Gelungene Inklusion

"Ganz normal arbeiten – ein tolles Gefühl"

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Wasserburg - Ganz normal arbeiten - für Menschen mit Behinderung ein Traum. Dieser Traum kann aber auch wahr werden, wie ein gelungenes Beispiel aus Wasserburg zeigt.

"Es ist toll 'draußen' zu arbeiten. Die Tätigkeit ist total abwechslungsreich und ich verdiene mehr Geld", sagt die 33-Jährige. Nicole hat aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderung der Stiftung Attl den Sprung in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis bei der Stangelmayer Textilservice GmbH in Wasserburg geschafft – und ist mächtig stolz darauf! 

Ihre Chefin, Angela Findling, ist mit der neuen Mitarbeiterin sehr zufrieden: „Nicole macht das super. Sie hält sich genau an Absprachen und Vereinbarungen, ist sehr offen und kommunikativ und wird an allen Arbeitsplätzen genauso eingesetzt wie all ihre Kolleginnen und Kollegen“, erzählt sie. „Nicole legt sehr großen Wert darauf, genauso behandelt zu werden, wie alle anderen auch.“ 

"Nicole war eine ehrgeizige Leistungsträgerin" 

Dass die 33-Jährige so viel Spaß bei der Arbeit hat, liegt nicht zuletzt daran, dass sie mit Angela Findling eine Chefin hat, die mehrjährige Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderung bei der Arbeit hat und auch bei Stangelmayer einige von ihnen betreut. „Da muss man an der einen oder anderen Stelle schon einmal unterstützen und die richtigen Worte finden“, sagt sie. Die Vorarbeit dafür, dass alles so super klappt, haben unter anderem Astrid Schlegel vom Integrationsfachdienst (IFD) Oberbayern Südost und Kurt Hiebl, bei der Stiftung Attl als Fachkraft zuständig für die Betreuung von Außenarbeitsplätzen, geleistet. 

„Nicole war seit 2012 bei uns beschäftigt. Sie arbeitete im hauswirtschaftlichen Bereich und hat dabei unter anderem Wäsche zusammengelegt. Zudem war sie auch schon an der Auslese- beziehungsweise Sortierungsanlage von der Firma Stangelmayer für die Wäscheverteilung innerhalb der Inntal-Werkstätten tätig. Sie war eine ehrgeizige Leistungsträgerin und hat immer wieder den Wunsch geäußert „draußen arbeiten zu wollen“, berichtet Hiebl. Deshalb ist Astrid Schlegel im April 2016 im Rahmen des Modellprojekts BÜWA (Begleiteter Übergang Werkstatt – allgemeiner Arbeitsmarkt) in die Betreuung der 33-jährigen Wasserburgerin mit eingestiegen und hat sie intensiv bei der Suche nach einem Arbeitsplatz „draußen“ unterstützt. 

Seit viertem Oktober sozialversicherungspflichtig beschäftigt

BÜWA ist eine Kooperationsmaßnahme zwischen dem Bayerischen Sozialministerium, dem Zentrum Bayern Familie und Soziales, dem Bayerischen Bezirkstag und dem Bezirk Oberbayern sowie der Regionaldirektion Bayern der Agentur für Arbeit mit dem Ziel, Beschäftigte aus Werkstätten für Menschen mit Behinderung beim Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt zu unterstützen. Die Maßnahme ist dabei auf eine Dauer von bis zu 27 Monaten angelegt. „Wir haben zunächst in der sogenannten „Vermittlungsqualifizierung“ Nicoles Wünsche und Vorstellungen für den angestrebten Arbeitsplatz erarbeitet und sie für ihre Bewerbung fit gemacht“, erklärt Schlegel. 

“In der zweiten Phase, der „Vertieften Vermittlung“, hat sie Mitte Juli ein Praktikum bei der Firma Stangelmayer begonnen und stand dabei in ständigem Kontakt zu mir“, so die BÜWA-Beraterin weiter. „Nicole hat zunächst Wäsche ausgeschlagen und ist dann ganz schnell in unseren „normalen“ Arbeitsprozess gewechselt“, erzählt Betriebsleiterin Findling. Seit dem vierten Oktober ist die Wasserburgerin sozialversicherungspflichtig bei ihrem neuen Arbeitgeber beschäftigt und hängt bereits routiniert die frisch gewaschene Kleidung an die Bügel, die dann über ein Laufband weiter transportiert werden. 

Viele Leute stehen zur Seite, wenn es mal hakt

Es ist super, dass es bei der Firma Stangelmayer geklappt hat“, freut sich die 33-Jährige, die nun mit ihrem Freund zusammen in einer Schicht arbeitet. Auch Astrid Schneider, die Leiterin im Team Arbeitsvermittlung für Rehabilitanden und Menschen mit Behinderung bei der Agentur für Arbeit Rosenheim, die den Eingliederungszuschuss für die Firma Stangelmayer finanziert, freut sich, dass es mit dem Arbeitsplatz geklappt hat: „Es ist toll, Nicole machen Sie so weiter“, sagt sie. Und wenn es bei der Wasserburgerin doch einmal an der einen oder anderen Stelle hakt, stehen ihr nicht nur ihr Lebenspartner und die Betriebsleiterin, sondern auch Astrid Schlegel im Rahmen der „Beruflichen Sicherung und Nachbetreuung“ mit Rat und Tat zur Seite. 

„Wir telefonieren wöchentlich und sprechen ein- bis zweimal im Monat persönlich“, berichtet sie. „Und manchmal nutzen wir auch WhatsApp.“ Am Ende sind sich Nicoles Weggefährten auf dem Arbeitsweg der vergangenen Jahre einig: „Der Einstieg beim Textilservice Stangelmayer hat prima geklappt und wir wollen alle zusammen unser Bestes geben, damit es so weitergeht. Nicole macht das super und schafft das schon!“

Pressemeldung Agentur für Arbeit Rosenheim

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