Tierhaltung beim Zirkus stets umstritten

Tiere im Zirkus! Läuft immer alles artgerecht?

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Tierhaltung im Zirkus: Es gibt unterschiedliche Meinungen, momentan gastieren viele Zirkusse in der Region
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Landkreis - Drill, schlechte Haltung oder doch alles in Ordnung? In vielen Ortschaften sieht man sie wieder: Die Plakate, Vorankündigungen, dass ein Zirkus gastiert. Deshalb kommen Diskussionen auf, ob Tierhaltung beim Zirkus optimal läuft.

Die einen sehen es also großes Problem an, die anderen belächeln die Sorge! Ist eine Artgerechte Tierhaltung in herumziehenden Zirkussen möglich? In Wasserburg und dem Umland sind viele Menschen davon überzeugt, dass es den Tieren in einem Zirkus nicht gut gehen könne. "Viel zu enge Haltung, Futtermangel und vor allem kein tiergerechtes Leben in und außerhalb der Manege", wettert Ilona Mitterer. Die 29-Jährige ruft dazu auf, Zirkusse, die Tiere halten, einfach zu boykottieren. Es sei ein Zeichen, dass Tierhaltung in einem Zirkus nicht gut laufe, die Besucher solch eine Quälerei nicht in Ordnung fänden, so Mitterer gegenüber wasserburg24.de.

Bereits seit den 1990er-Jahren treten Tierschutz-Organisationen den Zirkusfamilien auf die Fersen. Es wird Wildtierverbot in Zirkussen gefordert, viele Mängel bei der Haltung von Tieren in Zirkussen gemeldet. Ein überarbeitetes Tierschutzgesetzt brächte keinerlei Möglichkeiten, die Tierhaltung in Zirkussen einzuschränken, heißt es von Gegnern.

Es sei zwar eine Ermächtigung zur Einschränkung der Wildtierhaltung im Zirkus neu eingefügt, doch sei ein Eingreifen erst dann angezeigt, wenn Haltung und Transport „nur unter erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden“ erfolge, heiße es in einem Absatz.

"Das ist doch schrecklich", betont Ilona Mitterer und weitere Tierschützer aus der Region. Stress in der Manege, mangelnde Futtergabe, Zirkusleute, die sich mit der Tierhaltung nicht auskennen würden, es sei beschämend, dass im fortschrittlichen Deutschland nicht gegen Tierhaltung im Zirkus besser vorgegangen würde, so Mitterer enttäuscht. Außerdem gehe es nicht "nur" um Wildtierhaltung, sondern um artgerechte und beste Tierhaltung im Allgemeinen beim Zirkus. "Auch der Zirkushund oder die Ponys werden oft unter schlechten Bedingungen gehalten", so die 29-Jährige.

Alles nur Spaß?

Ein Zirkus als Familienbetrieb. In der Region gastieren immer wieder kleine Zirkusse, die für einige Wochen in einer Gemeinde bleiben und dort Vorstellungen geben. "Es ist doch ein schöner Zeitvertreib, mit seinen Kindern in einen Zirkus zu kommen und hier auch Tiere zu sehen", erklärt Bernhard Fischbacher. Der Familienvater mag es besonders gern, wenn es nicht nur Akrobatik und Clowns zu bestaunen gibt, sondern auch Tiere Kunststücke machen. "Kindern gefällt es, wenn es Tiere in einem Zirkus gibt", so Fischbacher. Er verstehe die Tierschützer nicht, hier so einen "Aufstand" zu machen. Natürlich habe Tierquälerei in Deutschland nichts zu suchen, so Fischbacher. Doch es gebe auch unter Privathaushalten oder Landwirten Menschen, die nicht gut zu Tieren seien. "Es gehört schon noch unterschieden, ob man wirklich umgehen kann mit einem Tier oder nicht, aber da sollte man auch bei Privatpersonen nachschauen und nicht nur einen Zirkus im Verdacht haben", findet der 37-jährige aus dem Wasserburger Umland.

Quelle: rosenheim24.de

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