Debatte um Verkehrsproblematik in Wasserburg geht weiter 

Von der Angst der Altstadtbewohner bis zur Kritik von Geschäftsleuten 

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Der Altstadtkern Wasserburgs soll verkehrsberuhigt werden. 
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Wasserburg - Flanieren durch die Gassen auf der Halbinsel bereitet sowohl Touristen als auch Einheimischen immer wieder Freude. Mit einer Fußgängerzone aber wäre es noch schöner, finden einige Altstadtbewohner und forderten 2018 eine autofreie Altstadt. Diese Idee rief jedoch auch Kritiker auf den Plan. Die Debatte um eine Verkehrsberuhigung wird so schnell wohl kein Ende finden. 

Inzwischen gehen auch die Geschäftstreibenden auf die Barrikaden. Zuletzt meldete sich Christoph Klobeck vom gleichnamigen Traditionsgeschäft in der Herrengasse zu Wort. Sein Tenor: Für eine Verkehrsberuhigung oder gar -sperrung sehe er keinen Anlass. Das bisherige Konzept im Altstadtkern funktioniere. 

Dieser Meinung ist auch der Wirtschaftliche Verband Wasserburg (WFV), für den Vorstand Moritz Hasselt stellvertretend spricht: "Der Verkehr nimmt zu - aber problematisch ist es eher am Altstadtring und nicht in der Hofstatt. Der Durchgangsverkehr ist nicht das Problem. Das, was als Verkehrschaos in der Hofstatt wahrgenommen wird, sind die parkenden Autos." 

Kritik von den Räten an WFV unter der Gürtellinie

Heftige Kritik musste der WFV zuletzt in der Stadtratssitzung im Juli 2019 einstecken. "Pipifax-Lösung", "Erpressung" oder "Blockadehaltung" warfen einige Ratsmitglieder dem WFV vor, der sich - wie viele andere Bürger auch - in Absprache mit dem Vorstand um eine Kompromiss-Lösung bemühte und diese bei der Stadt einreichte. 

Vorschläge für eine verbesserte Verkehrsführung einzubringen - dazu forderte Bürgermeister Michael Kölbl die Wasserburger in der Bürgerfragestunde im Juni 2019 auf. Im Rahmen dieser gut besuchten Fragestunde wurde von Seiten der Stadt auch eine Lösung vorgestellt: Ein Pfosten sollte es richten und die Färber- und Herrengassen jeweils in Einbahnstraßen verwandeln. Die Bürger zeigten sich von dieser Variante zwiegespalten - am Ende war die Pfostenlösung nach der erneuten kontroversen Beratung im Stadtrat im Juli und einem gescheiterten Fahrversuch von Stadtbaumeisterin Mechthild Herrmann und der Polizei vom Tisch. 

Sorge um Kinder der Auslöser

Der Ursprung der Diskussion liegt in einem Wunsch, den eine Gruppe Altstadtbewohner - fast alles Eltern kleiner Kindern, die aufgrund des Verkehrs im Altstadtbereich um die Sicherheit ihrer Kleinen fürchten - im Mai 2018 äußerte. Sie sammelten über mehrere Wochen hinweg Unterschriften von Befürwortern ihres Anliegens, die Hofstatt - zumindest am Wochenende - autofrei zu halten. Rund 400 Unterschriften kamen bis Juni 2018 zusammen. 

Diesem Wunsch entgegen stand von Anbeginn der WFV: Moritz Hasselt, dem das Schmuckgeschäft "InnTime" gehört, erklärte im Namen des Verbands, eine autofreie Hofstatt durch eine Sperrung wäre eine "Katastrophe": "Dann ist die Wasserburger Innenstadt tot", ist Hasselt überzeugt. Der WFV startete deshalb eine Gegen-Unterschriftenaktion: 4000 Bürger unterschrieben am Ende gegen eine etwaige Sperrung im Altstadtkern. 

mb

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