Die Ausstellung im Museum Wasserburg

Die Reinlichkeit betreffend: Vom früheren Umgang mit der Hygiene

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Wasserburg - Das Museum Wasserburg zeigt ab 8. März die vielfältigen Ideen und kreativen Lösungen, wie man früher badete, welches Puder gegen "Gerüche" half und mit welchen Gerätschaften der anstrengende Waschtag bewältigt wurde. 


Bis weit ins 19. Jahrhundert führten gerade in den dicht besiedelten Städten ein sorgloser Umgang mit Ausscheidungen, eine dichte Nutztierhaltung und eine ungeregelte Entsorgung von Abfällen zu verdreckten Straßen, verseuchtem Trinkwasser und der Ausbreitung von Krankheiten.

Wie sah die Situation in einer oberbayerischen Kleinstadt aus? 

Auch in Wasserburg wurden im Jahr 1885 noch über 2.000 Nutztiere auf der Halbinsel gehalten, deren Dung auf öffentlichen Plätzen abgelagert wurde. Bei Regen spülte das Wasser Fäkalien und Unrat aus den Reihen zwischen den Häusern auf die ungepflasterten Straßen und die stinkenden Abortgruben der Altstadthäuser waren ein Grund für wiederkehrende Streitereien unter Nachbarn. Das Wasser aus den Brunnen war genauso ungenießbar wie das aus der hölzernen städtischen Wasserleitung, in der sich die vielfältigsten Tierchen tummelten. 
Die Seuchenzüge der Cholera ließen die Verantwortlichen aufhorchen. Die Hygiene wurde als Wissenschaft an der Universität etabliert, Ärzte entwickelten Möglichkeiten, Hände und Wunden zu desinfizieren, Louis Pasteur erkannte die Bedeutung der Mikrobiologie und Robert Koch konnte zum ersten Mal einen Erreger außerhalb des menschlichen Körpers erforschen.

Staatliche und kommunale Behörden unternahmen große Anstrengungen. Die Städte erhielten Kanalisationen und eine Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Ärzte, Hebammen und Lehrer bemühten sich um gesundheitliche Aufklärung und eine Straßenreinigung wurde eingeführt. Auch in Wasserburg waren diese Anstrengungen von Erfolg gekrönt.

Vielfältiges Begleitprogramm

Neben der öffentlichen Hygiene wirft die Ausstellung auch einen Blick ins Private. So wird die Kulturgeschichte des stillen Örtchens erzählt und die Besucher können auf einem Plumpsklo Platz nehmen. Zu sehen ist sowohl der Toilettentisch der feinen Damen als auch die Sitzbadewanne des kleinen Mannes. Der Besucher erfährt, wie es damals um die persönliche Körperhygiene bestellt war, was die Damen und Herren eigentlich darunter trugen und wie anstrengend ein Waschtag war. Viele der Ausstellungsstücke lassen uns dabei schmunzeln, andere eher schaudern. Kleine Mitmachstationen gestalten den Besuch für Kinder abwechslungsreich und unterhaltsam.

Während der Ausstellungsdauer werden offene Führungen für Erwachsene und Familien angeboten. Auch Schulklassen sind herzlich eingeladen, mehr über die Hygieneverhältnisse früher und die Bedeutung des Händewaschens zu erfahren.

Pressemeldung Museum Wasserburg

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