Nach den Neuwahlen

Bürgermeister sind reif für die Insel

  • schließen

Wasserburg/Altlandkreis – Kurz vor der neuen Amtsperiode der Bürgermeister nehmen sich viele ein paar Urlaubstage und düsen mit beim Bürgermeisterausflug. Doch von wegen Ausflug.

Jedes Jahr fahren die Rathauschefs gemeinsam zu einem Ausflug. Dabei ist unter den Reisezielen alle sechs Jahre nach den Neuwahlen auch mal ein weiter entferntes Ziel. War es vor sechs Jahren Neapel, ist man heuer in Teneriffa  zu Gast. Die scheidenden Gemeindeoberhäupter genießen hierbei ihre „Abschlussfahrt“ mit den umliegenden Bürgermeister-Kollegen. Am Samstag fliegen die Rathauschefs für acht Tage auf die Insel Teneriffa. Ausflug ist hierfür fast ein witziges Wort.

Einige Bürgermeister aus dem Altlandkreis Wasserburg haben sich für die Reise entschieden: Michael Kölbl aus Wasserburg, Gust Voit aus Amerang, Rupert Oberhuber aus Eiselfing. Sie werden gemeinsam mit ihren Frauen und weiteren Bürgermeistern aus dem Landkreis Rosenheim eine Reisegruppe bilden und Teneriffa erkunden.

Dabei ist es Michael Kölbl besonders wichtig, zu erwähnen, dass die Reise komplett von jedem Reisenden selbst bezahlt wird: „Hier wird nichts vom Gemeindetag oder dem Kreis bezahlt, außer ein geringer Zuschuss für Busfahrten vor Ort. Das war schon immer so, die Bürger müssen sich also nicht aufregen, dass die Kassen der Kommune belastet würden.“

Es ist dennoch eine außergewöhnliche Reise. Das heimatliche Idyll gegen Palmen und Strand zu tauschen. Teneriffa gehört zu einem beliebten Reiseziel. Sehenswerte Natur lädt zum Erholen ein. Vielleicht gerade jetzt nach dem teils anstrengenden Wahlkampf genau das richtige.

Manche haben sich gegen den gemeinsamen Ausflug entschieden: Schonstetts Bürgermeister Josef Fink kann die Anliegen der Bürger gerade nicht liegen lassen, es gebe viel zu tun, da passe der Urlaub gerade nicht ins Konzept des Alltags, heißt es aus dem Schonstetter Rathaus. Auch Marinus Schaber aus Rott fliegt nicht mit. Ebenso wenig wie die Bürgermeister aus Albaching und Pfaffing.

Aus Edling klingen Töne eines Familienvaters: Matthias Schnetzer würde die Inselreise zwar reizen, doch seine Familie gehe vor: „Wir haben zwei schulpflichtige Kinder. Die beiden so lange in andere Obhut zu geben, käme in der Schulzeit nicht in Frage, erklärt Matthias Schnetzer.

Auch Babensham winkt ab. Josef Huber fliegt nicht in die Idylle. Daheim tauge es ihm sehr, zeigt sich das Gemeindeoberhaupt überzeugt. Außerdem habe er Flugangst, da fiel die Entscheidung, nicht mitzufliegen, umgehend sehr leicht.

Wie lang wird geflogen?

Die Reise der Chefs der einzelnen Kommunen dauert von 5. bis zum 12. April. Jeder zahlt seinen Urlaub selbst, und das ist bei einem Flug mit Komfort vor Ort nicht wenig. Eine Stange Geld bringen die Bürgermeister dafür auf.

Martina aus Wasserburg arbeitet in einem Reisebüro. Sie erzählt, dass mit einer einfachen Flugzeit von über 5 Stunden gerechnet werden müsse. „Doch es werden überwiegend Direktflüge angeboten, so dass ein Umsteigen schon mal wegfällt, das ist für die Fluggäste sehr angenehm“. Martina schwärmt von der Insel: „Es handelt sich um die größte und bevölkerungsreichste Insel der Kanaren, es ist ein wahres Sonnen- und Urlaubsparadies vor der Westküste des afrikanischen Kontinents. Teneriffa ist die Trauminsel schlechthin im Atlantik und der perfekte Ort, um die schönsten Tage des Jahres zu verbringen“. Traumstrand, Palmen, warme Winde und viel Sonne.

Sei es den Rathauschefs vergönnt. Urlaub braucht schließlich jeder einmal. Vielleicht schicken sie ja vereinzelt auch Postkartengrüße aus der Ferne.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser