Ein letztes Zusammentreffen


Das Abendmahl in Form eines monumentalen Wachsstockes

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Der beschriebene Wachsstock

Wasserburg - In Zeiten von Corona sind Zusammenkünfte untersagt. Auch an Ostern. Das lässt uns daran denken, wie wichtig Gemeinschaft ist und dass wir uns ihrer immer wieder bewusst werden sollten – gerade in Zeiten der Krise.

Die Meldung im Wortlaut:


In der Karwoche stellt das Museum Wasserburg einen Wachsstock aus dem 19. Jahrhundert vor. Er zeigt das letzte Abendmahl. Als letztes Abendmahl wird das Mahl bezeichnet, das Jesus Christus mit den zwölf Aposteln zur Zeit des Pessachfestes vor seinem Tod am Kreuz in Jerusalem feierte.

Der Wachsstock zeigt die Darstellung des Abendmahls und versinnbildlicht das Sakrament der Eucharistie. Die Jünger gruppieren sich um den Tisch an dessen Längsseite Jesus sitzt und das Brot bricht. Im Zentrum der Szene steht der Kelch. Er ist das Symbol des Martyriums Christi und des ewigen Lebens.


Die Szene ist aus einem farbigen Wachsrelief gestaltet, das von Draperien und Kantille eingefasst und mit einem Glas verschlossen ist. Der eigentliche Wachsstock umgibt die Szene und ist mit Zinnschüsselchen, Bordüren, Ranken und Blumen belegt.

Eine echte Kostbarkeit

Das hier verwendete Wachsrelief wurde vielfach hergestellt und häufig verwendet. Der umgebende Wachsstock und die Draperien wurden hingegen immer neu und individuell gestaltet. So liegt heute im Stadtmuseum München ein ähnlicher, aber nicht gleicher Wachsstock vor. Dennoch sind solche prächtigen, großen und individuellen Stücke selten und stellen eine Kostbarkeit dar. Auch in früheren Zeiten waren sie Dekorationsobjekte und wurden zu besonderen Anlässen verschenkt.

Wachsstöcke waren eigentlich eine Sonderform der Kerze. Sie bestehen aus einem aufgewickelten, mit einem Docht durchsetzen Wachsstrang, den man stückweise abwickeln und anzünden konnte. Im ausgehenden 18. Jahrhunderten wurden sie als Geschenk und als Mitgift sehr beliebt. So entstand der Brauch sie schön zu gestalten und mit Heiligenbildern, Liebesschwüren und Blumen zu dekorieren.

Der hier gezeigte Wachsstock konnte im Zuge der Konservierung der städtischen Wachssammlung restauriert werden. So wurde das Relief von einem schneekristallartigen Belag gereinigt und wieder sichtbar gemacht. Ausgebrochene Zierelemente aus Papier, Wachs und Metall wurden wieder befestigt und gelockerte Wachsstränge am unteren und oberen Ende des Objekts gesichert. Im Anschluss gelang die Reinigung aller weiteren Oberflächen.

Pressemeldung Museum Wasserburg

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