Spektakuläre Fällarbeiten in der Wasserburger Burgau

Baumkletterer Willi Ziegler wagt sich in schwindelerregende Höhe 

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Baumkletterer Willi Ziegler am Boden (links) und hoch über den Baumwipfeln im Burgauholz. 
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Wasserburg - Der Eschenwald in der Burgau ist nicht mehr zu retten. Umfangreiche Fällarbeiten stehen dem Burgauholz bevor. Gesperrt ist deshalb die Köbingerbergstraße bereits seit Montag - die eigentlichen Arbeiten mit dem Kran starteten am Dienstagvormittag, 12. Februar, und laufen nun auf Hochtouren. 

Weil von oben das "Falsche Weiße Stengelbecherchen" und am Stamm von unten der "Hallimasch" angreift, können die Eschen nicht erhalten bleiben. Langfristig würden sie ihre Standfestigkeit einbüßen und umstürzen - was bei der Hanglage an der "Schanz" plötzlich zu einer gefährlichen Situation für Passanten oder Autofahrer werden kann. 

Deshalb entschied sich die Stadt, das Bauamt und der zuständige Revierförster Ludwig Krug vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für die Fällarbeiten Mitte Februar. 

Wichtig sei den Verantwortlichen dabei, dass es sich nicht um einen Kahlschlag handle. Bäume, in denen sich Bruthöhlen befinden oder die wertvoll zu erhalten seien, würden entsprechend in individuellen Höhen geschnitten. 

Einige morsche Eschen wurden bereits gefällt.  

Arbeiten mithilfe 70 Meter hohen Krans

Aufgrund der Hanglage gestalten sich die Arbeiten schwierig - unerlässlich ist deshalb der Einsatz von Baumkletterer Willi Ziegler, der rund um Wasserburg schon viele Bäume gestutzt hat. Der Wasserburger ist Experte für Baumpflege - auch in schwindelerregenden Höhen.

Mit einem 70 Meter hohen Kran wird Ziegler auf Höhe der Kronen hinaufgefahren. Gesichert durch ein Doppelseil sucht er sich einen Ankerpunkt, von dem aus er sich zu Boden abseilt. Dort wird die Motorsäge angesetzt. Der Kran wird in der Burgau mit Zusatzgewichten beschwert, damit er nicht umfällt. Er schwenkt den angehängten Baum aus der Gefahrenzone. Und fliegt ihn über die Wipfel. Dann setzt ihn auf einem Sammelplatz zur Landung ab. Die erkrankten Eschen werden so aus dem Gefälle gehoben, damit sie die angrenzenden Wohnhäuser nicht gefährden. 

Aus leichtem Schneefall und Wind am Morgen wurden beinahe blauer Himmel und Sonne - beste Bedingungen erwarten die Arbeiter am ersten Tag der Fällungen. Das Wetter, so erklärt es Ziegler auf Nachfrage von wasserburg24.de, würden ihnen wohl keinen Strich durch die Rechnung machen. Schon am Vormittag gab es grünes Licht für die Arbeiten hoch oben in den Wipfeln der Bäume. 

70 Meter hoch zieht der Kran Baumkletterer Willi Ziegler. 

Vorerst keine Nachpflanzungen nötig 

Ob sich der Eschenbestand dauerhaft erholt, bleibt abzuwarten - im Bauamt ist man aber guter Dinge, dass sich der sonnenbeschienene Hang schnell regeneriere. Davon geht Robert Mayerhofer vom Bauamt Wasserburg aus, der die Arbeiten gemeinsam mit Revierförster Krug begleitet. "Die Naturverjüngungen funktioniert in dem Berich so gut, sodass wir wohl vorerst keine Nachpflanzungen vornehmen müssen", erklärt Mayerhofer. "Junge Ahornbäume, Buchen oder Eichen gehen in der Hanglage bereits auf." 

Wieviele Bäume genau weichen müssen und wie sich die Kosten gestalten, das könne man laut Mayerhofer erst gen Ende der Arbeiten sagen. 

Voraussichtlich bis Freitag werden die Arbeiten andauern - das hängt aber auch davon ab, wie schnell die Fällmaßnahmen vorangehen. Deshalb bleibt die Köbingerbergstraße bis Freitag, 15. Februar, für Autofahrer gesperrt. Fußgänger aber können die Straße weiter passieren. 

Willi Ziegler in Aktion. 

mb

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