Klinikneubau in Wasserburg

Zwei Bauherren für ein Großprojekt

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Dr. Theodor Danzl erklärt die Planungen des Neubaus für das Kbo Inn-Salzach-Klinikums
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Wasserburg - Die Planungen für neue Gebäude des Kbo-Inn-Salzach-Klinikums und der RoMed-Klinik laufen schon lange. Die Ideen nehmen Form an. Bislang nur auf Papier. Doch es läuft gut.

Der Geschäftsführer des Kbo-Inn-Salzach-Klinikums, Dr. Theodor Danzl, zeigt sich optimistisch. Im Gespräch mit der Redaktion wagt er Prognosen, wann die ersten Bauabschnitte für die neuen Gebäude des Kbo Inn-Salzach-Klinikums und der RoMed-Klinik stehen könnten. Ende 2019 sei es möglich, mit ersten Teilen fertig zu werden. Es geht um 40 Tausend Quadratmeter Nutzfläche.

Wasserburg24: „Herr Dr. Danzl, es wird viel über das große Bauobjekt spekuliert. Was entsteht überhaupt?“

Dr. Theodor Danzl: „Es entstehen zwei getrennte Klinikbauten, die miteinander verbunden sind. Und zwar hier auf dem Standort des Kbo Inn-Salzach-Klinikums in Gabersee. Wir vom Kbo Inn-Salzach-Klinikum bauen eine komplett neue Psychiatrie mit knapp 500 Betten. Das RoMed-Klinikum baut ein neues Grundversorgungskrankenhaus mit ca. 130 Betten hier am Standort. Die beiden Baukörper sind über ein zentrales Eingangsgebäude verbunden. Es entsteht also optisch der Eindruck, es handle sich um ein riesiges Krankenhaus mit gemeinsamem Zugangsbereich. Doch die beiden Kliniken sind räumlich so weit getrennt wie möglich.

Wasserburg24: „Warum?“

Dr. Theodor Danzl: „Das hat den einfachen Grund, dass es in einem so großen Betrieb mit der Kostenteilung sonst problematisch werden könnte. Was man baulich vernünftig trennen kann, macht später im Betrieb keine Probleme bei der Abrechnung“.

Wasserburg24: „Eine Menge Kosten stehen in Raum für die Realisierung des Vorhabens. Könnte es am Finanziellen noch scheitern?“

Dr. Theodor Danzl: „Es kann freilich immer irgendetwas passieren, das eine Förderung nicht möglich macht. Doch die Planungen und Fördermöglichkeiten, die bislang angedacht sind, geben uns Grund zu der Annahme, dass dem Projekt nichts mehr im Weg steht. Der Freistaat Bayern hat für beide Kliniken schon Förderungen in Aussicht gestellt“.

Wasserburg24: „Aus welchem Grund haben sich die Verantwortlichen für ein gemeinsames Großprojekt entschieden?“

Dr. Theodor Danzl: „Es vereinfacht den Klinikalltag. Der Freistaat Bayern hat großes Interesse an diesem Modell. Nichts anderes ist dieses Bauvorhaben nämlich. Ein Modell, das es in Bayern so bislang nicht gibt. Das Vorhaben schafft Synergien. Wir arbeiten auch jetzt schon mit dem RoMed-Klinikum gut zusammen. Logischerweise haben psychisch kranke Menschen teilweise auch somatische Erkrankungen, während auch umgekehrt viele somatisch erkrankte Menschen psychische Probleme haben.

Die Kooperation zwischen den beiden Kliniken funktioniert also seit langem ohnehin schon sehr gut. Für den momentanen Alltag der Zusammenarbeit bedeutet es, dass ein regelmäßiger Pendelverkehr zwischen den beiden Kliniken herrscht. Diese Wege werden natürlich dann wegfallen. Zukünftig können Patienten hausintern befördert werden. Zweiter wichtiger Punkt ist, dass tatsächlich Kosten gespart werden können.

