Modewort Inklusion – wie praktiziert es die Region?

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Der Inklusion eine Chance geben - auch im Alltag
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Wasserburg - Die heutige, sehr lebendige, Zeit, nennt sich aufgeschlossen. Viele aus der Region zeigen sich auch so. Wasserburg24 ist dem Zwiespalt auf den Grund gegangen.

Mit Toleranz, Hilfsbereitschaft und Selbstsicherheit wird das Thema Inklusion zum Modewort.

Mehr noch: Manchmal wird Inklusion zum Werbeslogan.

Die UN-Menschenrechtskonvention hat die Inklusion gezielt festgelegt. „Die Frage könne nicht sein, setzt man es um oder nicht, sondern die Frage müsse vielmehr sein, wie setzt man es um“, heißt es vom langjährigen Mitarbeiter der Stiftung.

Michael Wagner ist zuständig für die Unternehmenskommunikation der Stiftung Attl. Er ist sich sicher, dass Inklusion zwar ganzheitlich gesehen werden muss, dies aber nicht von heut auf morgen funktioniere.

Einzelne Projekte, sowohl im Kleinen als auch im Großen seien hilfreich, um der Inklusion einen Rahmen zu geben.

Etwa Wohngruppen in Gemeindegebieten vor Ort. „Wir sind auf einem guten Weg, wenn man bedenkt, dass fast ein Drittel unserer Wohnplätze nicht mehr in der Stiftung selbst, sondern in den Gemeinden vor Ort und somit gut eingebunden sind“.

Auch im Berufsalltag sei eine Behinderung kein Hinderungsgrund mehr, um in einer Firma mit Menschen ohne Handicap zu arbeiten.

Die Attler Inntal-Werkstätten vermitteln seit Jahren Beschäftigte mit Behinderung in sogenannten Außenarbeitsplätzen an Unternehmen der Region.

Auch Veranstaltungen gelten als Förderung der Inklusion: „Bestes Beispiel ist der Attler Lauf, bei dem sich Spitzen- und Breitensportler aus der Region mit Menschen mit Behinderung zusammentun, um gemeinsam die Atmosphäre zu genießen. Leistung steht hier nicht im Vordergrund. Es ist ein Volkslauf, bei dem es nicht speziell darum geht, wer gewinnt“. Das Umfeld sei sehr offen für das Besondere.

Die jüngere Generation gehe teils enorm lässig mit dem Thema um. Integrative Kindergärten, Kooperationsklassen, der Zusammenhalt unterschiedlichster Menschen wird immer wichtiger. Beim Spiele- und Begegnungsnachmittag in der Stiftung Attl merke man, dass Kinder oft sehr unverkrampft an die Thematik Behinderung herangehen, wird berichtet. Dies sei der beste Weg, normal damit umzugehen.

Wirklich alles easy?

Inklusion ist verbreitet, und wird gehandelt. Mal gut und mal weniger attraktiv.

In einigen Schulen der Region gibt es fantastische Erfahrungsberichte, was Kooperationsklassen betrifft.

Hier erleben Schüler mit besonderem Förderbedarf mit Regelschülern gemeinsam den Schulalltag und erfahren in Differenzierungsstunden gezielte Unterstützung.

Auch im Sport bleiben Menschen mit Behinderung nicht mehr Außenseiter: Sogar im Kinderturnen können sich alle Familien besser kennenlernen und eine ganz neue Art des Erlebens der Alltags-Aufgaben entdecken.

Die Distanz wird geringer, nicht aber die Aussagen mancher, die mit „besonderen Menschen“ oft nicht zurechtkommen.

Wäre die Welt gleich, wäre sie dann nicht langweilig? Stellt man andere „in Frage“, hat man die Antwort auf die „eigene Persönlichkeit“ dann wirklich schon gefunden?

Auf einige Punkte wird uns niemand statistische Aussagen geben können, weil hier die Region, nein – die gesamte Weltbevölkerung – viel zu unterschiedlich agiert und reagiert.

Doch in Wahrheit sind wir alle gleich und haben alle das Anrecht, unser Leben lebenswert zu gestalten, sind sich viele sicher.

Am besten gelingt dies gemeinschaftlich.

Quelle: rosenheim24.de

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