Bürgerinitiative Wasserburger Land informierte Bürger

Bedenken wegen DK1-Deponie größer als noch vor Jahren?

Wasserburg - "Eine Deponie sollte in öffentlicher Hand sein", zeigten sich anwesende Stadträte und Bürger aus der Umgebung gleichermaßen überzeugt. Bei einer Infoveranstaltung der Bürgerinitiative Wasserburger Land wurde nach aufwändiger Einsicht der Planfeststellungsunterlagen über das Projekt informiert.

Schockiert, irritiert und ohne Verständnis reagierten viele interessierte Bürger, als Vertreter der Bürgerinitiative Wasserburger Land über den momentanen Stand, den langen Werdegang der Projektplanung und das Ausmaß der DK-1-Deponie, die in Odelsham entstehen soll, berichteten. Es wäre eine der wenigen privat geführten DK1-Deponien.

Nach wie vor stellt die Bürgerinitiative sowohl den Bedarf in Frage - als auch die Zuverlässigkeit des Betreibers. Die Antragstellende Firma, die die Deponie errichten und betreiben möchte, habe neue Unterlagen eingereicht und dabei unter anderem übersehen, dass auch eine Fläche überplant wurde, die im Besitz der Gemeinde Babensham sei, gab der erste Vorsitzende der BI, Roger Diller zu bedenken. Er ist auch Gemeinderatsmitglied in Babensham und zeigte sich äußerst überrascht über diese Tatsache, weil er sich sicher sei, dass dies nicht im Einvernehmen der Kommune vonstatten gehe.

Viel Widerstand

Bereits nach der Erstauslegung im Jahr 2012 gab es Bürgerprotest und auch die Kommunen Wasserburg und Babensham diskutierten rege über das geplante Projekt.

Nun - bei der neuen Auslegung - sei es bereits zum aktuellen Zeitpunkt zu noch größerem Bürgerwiderstand gekommen. Deutlich mehr Einwendungen seien bereits getätigt, so Roger Diller. Noch bis Anfang Mai 2016 könne an die Regierung von Oberbayern Einwendung gegen das Projekt erhoben werden. Danach folgt eine Prüfung der Einwendungen und eine Stellungnahme der antragstellenden Firma, die die Deponie betreiben möchte.

Zu bedenken gaben Vertreter der BI, dass die Planungen mit einzelnen Problemen behaftet seien. So gäbe es Ungereimtheiten bezüglich des Sickerwassers, das abzutragen sei oder in den Inn komme. Außerdem sei aus den Planungsunterlagen klar ersichtlich, dass es um einen konkreten Mülltourismus gehe. Handschriftliche Notizen der Regierung von Oberbayern lassen erkennen, dass einige der Sachbearbeiter möglicherweise das Deponieprojekt ebenfalls hinterfragen und die Darstellungen der Planung nicht für korrekt ansehen könnten. Das Ortsbild werde in hohem Maße beeinträchtigt, die Deponie gleiche einer Pyramidenanhäufung, hieß es bei der Infoveranstaltung in den Paulanerstuben.

Besonders besorgt zeigten sich Anwohner und betroffene Familien, die ihre Kinder an Kitas oder Schulen haben, die nur wenige hundert Meter vom Deponiestandort entfernt sind. "Unsere Kinder hätten mit den Folgen klar zu leben", betont Hans Brunnlechner von der Bürgerinitiative.

Einer der anwesenden Bürger, der in der Burgau wohnt, erzählte den anderen Anwesenden, dass auf den Packs, die für den Transport des Asbestmülls, der unter anderem Platz auf der DK1-Deponie finden solle - neben anderen Materialien, die die Bürgerinitiative für äußerst bedenklich hält, stehen würde, "Nicht für gefährliche Materialien geeignet". Man müsse sich fragen, ob man hier nicht von einer besonderen Gefährdung sprechen könne, wenn so sorglos mit Material umgegangen werde, finden etliche Bürger.

Rubriklistenbild: © BI Wasserburger Land

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