Erfindung

Unterreiter Tüftler baut Fliegenden Teppich

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Keine Fotomontage! Stefan Aaron fliegt mit seinem von Hans Holzmayr kreierten Teppich über den Flughafen von München
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Unterreit - Hans Holzmayr hat schon so manche Erfindung gemacht, darunter eine Weißbier-Einschenkmaschine. Er wagt sich an viele Ideen. Für den Flughafen München hat er einen Fliegenden Teppich gebaut.

Hans Holzmayr ist ein Tüftler. Der Unterreiter hat viele Ideen und setzt diese auch gern um. Sein normaler Arbeitsalltag: Der Flughafen München. Hier ist er seit vielen Jahren mit seinem Handwerksbetrieb aktiv, unter anderem stehen Spenglerarbeiten auf dem Programm.

Doch für Hans Holzmayr ist es prima, wenn es ausgefallene Ideen zu realisieren gibt. So wie den fliegenden Teppich! Die bizarre Geschichte beginnt im März dieses Jahres. Verantwortliche des Flughafens kommen auf Holzmayr zu und haben den ausgefallenen Wunsch, für ein Musikvideo eines Münchner Künstlers einen „Fliegenden Teppich“ zu ordern. „Zunächst dachte ich, das wäre eine Scherz“, erzählt Holzmayr im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch der Wunsch blieb real und Hans Holzmayr plante das nie zuvor dagewesene Objekt.

Viel Planerei war nötig, um den Fliegenden Teppich realisieren zu können.

Gemeinsam mit seinem Sohn, der neben demselben Vornamen auch die gleiche Leidenschaft hat, besonders affine Stücke zu gestalten, wurde das Projekt innerhalb weniger Wochen ausgefeilt und erarbeitet. Nun ist Hans Holzmayr kein Flaschengeist, der Wünsche erfüllen kann, aber dennoch hat er es geschafft, einen fliegenden Teppich zu zaubern. Eine knifflige Aufgabe:

So wurde der Fliegende Teppich gebaut

Als Material wurde Aluminium verwendet. Dieses leichte Metall bot sich an, weil die Konstruktion inklusive Klavier nicht schwerer als 800 Kilogramm sein durfte, heißt es von Holzmayr weiter. Das Klavier allein wog bereits 350 Kilo.

"Es war wie Aufzugfahren" beschreibt der Münchner Künstler Stefan Aaron seinen Flug auf dem Teppich

Nachdem der erste Prototyp gefertigt und die Feinheiten verbessert wurden, machten sich die Holzmayrs an den sieben Meter langen und drei Meter breiten fliegenden Teppich, der in voller Pracht im Musikvideo der Orange Piano Tour zu sehen ist. Die Produktion ging exakt von Statten, die Statik musste passen, die vielen Details beachtet werden und der Look des fliegenden Teppichs war freilich auch sehr wichtig. Das Piano sowie der Stuhl des Musikers wurden von unten fest in den Teppich eingebaut, die Personensicherheit hatte höchste Priorität. Aufpassen mussten die „Teppich-Knüpfer“, dass das besondere Flugobjekt nicht von unten her Auftrieb bekam oder sich während des Flugs drehte. „Die Konstruktion hing an vier Stahlseilen, die jeweils 40 Meter lang waren. Ein Trapez zwischen fliegendem Teppich und Hubschrauber sorgte für das nötige Gleichgewicht“, erklärt Hans Holzmayr.

Blauer Himmel, gute Stimmung: Startschuss für den Fliegenden Teppich, den ein Unterreiter gebaut hat.

Einige Wochen wurde geschweißt und geeignete Teppichmaterialien als Fransen an das Teppichende angebracht, damit der fliegende Teppich auch so wie in 1001 Nacht auszusehen vermochte. Hans Holzmayr junior wie auch senior werkten ehrgeizig und mit viel Freude an dem Projekt. Während des Videodrehs zum Song des Münchener Künstlers Stefan Aaron war der Teppich ca. 70 Meter vom Boden entfernt.

Das „Beweisvideo“ zeigt, wie Aaron mit seinem orangen Piano auf dem fliegenden Teppich sitzt und in die Tasten haut. Der Helikopter ließ den Teppich über das Flughafenareal fegen, der Künstler selbst, Stefan Aaron empfand das Musizieren in luftiger Höhe wie Aufzugfahren und zeigte sich von dem „Kunstwerk“, das Hans Holzmayr erschaffen hat, begeistert.

Video

Aaron spielt aus Überzeugung. Seine Orange Piano Tour ist ein persönliches Anliegen des Sängers. „Ich habe mich auf besondere Orte eingeschworen und möchte während der Orange Piano Tour neue Kulturen und neue Begebenheiten kennenlernen“ heißt es von Stefan Aaron. Er spielte auf hohen Bergen und der Chinesischen Mauer, stets im Gepäck – sein oranges Piano. Seine Heimatstadt München würde er zwar bereits bestens kennen, doch die Erfahrung auf dem Flughafen etwas Einzigartiges erleben zu dürfen, sei äußerst bereichernd gewesen. Er hätte seine Heimat während des Videodrehs Ende Juli völlig neu entdecken können. Der Aktion an einem Rollfeld des Flughafens in München folgte ein Konzert Aarons. Dieses fand jedoch am Boden statt.

Quelle: rosenheim24.de

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