"Neues Spiel, neues Glück" - vor dem Bundesverwaltungsgericht? 

ProBahn kämpft für Wasserburger Altstadtbahn: "Ziehen diese Geschichte durch" 

+
So könnte es aussehen, wenn die Trassen in die Altstadt reaktiviert werden würden. Die Fotomontage von Fotograf John Cater zeigt den möglichen Bahnhof in der Altstadt Wasserburg. 
  • schließen

Wasserburg - Jetzt entscheidet die höchste Instanz: Das Tauziehen um die Wiederbelebung der Altstadtbahn landet vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Die Befürworter von ProBahn wollen Revision einlegen gegen das Urteil aus München. 

Im Juli 2019 wies das Verwaltungsgericht in München die Berufung des Konsortiums der Altstadtbahn GbR - bestehend aus den Firmen BayernBahn GmbH, Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH, Innrail und dem Fahrgastverband Pro Bahn - für eine Wiederbelebung der Stadtstrecke am Inn-Ufer von Wasserburg, zurück. 

ProBahn-Vorstand Norbert Moy kämpft für die Wiederbelebung der stillgelegten Wasserburger Altstadtbahn. 

"Kein Grund für uns aufzugeben", betont ProBahn-Vorstand Norbert Moy und zeigt sich einmal mehr kämpferisch im Gespräch mit wasserburg24.de, als er betont, dass man Revision gegen das Münchner Urteil einlegen wolle: "Wir sind bereits ein Stück weitergekommen und ziehen diese Geschichte auf jeden Fall durch."
Man rechne sich auch durchaus Chancen auf einen Erfolg aus, der Rechtsbeistand der Befürworter sei Experte im Eisenbahnrecht - auch er habe den Befürwortern Mut gemacht. 

Trasse am Inn-Ufer für Schienenverkehr erhalten 

Zudem, so führt Moy die Visionen und Argumente von ProBahn weiter aus, bekäme die Ortsgruppe durch die aktuelle Debatte rund um den Klimaschutz Rückwind: "Die Klimaziele sind nur mit dem Ausbau des Schienenverkehrs zu erreichen. Gerade im Speckgürtel München und in Oberbayern muss der Schienenverkehr ausgebaut werden. Wir sehen für Wasserburg große Chancen, wenn die Bürger mit der Altstadtbahn bis auf die Halbinsel Wasserburgs fahren können. Es geht doch nicht, dass man die Passanten in Reitmehring stehen und sie mit Diesel-Bussen weiter pendeln lässt." 

Wann ein Termin in Leipzig einberufen werde, sei noch völlig offen. Doch Moy sieht das gelassen: "Die Debatte zieht sich nun schon so lange, da kommt es auf ein paar Monate mehr oder weniger auch nicht mehr an. Uns geht es darum, die Strecke, die in ihrem jetzigen Stand als gesichert gilt, langfristig für den Schienenverkehr zu erhalten." 

Offene Fragen für das Bundesverwaltungsgericht

Des Weiteren seien auch nach der Urteilssprechung in München einige Fragen offen, beispielsweise die Sache mit der Betriebspflicht, aus der sich die Stadt Wasserburg laut Moy habe "herausreden" wollen: "In diesem Punkt war sich auch das Münchner Gericht nicht ganz sicher und deshalb sollen das die Leipziger Richter klären. Normalerweise gilt die Sicherungspflicht auch ohne aufgenommenen Betrieb, für die Betriebsaufnahme reicht schon die Bestellung von Personal." 

Die Wiederbelebung der seit über 30 Jahren stillgelegte Wasserburger Stadtstrecke sei Moy zufolge auch "von Relevanz für andere stillgelegte Strecken in Deutschland". Das Bundesverwaltungsgericht habe in vielen bereits behandelten Fällen pro Erhalt der Eisenbahninfrastruktur entschieden. 

"Es bleibt spannend, wie das Gericht in Leipzig unseren Fall einschätzt - eine Prognose aber wagen wir nicht", betont Moy zum Abschluss. "Für uns ist es aber nicht ganz aussichtslos. Wie heißt es so schön: 'Neues Spiel, neues Glück ...'

mb 

Zurück zur Übersicht: Wasserburg

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT