Minister Schmidt: Mahnwache statt rotem Teppich

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Daniela Ludwig und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt im Gespräch mit einem Bürger, der das Anliegen und den Grund der Mahnwache vor dem Festzelt in Rott erläuterte.
  • schließen

Rott - Die Bürger wollten sich Gehör verschaffen und taten dies auf recht plakative Art und Weise. Vor dem eigentlichen Auftritt im Bierzelt wurde Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt von Bürgern mit einer Mahnwache "überrascht".  

Ihm wurde kein Roter Teppich ausgerollt, aber eine Mahnwache gewidmet. Christian Schmidt war am Sonntagabend zu Gast in Rott. Einen Appell an den Bundeslandwirtschaftsminister brachten die zahlreichen friedlichen Bürger, die sich mit einer Mahnwache vor dem Bierzelt postierten. Gegen Genraps und die Auswirkungen von TTIP und CETA. "Wir wollen, dass die Politik endlich versteht, dass wir weder Fracking, noch Handelsabkommen oder gar Genraps und dergleichen brauchen und wollen", wettern zahlreiche Bürger vor dem Zelteingang. Anlässlich des traditionellen Politischen Abends beim Rotter Bierfest war Christian Schmidt geladen, der sich nach seiner Ankunft in Rott für die dringlichen Bürgeranliegen erwartungsgemäß viel Zeit nahm. "Ich nehme die Anliegen der Bürger sehr ernst und finde es gut, wenn man sich austauschen kann", erklärte Schmidt auf Nachfrage von wasserburg24.de. Er nahm den Fragenkatalog, der von der Bürgerschaft, darunter die Rotter Ortsgruppe des Bund Naturschutz und die Gemeinschaft "rettet den Chiemsee", sowie die vom Bund Naturschutz gesammelten Unterschriften gegen Genraps ohne Murren entgegen und zeigte sich den Themen sehr nahe.

Minister Schmidt auf Rotter Bierfest

Vor dem Rednerpult schnitt Christian Schmidt dann zahlreiche Themen an, ging auf die Generationenfrage in der Landwirtschaft ein, die auch die Struktur etwas verändere. "Der Demographische Wandel ist eine große Herausforderung, auch und vielleicht sogar vor allem in der Landwirtschaft", so Schmidt. Der Minister pickte sich die Themen TTIP und CETA ebenso heraus wie auch den Mindestlohn.

Besonders betonte Schmidt die Dringlichkeit der Begriffe Öko und einheitliche Verordnungen und Ansagen in Bezug auf Gen-Ware. "Jeder soll essen, was er möchte. Ich will aber, dass jeder einzelne weiß, was er isst", so Christian Schmidt im Rotter Bierzelt. Neben der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig sowie dem Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Bezirksrat Sebastian Friesinger waren viele Vertreter des CSU-Kreisverbands Rosenheim-Land und des Ortsverbands der CSU in Rott vor Ort. Zahlreiche CSU-Mitglieder und Interessierte aus der gesamten Region, aber auch Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Ernährungswirtschaft, lauschten interessiert dem Landwirtschaftsminister. Manch Gast vermisste Detailauskünfte durch Schmidt, lobte aber die zahlreichen Themen, die Schmidt kurz ansprach. Ausführlich wurde er in nur wenigen Bereichen.

Er bezog die Region in seine Rede ein, außerdem erläuterte Schmidt den noch großen bevorstehenden Kraftakt rund um die Freihandelsabkommen. Auch dem Tierschutz solle mehr Zeit und Blick gewürdigt werden, zeigte sich der Bundeslandwirtschaftsminister überzeugt. Schnell her gezüchtete, oft sogar kranke Welpen zu überteuerten Preisen würden auf kriminelle Art und Weise an Tierfreunde weitergegeben, die sich dann mit den Folgen auseinandersetzen müssten, so Schmidt. Der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Ernährungswirtschaft e. V., Robert Scholz sowie der Geschäftsführer der Firma Alpenhain, Christian Hain erklärten nach der Rede des Ministers, dass zahlreiche Themen zwar umfassend dargelegt wurden, doch auch zukünftig mehr Transparenz in Bezug auf die Handelsabkommen dringend gebraucht würde. "Es ist gerade in der Ernährungswirtschaft wichtig, hier klare Linien zu fahren", erklärt Christian Hain gegenüber wasserburg24.de. Es sei sicher schwer, alle Notwendigkeiten umzusetzen, so Hain. Doch die Verbraucher hätten Transparenz und Sicherheit verdient. "Es wird sicher nicht leicht für die Politiker, hier die Interessen vehement zu vertreten und durchzusetzen, aber es ist wirklich an der Zeit". Der Zwiespalt, einerseits regional denken zu wollen, andererseits global denken zu müssen, mache die Sache nicht einfacher, so Hain.  

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser