Wasserburger Abfallbilanz 2016

"Tonnen-App" - Erste Hilfe für richtige Mülltrennung?

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Wasserburg - Glas, Papier, Restmüll - dass Mülltrennung nicht selbsterklärend ist, zeigen die vielen fragenden Gesichter, die immer wieder erneut vor den Containern stehen und nicht wissen wohin mit ihrem Abfall. Könnte ein übersichtliches Gesamtkonzept Abhilfe schaffen - oder gar eine App fürs Smartphone? 

Sophia Jokisch (Linke Liste) sei bereits öfter aufgefallen, dass die Mülltrennung für Verwirrung sorgt: "Das Rätselraten beginnt doch schon beim Braun- und Grünglas - wo darf was hin?" Jokisch plädiert für eine Zusammenfassung - am besten auf einer großen und übersichtlichen Tafel. Die Mitglieder des Umweltausschusses sind skeptisch. Auch Bernhard Schachner, in der Stadtverwaltung zuständig für die Abfallwirtschaft, hält dagegen: "Laut einer Bürgerbefragung fühlen sich 80 Prozent der Wasserburger gut informiert. Wir haben grüne wie rote Symbole und Stop-Zeichen - unsere Info-Tafeln sind bereits leicht verständlich gehalten." Bürgermeister Michael Kölbl fragt sich, ob mit noch mehr Information nicht eher Irritation denn Aufklärung geschaffen werde. Und ob eine Tafel nicht etwa gar eine Einladung zum Vandalismus sei.

Verstöße bei unerlaubter Müllablagerung rückläufig

Seit nunmehr 22 Jahren überwacht ein privates Unternehmen die Wertstoffinseln in der Stadt. Bernhard Schachner zieht mit 112 Verstößen für das Jahr 2016 eine positive Bilanz und stellt einen erheblichen Rückgangseit der Einführung der Überwachung fest. Die meisten Vergehen wurden im vergangen Jahr an den Inseln im Burgerfeld und in Reitmehring festgestellt, die "Abfallsünder" waren meist männlich und mittleren Alters. "Dass die unter 20-Jährigen keine Verstöße bei der Müllablagerung begehen, liegt wohl daran, dass Mama und Papa trennen", witzelte Kölbl. 

Armin Sinzinger (Wasserburger Block) ist auch in Hinblick auf Info-Tafeln der Meinung, dass der Bürger die Pflicht habe, sich zu informieren: "Ich glaube, jeder Normalbürger weiß genau, wo er was rein werfen darf. Diejenigen, die unerlaubt ihren Abfall ablagern, sind sich im Klaren darüber, dass sie ihren Müll dort nicht einwerfen dürfen."

Positive Reaktionen bei Bio- und Papiertonne 

Wie sieht es bei den Tonnen im eigenen Grundstück aus? "Nach über einem Jahr hat sich die Papiertonne in Wasserburg gut etabliert", erklärt Schachner. 90 Prozent aller gebührenpflichtiger Grundstücke seien angeschlossen. "Inbesondere ältere Bürger schätzen die Papiertonne und sind froh über kurze Wegwerfwege", freut sich Schachner. 

Und auch bei der Biotonne, die ab Januar 2018 eingeführt wird, hat Schachner bisher eine positive Resonanz von den Wasserburgern bekommen: "Es gab noch keine Beschwerden und die Rücklaufquote der Bedarfsanfragen mit 75 Prozent war relativ gut. Bis jetzt haben sich 480 Grundstückseigentümer für die gemeinsame Nutzung der Biotonne mit den Nachbarn entschieden. 300 Haushalte stellten einen Antrag auf Befreiung wegen Eigenkompostierung - wobei viele ihre Entscheidung widerrufen und sich doch für eine Biotonne aussprechen. Etwa 90 Haushalte beantragten die Befreiung aus Platzgründen. Sonderbarerweise finden diejenigen, die damals keinen Platz für die Papiertonne hatten jetzt plötzlich Platz für die Biotonne."

Mülltrennung: Modern, einfach und verständlich 

Auch wenn die Abfallbilanz 2016 positiv ausfiel, der Umweltausschuss möchte die Mülltrennung modernisieren. Womit der Antrag von Sophia Jokisch zu übersichtlichen Abfall-Info-Tafeln wieder präsent wird. Bis zur nächsten Sitzung des Umweltausschusses sollen Entwürfe für einfach verständliche und mehrsprachige Aufkleber für die Containerwertstoffinseln und auch Ideen für Flyer eingeholt werden. Des Weiteren ist die Idee Jokischs noch nicht ganz gestorben, obwohl eine Gesamt-Info-Tafel nicht bei allen Ausschussmitgliedern Begeisterung auslöst. In Überlegung ist zudem eine App fürs Smartphone: Ein spezieller "Tonnen-Alarm" könnte Klarheit in den Dschungel der Mülltrennung bringen. Wie genau das aussehen soll - noch nicht beschlossen.

mb

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