Geteilte Meinung

Ice Bucket Challenge sorgt für Diskussion

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Die Ice Bucket Challenge sorgt für Diskussionen in der Region
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Landkreis - Die Ice Bucket Challenge, die von vielen Bürgern und Prominenten öffentlich dargeboten wird, sorgt für Diskussionen. Unterschiedliche Meinungen gibt es zur Aktion, die auf ALS aufmerksam machen soll.

Helene Fischer, Bastian Schweinsteiger und weitere Prominente haben sich schon mit einem eigenen Beweisvideo zur Ice Bucket Challenge gezeigt. Auch unter uns „Normalos“ wurde kräftig nominiert, gespendet und der Kübel Eiswasser gekippt. Mit der Aktion soll auf die Krankheit ALS aufmerksam gemacht, außerdem durch die Spenden die Forschungsarbeiten angekurbelt werden. Auch so manche „heimische“ Berühmtheit hat bei der Ice Bucket Challenge gefroren. So hat sich der Waldkraiburger Bürgermeister Robert Pötzsch in einem Video zur Aktion gezeigt. Viele, die mitgemacht haben, spenden an die Organisation, nominieren Freunde oder Prominente und posten das Video auf Facebook.

Es kamen bereits viele Millionen Euro zusammen, außerdem wurden seither Einzelheiten zur Krankheit ALS und zu noch nicht ausgereiften Forschungsarbeiten bekannt.

Während die „Fans“ der Ice Bucket Challenge sich weiter nominieren und trotz erledigter Eiswasser-Aufgabe dennoch spenden, entwickelt sich diese Aktion regional unterschiedlich. Zunehmend wird nicht für die ALS Organisation gespendet, sondern kommen andere Einrichtungen in den Genuss von Spendeneingängen nach Ice Bucket Challenges. So wurde beispielsweise auch schon die Aktion Silberstreifen aus Vogtareuth finanziell unterstützt. Doch nicht nur Fans der Ice Bucket Challenge gibt es. Auch kritische Stimmen tun sich auf. So heißt es von Claudia aus Haag, dass sie die Verschwendung von Wasser durch diese Aktion anmahne. „Ich finde es gut, wenn auf etwas aufmerksam gemacht wird, aber nicht, wenn lebensnotwendiges Wasser verschwendet wird“, so die 26-Jährige. Auch für Thomas aus Schonstett kam es nicht in Frage, sich einen Kübel eisig kaltes Wasser über den Kopf zu kippen. „Ich hab die Nominierung trotzdem angenommen und hab mich in unserem Bach gebadet, der war auch fast so kalt wie die Eiswürfel und das auf natürliche Weise“. Das Video dazu sei genau so erfrischend wie die klassischen Beweise von Ice Bucket Challenges, findet Thomas.

Im gesamten Altlandkreis gehen die Meinungen auseinander. So ist Christina aus Rott der Meinung, dass jeder Spenden könne, wann immer er möchte und die Gesellschaft grundsätzlich sensibler auf gesundheitliche Schicksale werden müsse. „Dazu braucht es aber keine öffentlichkeitswirksamen Aktionen“, so Christina.

Für Melanie aus Albaching ist die Ice Bucket Challenge ein großer Spaß: „Ich finde es lustig, und sowas ist weitaus weniger anstößig als die Sauferei-Nominierungen, schließlich geht’s auch um eine gute Sache“.

Im Altlandkreis sind sich einige Prominenten und Menschen mit öffentlichen Ämtern überwiegend einig, dass sie sich nicht an der Ice Bucket Challenge beteiligen werden. „Ich bin gerne bereit, zu spenden“, heißt es von vielen Bürgermeistern unabhängig voneinander. „Mich so öffentlich zu präsentieren, in dem man sich einer Eiswasserdusche unterzieht, muss aber echt nicht sein“.

Auch das Eiselfinger Gemeindeoberhaupt ist der Meinung, dass soziales Engagement oder Öffentlichkeitsarbeit anders aussehen könne: „Ich mach gerne alternative Aktionen und bin auch für allerlei Projekte rund um Gesundheit und Soziales gerne engagiert. Mir Eiswasser drüber schütten zu lassen, sehe ich momentan nicht als meine Aufgabe, lieber helfe ich anderweitig mit, um auf Missstände oder Schicksale hinzuweisen. Ein Bürgermeister kann doch auch durch Schirmherrschaft und Spendenbereitschaft helfen, ohne sich selbst öffentlich darzustellen“.

Mit dieser Meinung ist Reinthaler nicht allein. Die Jugendfeuerwehren im Landkreis Rosenheim haben sich vor einigen Monaten verbreitet mit der Cold Water Challenge auseinandergesetzt und an dieser Aktion im Team mitgemacht. Eine Fortsetzung von Videos mit der Ice Bucket Challenge ist vorerst nicht vorgesehen. Der Kreis-Jugendfeuerwehrwart Manuel Pöhmerer erklärt auf Nachfrage, dass die Gruppendynamik, die bei der Cold Water Challenge von Statten ging, mit der Aktion der Ice Bucket Challenge nicht zu vergleichen sei. „Im Unterschied zur Cold Water Challenge ist die Ice Bucket Challenge eine Art „Einzelunternehmen“, das bislang jeder für sich und privat macht. Entsprechend ist es jedem eigenständig überlassen, ob er mitmacht oder nicht. Ich habe mich etwas mit dem Werdegang beschäftigt und finde es persönlich gar nicht schlecht“. Den Zusammenhalt in den Jugendfeuerwehrgruppen würde die Ice Bucket Challenge aber nicht fördern, so Pöhmerer weiter. Darum sei es für Gruppen und Vereine weniger geeignet.

Während Pöhmerer die Ice Bucket Challenge nicht komplett in Frage stellt, formieren sich andere Bürger und behaupten, dass die Spendengelder nicht komplett der Forschungsarbeit zugunsten ALS zukomme. „Es geht viel für die Gehälter der Mitarbeiter der Organisation drauf, außerdem für Verwaltungsarbeiten, ein Drittel der vielen Millionen wird also nicht der Forschung zugeführt. Das finde ich echt schade“, erklärt Esther aus Amerang. Sie spende ohnehin gerne, überwiegend an regionale Einrichtungen. „Was ich trotzdem gut finde ist, dass ich mich wegen dem öffentlichen Weg der Ice Bucket Challenge mit ALS etwas auseinandergesetzt habe“, so Esther gegenüber wasserburg24.de.

Mediziner sehen den möglichen Kälteschock kritisch, für einige Menschen könnte es gesundheitlich gefährlich werden, sich mit Eiswasser zu übergießen, heißt es von Dr. Martin Kellner. Dennoch müsse stets abgewogen werden, eine direkte Warnung könne nicht ausgesprochen werden.

Weiterhin wird im Altlandkreis fleißig über das Für und Wider der Aktion diskutiert.

Mit den Spenden, die während der Ice Bucket Challenge eingehen, soll die ALS-Forschungsarbeit weitergeführt werden. Viele Bürger haben bereits mitgemacht und gespendet. Zudem wurde viel über die Krankheit ALS bekannt.

Quelle: rosenheim24.de

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