Der Stundentakt kommt

Stundentakt für den Stadtbus gibt es ab 1.November. Foto Re

Wasserburg - "Wir wollen einen Stundentakt und wir bekommen ihn auch", so Bürgermeister Michael Kölbl zufrieden. Ab 1.November fährt der Stadtbus regelmäßig jede Stunde vom Bahnhof Reitmehring zum Badria und zurück.

Bisher füllte der Stadtbus Lücken im Linienverkehr. Das wird sich ändern. Denn das Konzept hat laut Andreas Hiebl, zuständiger Sachbearbeiter in der Stadtverwaltung, zwei gravierende Fehler: Es gibt erstens keine Kontinuität bei den Zeiten und den angefahrenen Haltestellen und zweitens zu den Hauptverkehrszeiten keine durchgehenden Fahrten vom Bahnhof Reitmehring ins Burgerfeld.

Beides gibt es künftig. An sieben Tagen in der Woche. Jeweils um fünf Minuten nach der vollen Stunde, also um 7.05 Uhr, 13.05 Uhr oder 21.05 Uhr, startet der Stadtbus am Bahnhof in Reitmehring, jeweils zur halben Stunde, also 7.30 Uhr, 13.30 Uhr oder 20.30 Uhr, am Badria. Das gilt sonntags bis donnerstags zwischen 5 und 21 Uhr. Freitags und samstags fahren die Busse künftig bis Mitternacht. Damit seien nicht nur die Spätzüge angeschlossen, so Hiebl, sondern auch die kulturellen Veranstaltungen in der Stadt abgedeckt, "das ist sozusagen ein Nachtbus für Wasserburg."

Lob für Hiebls "Schwerstarbeit", so Kölbl über die Tüftelei und die Verhandlungen mit dem RVO, gab es von allen Seiten. "Danke, Herr Hiebl, Sie haben mir ein paar freie Nachmittage beschert", kam es spontan von Friederike Kayser-Büker (SPD), deren Söhne jetzt problemlos alleine mit dem Bus zur Bibliothek fahren können - weil sie die genauen Buszeiten kennen.

Denn die sind durchgehend gleich. Wer zum Beispiel vom Max-Emanuel-Platz zum Badria fahren will, steigt immer um 17 Minuten nach der vollen Stunde in den Bus und wer von der AOK zum Reitmehringer Bahnhof will, weiß, dass der Bus immer um 36 fährt. Diese immer gleiche Abfahrtszeit fand Werner Gartner eine "deutliche Verbesserung und gute Orientierung", die SPD-Fraktion begrüße den Stundentakt ausdrücklich und finde die Investition gerechtfertigt.

Denn zum Nulltarif ist diese neue Struktur nicht zu haben. Bisher zahlte die Stadt pro Jahr 100000 Euro an den RVO, künftig werden es 200000 Euro sein.

Oliver Winter (CSU) hoffte, dass sich nicht nur die Qualität und die jährlichen Kosten verdoppeln, sondern auch die Zahl der Fahrgäste. Und dass damit den vielen Busbewegungen in der Stadt mehr auch entsprechend Autofahrten weniger gegenüberstehen. Auf ein neues Schulbuskonzept warte er aber immer noch, so Winter. "Das gibt"s, wenn wir einen zentralen Busbahnhof haben", beschied ihm Kölbl.

Christian Stadler (Die Grünen) fand den Stundentakt zwar eine wesentliche Verbesserung, es sei aber nur ein erster Schritt zu einem ÖPNV-Konzept. Seine Frage nach dem Marketing beantworte Hiebl damit, dass neben einem inhaltlich und optisch vernünftigen Fahrplan die Busse mit "Stadtbus" beschriftet werden sollen und die Haltestellen einheitlich ausgestattet, um den Wiedererkennungswert zu steigern.

Elisabeth Fischer (CSU) bat darum, auch an die Anwohner der Haltestellen zu denken, "bei mir stinkt"s eh schon ins Schlafzimmer", und auf umweltfreundlichen Bussen und bei längeren Standzeiten abgeschalteten Motoren zu bestehen. Unterstützung fand sie bei Peter Stenger (SPD), der das vertraglich regeln wollte. "Schon passiert - in einer Zusatzvereinbarung", vermeldete Hiebl.

Dr.Christine Mayerhofer (SPD) ist "als in Reitmehring lebende Mutter zweier Kinder begeistert" vom Stundentakt, regte an, einen kleinen Faltfahrplan zu entwerfen, den man problemlos in die Tasche stecken könne. Da befürchtete Hiebl allerdings, dass der sehr unübersichtlich werden könnte, er sei aber noch am Tüfteln. Friederike Kayser-Büker und Elisabeth Fischer regten einen Großdruck-Fahrplan für Senioren an, Stadler bat um die vor allem für Ortsfremde wichtige Ansage der nächsten Haltestelle.

Die eine noch offene Baustelle fand Lorenz Huber (Bürgerforum): Attel und andere Stadtteile wie zum Beispiel der Burgstall oder Weikertsham sind nicht Teil des Stadtbussystems, weiter auf die allgemeinen Linienbusse angewiesen. Darüber müsse man irgendwann noch reden, räumte Kölbl ein.

Erstmal aber wurde der Stundentakt ab 1. November einstimmig befürwortet.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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