"Es ist ein gutes Gefühl"

Wegen Spende: Mechatroniker als Lebensretter

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Alex Schwaninger und seine Lehrerin Isolde Brandl: Sie war die Initiatiorin der Typisierungsaktion an der Berufsschule in Wasserburg, bei der sich Alex in die Spenderkartei aufnehmen ließ. Prompt kam heraus: Alex kommt als Spender Infrage.
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Wasserburg – Er liebt es, beim Triathlon mitzumachen und ist seit Kurzem ein Lebensretter. Alex Schwaninger konnte Knochenmark spenden und so einer 24-Jährigen eine Chance auf Genesung geben.

Jung, sportlich und enorm engagiert. Alex Schwaninger wurde über Nacht zum Lebensretter. Er hat sich bei der Typisierungsaktion im März diesen Jahres, die an der Berufsschule Wasserburg veranstaltet wurde, als Spender registrieren lassen. Bereits wenige Woche danach stand fest: Alex Schwaninger wäre geeigneter Spender für eine 24-jährige Russin.

TERMIN VORMERKEN:

Am Samstag, den 19. September 2015 findet in Unterreit auf dem Sportgelände des FC Grünthal von 11 bis 16 Uhr ebenfalls eine Typisierungsaktion statt.

„Plötzlich ging alles ganz schnell“, erinnert sich der 20-jährige Kfz-Mechatroniker. aus Wasserburg. Während des Unterrichts an der Berufsschule kam der Anruf, dass er als Spender für eine junge Frau infrage käme. „Ich wurde gefragt, ob ich beide Möglichkeiten der Entnahme von Zellen zustimmen würde, also entweder die über das Blut oder aber auch die operative Entnahme“, erklärt der 20-Jährige. Man einigte sich darauf, dass Knochenmark operativ entnommen  wird, Voruntersuchungen und weitere Beratungsgespräche folgten.

Tag der Entnahme bei starker Hitze

Alex Schwaninger befand sich mitten in den Abschlussprüfungen an der Berufsschule in Wasserburg, als auch der Termin für die Knochenmarkspende anstand. Nach zahlreichen Untersuchungen und Gesprächen kam es zu dem operativen Eingriff. "Es war sehr heißes Sommerwetter, ich musste viel trinken", erinnert sich Alex. War es eine schwere Entscheidung, sich für die Typisierung zu entscheiden, die ja der erste Schritt zur Spende ist? „Nein gar nicht. Florian aus Griesstätt, der ja ebenfalls bereits als Spender helfen konnte und der bei der Typisierungsaktion an der Berufsschule in Wasserburg über den Verlauf der Aktion erzählt hat, ist ein Spezl von mir“, erklärt Alex Schwaninger. Alex hatte sich bereits frühzeitig informiert und war sofort gerne bereit, sich typisieren zu lassen.

Alex: „Ich bin froh, dass ich helfen durfte“

Nach der ersten Gesellenprüfung zum Mechatroniker ist er nach Köln geflogen zur Voruntersuchung. Der Eingriff hat dann nach der praktischen Abschlussprüfung stattgefunden. „In meiner Firma war ich dann einige Tage nicht mehr, danke an meinen Arbeitgeber, der hier Verständnis zeigte“, so Schwaninger.

Nach wenigen Wochen wurde der Eingriff gemacht, der Gesundheitszustand der jungen Patientin machte eine schnelle Entnahme des Knochenmarks nötig. Anfang Juli war OP-Tag für Alex Schwaninger. „Ich hatte keine Angst und eigentlich war das Schlimmste, dass man nachher auf Sandsäckchen liegen sollte“, erinnert sich Alex.

Zwei kleine Einschnitte sieht man noch im Hüftbereich, mehr Spuren hat die Knochenmarkspende nicht hinterlassen. „Das einzige ist, dass ich noch nicht wieder sportlich alles machen kann, was ich so gern mache. Ich muss langsam wieder meine Aktivitäten aufnehmen. Ein Triathlon ist grad noch nicht möglich“ so Alex weiter. Sechs Wochen dauert es ungefähr, bis der Körper wieder „hergestellt“ ist.

Es war ihm eine Herzensangelegenheit

Alex Schwaninger hat sein Knochenmark an eine 24-jährige Russin gegeben.

Er hat ihr bereits nach dem Eingriff einen Brief geschrieben und beste Genesungswünsche in Deutsch und Englisch geschickt.

Das Umfeld, Freundin und Familie, haben die Entscheidung von Alex, eine Knochenmarkspende zu machen, sehr unterstützt. „Alle fanden es toll, dass ich möglicherweise helfen kann“, so der 20-Jährige.

Auch Lehrerin Isolde Brandl von der Berufsschule in Wasserburg wirkt sehr angetan davon, dass durch die Typisierungsaktion an der Berufsschule im März gleich ein Lebensretter bestimmt werden konnte. Brandl war die Initiatorin der Typisierungsaktion.

„Das Besondere ist, dass wir mit unserer zum ersten Mal stattgefundenen Aktion an der Schule gleich einen Schüler haben, der einem anderen Menschen helfen kann. Wir werden auch in den nächsten Jahren Typisierungsaktionen an der Schule durchführen. Die Spende von Alex ist Beweis dafür, dass solche Aktionen wichtig sind“, so Isolde Brandl.

Kontakt ist möglich – anonym

Alex Schwaninger bleibt momentan noch der Spender für die bestimmte Patientin, falls sie erneut Zellen benötigen würde. „Zwei Jahre kann man sich anonym Briefe schreiben, danach – wenn es der Empfänger möchte, könnte auch ein persönlicher Kontakt stattfinden“, erklärt Alex weiter. Nach zwei Jahren kommt Alex wieder auf die allgemeine Liste und könnte auch anderen Patienten helfen, wenn es passt. „Das würde ich natürlich auch wieder machen“, so Alex.

Nach 100 Tagen darf Alex nachfragen, wie es der Patientin geht, ob die Genesung gut verläuft. „Darauf warte ich schon, denn ich wünsche es der 24-Jährigen sehr, dass ich ihr wirklich helfen kann“, kommt es Alex über die Lippen. „Es ist ein gutes Gefühl, Knochenmarkspender sein zu dürfen. Keiner sollte Angst davor haben, es ist wirklich alles nicht schlimm“, macht Alex Schwaninger anderen Mut, die bislang noch zögern. 

Spendenbereitschaft war enorm

Jede Typisierung kostet Geld. Isolde Brandl hatte die Firmen der Schüler angeschrieben und um Spenden für diese Aktion zur Typisierung gebeten. „Ich bin total überwältigt, dass wir so ein positives Zeichen setzen können. Insgesamt kamen über 4.000 Euro herein an Spenden, dafür ein herzliches Dankeschön an die Unternehmen“, betont Brandl.

Quelle: rosenheim24.de

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