Geplante Schredderanlage in DK0-Deponie in Kornberg bei Attel 

Staub, Lärm, Lkw-Verkehr: Anwohner fürchten um Lebensqualität 

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Zosseder plant eine Aufbereitungsanlage für nicht gefährliche Baustoffe in Kornberg bei Attel. 
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Wasserburg - Die Firma Zosseder plant eine Aufbereitungsanlage nicht gefährlicher Baustoffe in Kornberg bei Attel zu errichten. Dagegen regt sich nun Widerstand von Seiten der Anwohner in Form einer neuen Bürgerinitiative. 

"Bis zu 100 Lastwagen sollen dort täglich Bauschutt anliefern, der gebrochen und weiterverarbeitet wieder abtransportiert werden soll - das ist ja grundsätzlich in Ordnung. Was aber nicht in Ordnung ist, ist die Belastung für uns Anwohner", betont Gerhart Zwirglmaier, Sprecher einer neuen Bürgerinitiative, die sich gegen die geplante Bauschutt-Anlage in Kornberg bei Attel auflehnt. 

Dabei wendet sich der Protest nicht direkt gegen die DK0-Deponie in Kornberg. "Die Wiederverfüllung ist kein Thema", erklärt Zwirgelmaier. "Es geht um die Brechanlage zur Wiederaufbereitung des Materials. Wir fürchten Lärm-, Verkehr- und Staubbelastung durch die geplante Anlage zum Lagern, Behandeln und Umschlagen von nicht gefährlichen Abfällen."

Für den Betrieb eines Lagers mit Aufbereitung für mineralische Fraktionen seien in Kornberg eine Brecher- und Siebanlage mit Lagerboxen vorgesehen. Dieser Antrag lag dem Wasserburger Bauauaschuss bereits 2016 vor, der dafür sein Einverständnis erteilte. 

Unterschriften-Aktion im größeren Stil 

"Eine solche Anlage gibt es nur neun Mal in Oberbayern, da müssen wir mit einem Bauschutt-Tourismus rechnen", schildert Zwirgelmaier die Situation. "Wir wollen dagegen vorgehen, dass die Schredderanlage genehmigt wird, weil wir dadurch unsere Lebensqualität gemindert sehen." 

Konkret plane die Initiative nun eine Unterschriftenaktion an die Stadt Wasserburg im, wie er betont, größeren Stil. "Dass die Firma Zosseder das Projekt verfolgt ist aus wirtschaftlicher Sicht ihr gutes Recht", führt Zwirgelmaier weiter aus. "Für uns aber überwiegen die Negativ-Aspekte. Ganz in der Nähe befindet sich ja auch die Stiftung Attel. Einige der Bewohner sind regelmäßig an der B15 unterwegs, gehen dort spazieren und begeben sich möglicherweise durch den zunehmenden Lkw-Verkehr nach Attel hinauf in Gefahr." 

Der Meinung sei auch die im April gegründete "Bürgerinitiative zum Erhalt des dörflichen Charakters in Attel", wie Andrea Bast erklärt. "Auch wir unterstützen die Aktion der Kornberger Anwohner uns haben uns als Ziel gesetzt, die Anlage noch im Genehmigungsverfahren zu verhindern." 

Was sagt die Firma Zosseder zu dem Bürgerprotest? 

Dieses Genehmigungsverfahren liege seit zwei Jahren bei den entsprechenden Behörden im Rosenheimer Landratsamt, erklärt Antragsteller Simon Zosseder gegenüber wasserburg24.de. Inwiefern das bereits bearbeitet wurde und welche Gutachten, Anträge oder schriftliche Unterlagen noch fehlen, sei ihm aktuell nicht bekannt. Das Prozedere aber könne sich ziehen, wie auch im Genehmigungsverfahren der geplanten DK1-Deponie im Babenshamer Gemeindegebiet Odelsham ersichtlich wurde. 

Zosseder aber kann den plötzlichen Groll der Anwohner nicht ganz nachvollziehen, habe er doch vor wenigen Wochen erst einen Ortstermin in Kornberg anberaumt, um zusammen mit den Anrainern über die geplante Aufbeitungsanlage und deren möglichen negativen Auswirkungen für die Bürger zu reden. "Die Anwohner wissen Bescheid, dass wir den Antrag vor zwei Jahren gestellt haben, das ging damals bereits durch die Presse." 

Dass die Errichtung der Anlage schon im Jahr 2016 beantragt wurde, sei den Anwohnern durchaus bekannt gewesen, wie Zwirgelmaier bestätigt. "Doch durch den Ortstermin ist uns erst bewusst geworden, was da auf uns zukommt." 

Inwieweit das Genehmigungsverfahren fortgeschritten ist, ist nicht bekannt. Eine Anfrage an das Rosenheimer Landratsamt blieb bis zur Veröffentlichung dieses Artikels unbeantwortet. Wir berichten weiter. 

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mb

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