Unterschriftenaktion gegen Verkehrsberuhigung in der Oberen Innstraße in Wasserburg

Anwohner „stinksauer“: „Die wenigen Parkplätze, die wir noch haben, werden uns genommen“

Heinz Wollny Initiator Unterschriftenaktion gegen Parkplatz-Reduzierung Obere Innstraße
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Heinz Wollny ist Initiator einer Unterschriftenaktion, in der Anwohner der Oberen Innstraße und der Landwehrstraße gegen eine Parkplatz-Reduzierung in der Wasserburger Altstadt mobil machen.

Wasserburg - Dass durch die geplante Verkehrsberuhigung an der Oberen Innstraße im Bereich der Realschule Parkplätze künftig wegfallen missfällt vor allem Anwohnern. Sie machen mit einer Unterschriftenaktion gegen die Pläne der Stadt mobil.

Die Zahl der kostenfreien Parkplätze in der Altstadt schwindet. Im Rahmen der geplanten Verkehrsberuhigung sollen nun auch an der Oberen Innstraße in Richtung Realschule/Kindergarten Stellplätze reduziert werden, bestätigte Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann jüngst im Gespräch mit wasserburg24.de.


Unterschriftenaktion gegen Stellplatz-Reduzierung in der Oberen Innstraße

Doch es scheint, als hätte die Stadt die Rechnung ohne die Anwohner gemacht. Denn die wollen es nicht länger hinnehmen, dass es für sie in der Altstadt immer weniger Möglichkeiten gibt, ihre Fahrzeuge kostenlos abzustellen. Allen voran: Heinz Wollny. Er wohnt am Heisererplatz und hat es satt: Gegen den geplanten Wegfall von Stellplätzen wegen der geplanten baulichen Veränderungen an der Realschule und dem Kindergarte hat er eine Unterschriftenaktion gestartet. An zahlreichen Fahrzeugen rund um die Realschule hat er handschriftliche Zettel verteilt, auf denen dazu aufgerufen wird, gegen die geplante Maßnahme zu protestieren.


23 Rückmeldungen hat Wollny inzwischen, alle durchweg positiv: „Die Leute in Wasserburg sind stinksauer. Es gibt kaum mehr Plätze zum Parken - und jetzt sollen weitere Flächen weg kommen? Gerade an der Realschule, an dem wir Anwohner die ohnehin raren Plätze mit den Lehrern teilen müssen.“ Denn die Stadt habe den Bereich hinter der Turnhalle explizit für Lehrerparkplätze verpachtet.

An zahlreichen Fahrzeugen rund um die Realschule fanden sich seit dem 14. Oktober Zettel, auf denen dazu aufgerufen wird, sich als Anwohner gegen die baulichen Pläne der Stadt in der Oberen Innstraße zur Wehr zu setzen.

Trotz Anwohner-Karte keine Garantie auf einen Stellplatz in den Wasserburger Parkhäusern

Gleich nachdem erste Ergebnisse aus der Verkehrsklausur - darunter die geplante Verkehrsberuhigung in der Oberen Innstraße - durchgesickert sind, hat Wollny das Gespräch mit der Stadtbaumeisterin gesucht. Sein Ziel: Der Stadtrat soll von der Maßnahme der geplanten Verkehrsberuhigung und dem damit verbundenen Wegfall an Stellplätzen im Altstadtkern Abstand nehmen. Der 71-Jährige zeigt sich weiter kämpferisch: „Ich versuche, so viele Unterschriften wie möglich zu sammeln. Die wenigen Parkplätze, die wir noch haben, werden uns genommen. Dagegen setzen wir uns jetzt zur Wehr.“

Eure Meinung zur Unterschriftenaktion der Anwohner: Stimmt gerne ab im Voting

Wollny versteht nicht, warum es in Wasserburg keine Anwohner-Parkplätze gibt - in anderen Städten funktioniere das ja auch. Natürlich gebe es Parkmöglichkeiten in den Parkhäusern sowie an der Rampe. Aber: „Selbst wenn wir uns die Anwohner-Karte für 200 Euro im Jahr kaufen, eine Garantie auf einen Parkplatz hat man deshalb nicht. Und wer abends von der Arbeit nach Hause kommt, hat keine Chance mehr, einen freien Platz zu ergattern.“

Parkplatzsituation im Wasserburger Altstadtkern spitzt sich zu

Bereits vor einiger Zeit hat die Akademie der Sozialverwaltung ihren Parkraum für die Öffentlichkeit gesperrt - wegen der Einführung der Parkhausgebühren. Seit Anfang Oktober gibt es nun auch am Kaspar-Aiblinger-Platz nahe der Polizeiinspektion eine neue Regelung: Hier dürfen ab sofort nur mehr Fahrzeuge mit Sonderausweis stehen. Und nun soll aus der Oberen Innstraße und Teilen der Landwehrstraße ein verkehrsberuhigter Bereich werden, was wiederum eine Reduzierung von Parkplätzen bedeutet.

Neue Regelung am Kaspar-Aiblinger-Platz in der Nähe der Polizeiinspektion: Ab sofort darf hier nur mehr die Polizei mit Sonderausweis parken.

Die Thematik der kostenfreien Parkplatzsituation wird vermutlich in der kommenden Sitzung des Stadtrats am 29. Oktober aufgegriffen. Im Rahmen der Sitzung werden auch die weiteren Ergebnisse aus der Verkehrsklausur vom 10. Oktober öffentlich vorgestellt.

mb

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