Der gläserne Wähler?

Forschungsprojekt: Wie tickt der Wähler?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Prof. Dr. Johannes Grabmeier nimmt für einige Wochen das Verhalten der Wasserburger Wähler unter die Lupe!
  • schließen

Wasserburg – Kommt es zum gläsernen Wähler in der Stadt? Nein, heißt es aus dem Rathaus. Sehr wohl verspricht ein Forschungsprojekt Erkenntnisse über das Verhalten der Wähler. Ein Professor macht sich ans Werk.

Bald wissen die Parteien aus dem Stadtgebiet mehr über den Bürger, der wahlberechtigt ist. Durch Informationen aus Wahlprospekten der sieben politischen Gruppierungen, die bei der Kommunalwahl 2014 in Wasserburg angetreten sind sowie aus den Auswertungscodes der Stimmzettel erstellt Prof. Dr. Johannes Grabmeier von der Technischen Hochschule Deggendorf eine Art Verhaltensmuster, ein Data Mining, das den Parteien und Kandidaten der politischen Gruppierungen erläutern soll, wie sich der potentielle Wähler Wasserburgs verhält, welche Eigenheiten er hat und wie er einzuordnen sei.

Warum ein Wähler sich so verhält, bleibe jedoch auch ihm verborgen, so Grabmeier. So erklärte der Professor vor dem Hauptausschuss, dass er für dieses Forschungsprojekt kein Geld möchte, allerdings uneingeschränktes Vertrauen einfordere. „Sie können sicher sein, dass die Anonymität absolut an vorderster Stelle steht“, sichert Grabmeier zu.

Über Wähler oder Bürgernamen benötige er keinerlei Informationen, lediglich die Kandidateninfos aus den Vorstellungsprospekten seien interessant, ebenso die Stimmzettel der Kommunalwahl in diesem Jahr. „Hier kann ich herausfinden, wie sich der Wähler verhält, welche Neigungen er hat und wie er abstimmte“ erklärt der Professor der Technischen Hochschule Deggendorf bei der Sitzung des Hauptausschusses.

Es sei eine Art Modellierung der Stimmzettel, vergleichbar mit einem Warenkorb, so der Professor weiter. „Ich kann die nicht optimalen Stimmzettel ebenso interessant in die Forschungsarbeit einfließen lassen wie auch die Verarbeitung der unterschiedlichen Zuordnungsmöglichkeiten“ führte Grabmeier weiter aus.

Das Forschungsprojekt mit der Stadt Wasserburg sei durch einen Kontakt mit einem Wasserburger zustande gekommen und vor dem Hauptausschuss gelandet, gleiches Data Mining habe er bereits für die Gemeinde Schierling erarbeitet und den Verantwortlichen der Kommune interessante und aufschlussreiche Auswertungen geben können. „Ich möchte darauf hinweisen, dass die Anonymität der Bürger zu keinem Zeitpunkt in Gefahr ist und finde dieses Projekt hochinteressant“ betonte Bürgermeister Michael Kölbl.

Die Mitglieder des Hauptausschusses nickten bereitwillig und zeigten sich erfreut darüber, dass Erkenntnisse über die potentiellen Wähler auch den politischen Gruppierungen für den Wahlkampf weiterhelfen könne. „Der Wähler wird zwar unter die Lupe genommen, aber Informationen brauche ich wirklich nur von den aufgestellten Kandidaten“ wiederholte Prof. Dr. Johannes Grabmeier mehrfach. Er möchte klarstellen, dass der Datenschutz zu keiner Zeit in Gefahr sei, erklärte der Forscher auf Nachfrage.

Dennoch wirkt das Forschungsprojekt als eine Art Erkenntnis-Auswertung mit Ziel des „Gläsernen Wählers“, kam aus der Projektvorstellung klar heraus. Im Dezember beginnt Grabmeier seine Forschungsarbeit, voraussichtlich im Januar oder Februar seien erste Ergebnisse vorzustellen, die bereits Erkenntnisse bringen werden.

Der Stadt Wasserburg sei es wichtig, dass es sich tatsächlich um eine interessante Forschung mit dem angenehmen Nebeneffekt des Hintergrundwissens und Informationspolitik gehe.

Bürgermeister Michael Kölbl schloss mit der Zusicherung der Anonymität die Diskussion um das Data Mining in Wasserburg: „Herr Grabmeier bekommt nur die Informationen, die ohnehin nach einer Kommunalwahl öffentlich einsehbar sind. Er bekommt keinerlei Wählernamen. Das will er nicht, braucht er nicht und kriegt er nicht!“ Dem Hauptausschuss ist diese Forschungsarbeit Recht, Prof. Dr. Grabmeier erhält die benötigten Daten und kann mit der Auswertung beginnen.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser