Baumfällung am Innsalzach-Klinikum heiß diskutiert

"Idefix" wacht über Wasserburgs Bäume 

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Eine hitzige Debatte entbrannte im Stadtrat aufgrund der gefällten Eichen auf dem Gelände des Innsalzach-Klinikum.
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Wasserburg - Eine hitzige Debatte entbrannte in der gestrigen Stadtratssitzung vom 9. März. Der Grund: Die Baumfällung im Zuge der Bauarbeiten für den Klinikneubau im Innsalzach-Klinikum. Ein Baum brachte die Räte ordentlich auf die Palme:

Bürgermeister Michael Kölbl eröffnete die Sitzung mit einem zusätzlichen Tagesordnungspunkt, der die Baumfällarbeiten im Innsalzach-Klinikum betrifft: "Es geht um eine weitere Eiche, die ebenfalls unter Schutz stand und nach deren Fällung die Stimmung im Stadtrat seitdem sehr aufgebracht ist."

Bereits im Vorfeld gab es kontroverse Diskussionen um die Fällung der unter Denkmalschutz stehenden alten Eiche. Diese musste auf dem Gelände des Innsalzach-Klinikums am 14. Februar weichen. Zwei Tage später mussten zwei weitere Eichen daneben dran glauben. Das Problem: Der gefällte dritte Baum sei kerngesund gewesen, das habe man deutlich am Schnitt des Baumes erkannt. Warum er trotzdem gefällt wurde, stößt im Stadtrat auf Unverständnis.

Krone war um bis zu 80 Prozent geneigt

Simon Wankner, Landschaftsarchitekt und Stadtplaner vom "Büro Wankner und Fischer" erklärte dem Gremium, es sei bei den Fällarbeiten nichts falsch gemacht worden: "Die Neigung und Ausrichtung des Baumes waren ausschlaggebend für die Fällung. Die Krone hat sich bereits um bis zu 80 Prozent geneigt, was die Gefahr des Fallens erheblich vergrößerte." Die Eiche sei laut des Bebauungsplans konform gefällt worden.

Peter Stenger (SPD) sieht das ganz anders und droht damit, Simon Wenkner wegen der Fällung anzuzeigen. Er prangert an, Wenkner habe sich mit der Fällung über die Verabschiedung des gesamten Stadtrates hinweg gesetzt: "Weder die Verwaltung noch die Räte wurden über die Fällung der dritten Eiche informiert. "Sind wir denn hier in einer Banenrepublik?", wetterte Stenger. "Der Stadtrat hätte erst sein OK geben müssen." Darüber hinaus bezweifelt Stenger den Fällungsgrund, die Beeinträchtigung der Standsicherheit des Baums: "Als wenn in der Natur alles gerade wachsen würde."

Lorenz Huber als Umweltreferent der Stadt Wasserburg kann den Ärger von Stadtratskollege Stenger nachvollziehen. Nach der Fällung der ersten Eiche habe man keinerlei Sensibilität dazugewonnen. "Mich ärgert nicht, dass die dritte Eiche jetzt weg ist, er hatte eh keine Zukunft auf dem Gelände. Was mir stinkt, ist die Vorgehensweise." Auch dass eine 30 Jahre alte Trauerweide jetzt verpflanzt werden soll, hält Huber für "rausgeschmissenes Geld." Vielmehr sollten stattdessen drei junge Eichen nachgepflanzt werden. 

"Idefix" hat ein Auge auf die Bäume

Abschließend wurden Asterix und Obelix als Vergleich herangezogen - genauer gesagt Idefix, der kleine Hund von Obelix, der furchtbar traurig wird, sobald ein Baum gefällt wird: "Wir sind alle kleine Idefixe, die ganz laut heulen, sobald auch nur ein Baum umgeschnitten wird", droht Huber in Richtung Wankner. 

Gemeinschaftlich folgte zum Schluss der hitzigen Debatte ein Appell der Räte an Peter Stenger. Er solle sich die Sache mit der Anzeige noch einmal überlegen. Simon Wankner habe nun genug Informationen bekommen, er werde sich wohl künftig nicht mehr trauen, einen Ast ohne Zustimmung umzuschneiden.

mb 

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