Wichtige Geräte und Apparate wie etwa für die bildgebende Diagnostik müssen nicht doppelt für beide Kliniken angeschafft werden. Röntgen, Computertomographie, Kernspint, oder aber auch die Laboreinrichtungen und der technische Dienst sowie Ergotherapie und Krankengymnastik können dann von beiden Kliniken gleichermaßen genutzt werden. Bislang müssen viele dieser Dinge in beiden Kliniken eigenständig bedient werden. Eine gemeinsame Nutzung spart im täglichen Betrieb viel Geld.“

Wasserburg24: „Und es spart Personal. Verlieren dann womöglich einige bisherige Mitarbeiter genau solcher Angebote ihren Job?“

Dr. Theodor Danzl: „Nein, ganz bestimmt nicht. Gerade diese Hightech-Bereiche beschäftigen ohnehin nicht besonders viele Menschen. Im Labor ist ebenfalls alles hochtechnisiert. Doch der Vorteil ist einfach, dass diese besonders teuren Geräte durch zwei Kliniken besser ausgelastet werden. Wenn beispielsweise ein Laborautomat einige Hunderthausend Euro in der Anschaffung kostet, merkt man durchaus, welche Kosteneinsparung durch gemeinsame Nutzung der Kliniken entsteht. Niemand muss Angst haben, seinen Arbeitsplatz zu verlieren.

Ich bin mir sicher, dass durch Fluktuation und Berentungen alles abgefangen werden kann. Keinem wird der Job genommen  - im Gegenteil – wir tun uns sogar zunehmend schwer, Fachkräfte zu bekommen.“

Wasserburg24: „Was passiert mit dem bestehendem Dorfcharakter von Gabersee?“

Dr. Theodor Danzl: „Das jetzige Gabersee bleibt im Großen und Ganzen so wie es ist. Mit Einschränkungen. Diese alten, denkmalgeschützten Backsteinbauten bleiben völlig unangetastet. Geht auch gar nicht anders, weil bei unserer Bauplanung der Denkmalschutz mit im Boot ist.

Auch die Stadtbaumeisterin Mechtilde Herrmann ist stetig involviert. Wichtigstes Ziel ist es, dass sich die Neubauten harmonisch in das bestehende Areal integrieren lassen. Was wir jedoch wegreißen werden, sind diese Plattenbauten aus den 60er-Jahren. Die jetzige Neurologie wird in den künftigen Neubau ziehen. Auch die Intensivstation wird sich dort einfinden. Das bisherige Gebäude ist substantiell bereits verbraucht. Wärmedämmung ist nicht mehr zeitgemäß. Auch der gesamte Bereich beim Hochhaus wird der Spitzhake zum Opfer fallen, ebenso wie unsere Häuser 50 und 51.

Diese Pavillions in L-Form sind ebenfalls aus den späten 60er-Jahren. Insgesamt werden wir am Ortsbild nur gewinnen. Der Dorfcharakter wird bleiben."

Wasserburg24: „Was passiert mit freiwerdenden Gebäuden, deren Stationen dann in den Neubau ziehen?“

Dr. Theodor Danzl: „Wir werden nur die Sachen bauen, die wir neu brauchen. Das ist eben der stationäre Bereich. Wenn die Gebäude freiwerden, können sie dementsprechend praktisch umgebaut werden, und den Einrichtungen, die in den alten, dann abgerissenen Blöcken, eingebettet waren, eine gute Herberge bieten.

Zum Beispiel wird unsere Krankenpflegeschule in Zukunft in umgebaute Pavillions ziehen. Wir werden langfristig auch die Verwaltung im Haus 7 wegreißen. Mittelfristig werden also auch die Büros der Verwaltung in andere bestehende Gebäude ziehen. Die alten Energieschleudern, um es mal grob auszudrücken, werden wir durch die Baumaßnahmen und die dadurch ermöglichten Umstrukturierungen, dann los. Für die anderen Gebäude haben wir eine Nachnutzung. Und die Denkmalgeschützten Gebäude können wir dadurch erhalten und mit Leben füllen“.

Wasserburg24: „Danke für die Informationen, Herr Dr. Danzl.“

Die Backsteinbauten bleiben erhalten, ebenso wie der Dorfcharakter in Gabersee

Derzeit laufen die Bauabstimmungsbesprechungen. Ein Architekturbüro in Berlin hat den Generalplanauftrag. Doch es gibt noch keinen tragenden Entwurf. In die Planung werden die Mitarbeiter mit eingebunden. Dadurch können die praktischen Abläufe optimiert werden. Funktionalität ist gefragt. Außerdem bestehe eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt Wasserburg, Kbo Inn-Salzach-Klinikum und RoMed, die sehr gut laufe.

Orientieren werden sich die Verantwortlichen wohl an den Ideen des Städtebaulichen Wettbewerbs. Es werden letztendlich fünf Baukörper gebaut. Doch die Topographie mit dem Hang stellt eine Herausforderung dar.

Dr. Theodor Danzl sagte abschließend, dass auch die Höhe der neuen Gebäude im niederen Segment bleiben werde. Auf hohe Monsterbauten müssten sich die Bürger nicht einstellen. 

Quelle: rosenheim24.de

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