Kontinents war nicht alles stimmig.

Ein Besuch bei den Ureinwohnern Afrikas zeigte einen völlig anderen Alltag, als einige Hundert Kilometer weg vom „blühenden Leben“. Die wilden Tiere in den Nationalparks waren beeindruckend, doch in unmittelbarer Nähe zeigte sich das Land ausnahmslos trocken und auf andere Art spektakulär.

Plötzlich sah die Studentin Menschen, die ihr Leben auf einfachste Art und Weise meisterten, und es schafften, ihre Familie zu ernähren. Grundsätzlich sei die kapstädter Küche ziemlich westlich geprägt, man bekomme dort fast alles, was man bei uns auch esse, so Angie auf Nachfrage. Typisch sei vor allem das kapstädter Curry mit Reis, das es überall zu essen gibt.

Doch in den Armenvierteln sieht der Speiseplan anders aus: „Es gibt einen großen Unterschied zum Essen der schwarzen Bevölkerung. Die Bewohner der schwarzen Townships (Armenviertel) essen vor allem Hirsebrei, das zu allem gegessen wird. Auch Fleisch, vor allem Schaf, wird viel gegessen. Die Schafsköpfe in den Townships gelten sogar als Delikatesse“. Nicht alle Menschen haben dort die Möglichkeit, Tiere zu halten. Auffallend sei dennoch die Fröhlichkeit der Völker gewesen, diese Mentalität - typisch für Afrika.

Weihnachten bei 30 Grad

Auch über die Weihnachtsfeiertage war Angie weit weg von daheim. Bei 30 Grad feierte sie mit ihren Mitbewohnern am Strand. Es wurde gegrillt und von Weihnachtsstimmung war nicht viel zu erkennen. „Wir haben gar nicht richtig wahrgenommen, dass Weihnachten ist“, erzählt die Heimkehrerin nach ihrer Ankunft. Dieses Winterfest ging wohl an ihr vorüber.

Ruhelos und dann wieder voll entspannt

Die Zeit des Praktikums ging schnell vorbei. Als Angie wieder abreiste, hatte sie das Gefühl, erst kurz zuvor angekommen zu sein. Gemischte Gefühle hatte sie bei der Heimreise im Gepäck. Zum einen sprühte das Leben in Südafrika.

Kapstadt lässt keine Wünsche offen für Urlauber. Sie war gut beschäftigt, die gebuchten Abenteuer der Touristen, die sie als „Backup Guide“ während ihres Praktikums mit begleitete, zu verarbeiten. Täglich hatte sie viele Gespräche und musste oft übersetzen, langweilig wurde es nie. Doch auch die Tatsache, dass Afrika eben nicht nur tolle Bilder parat  hält, ging an Angie nicht spurlos vorüber.

Der Aufenthalt hat sie verändert. Der jetzige Alltag wird intensiver gelebt: „Ich habe jetzt einen ganz anderen Blick über die Welt und schätze den Luxus in unserem Land viel mehr, sogar mein bequemes Bett zuhause kommt mir nun wie der absolute Luxus vor. Ich achte nun auch zum Beispiel mehr darauf, möglichst keine Lebensmittel wegzuwerfen und alles aufzubrauchen“.

Bereut habe sie ihre Wahl des Praktikumsortes nie. Sie würde es in jedem Fall wieder machen: „Auch wenn ich beruflich in meiner Firma nicht sehr viel gelernt habe, konnte ich persönlich viel dazulernen. Neben der Verbesserung meines Englisch habe ich auch viele neue Erfahrungen sammeln können, und die Menschen und dortige Kultur kennenlernen dürfen. Ich hatte eine wunderschöne Zeit in Südafrika und werde dieses halbe Jahr nie vergessen“.

Ab März sitzt sie wieder in der Fachhochschule und lernt. Tourismus in Theorie. Die Eindrücke in Afrika bleiben jedoch ein Leben lang.

Quelle: rosenheim24.de

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