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Nachtclubs zweifeln an Herbst-Öffnung - und halten sich weiter über Wasser

Wasserburger „Uni“ feiert Outdoor-Event - Skepsis im „Baamhakke“ und „LiBella“

Coronavirus - Ende der Corona-Regeln in England
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Wann kann in bayerischen Clubs und Diskos wieder so ausgelassen gefeiert werden wie auf diesem Bild in London?

Comeback des Nachtlebens? Die Wasserburger Disko „Universum“ kehrt Ende Juli mit einem Outdoor-Event zurück. Eine Alternative trotz der vorherrschender Corona-Beschränkungen, die allerdings bei anderen Nachtgastronomen in der Region auf Argwohn stößt.

Wasserburg am Inn/Piding/Altenmarkt - Nach einer langen Corona-Zwangspause startet die Disco „Universum“ in Wasserburg wieder durch: mit dem „Beach Club“, einer reinen Open-Air-Veranstaltung, die auf dem Außengelände vor den Toren der Diskothek auf dem Parkplatz stattfinden wird. Start ist am Samstag, 31. Juli, und ab da jeden Freitag und Samstag ab 17 Uhr. Es wird empfohlen, ein bisserl eher zu erscheinen, um Schlangen am Eingang zu vermeiden.

Noch kein „richtiges Feiern“ - aber eine Alternative

Der „Beach Club“ stellt eine Alternative zum gewohnten Nachtleben vor Corona dar, denn „richtiges Feiern“, wie man es bisher kannte, so könne man es laut Sandra Nikolic vom „Universum“-Team nicht nennen: „Maximal 500 Gäste dürfen auf das Gelände, jeder davon muss sich mit der Luca-App registrieren, dafür ist kein 3G-Nachweis erforderlich. Es läuft Hintergrundmusik, die Leute dürfen ihre Maske lediglich auf den Sitzplätzen abnehmen und auf dem gesamten Gelände gilt ansonsten FFP2-Maskenpflicht sowie ein Tanzverbot. “

Sicherheitsleute werden kontrollieren, ob die Bestimmungen und Regeln auch eingehalten werden, denn die Pandemie sei schließlich noch nicht vorbei.

Ab wann es wieder „indoor“ losgehen kann mit dem Nachtleben, steht noch in den Sternen. Auch die Verantwortlichen des „Unis“ haben dazu keinerlei Informationen, wie Nikolic abschließend erklärt.

Noch gibt es nur vage Perspektiven für das Nachtleben: Ministerpräsident Markus Söder macht Partygängern und Nachtgastronomen zwar Hoffnung, indem er sagte, im Herbst könnten Clubs und Diskotheken öffnen - allerdings lediglich für vollständig Geimpfte.

Darauf verlassen möchten sich aber weder die Verantwortlichen des Universums noch andere Nachtclubbesitzer in der Region, wie beispielsweise die Betreiber des „Wuid Clubs“ in Rosenheim oder des „Uschihauses“ in Töging.

Öffnungsperspektive im Herbst? „Baamhakke“-Inhaber argwöhnisch

Auch der Inhaber des Clubs “Baamhakke“ in Piding ist skeptisch. „Unter den jetzigen Auflagen sehe ich keine Möglichkeit auf Öffnung“, unterstreicht Severin Stumpfegger im Gespräch mit bgland24.de.

Er sieht das Problem bei Open-Air-Veranstaltungen beim Wetter. Spontane Schauer in diesem unsicheren Sommer machen für ihn Outdoor-Events unplanbar. „Ich bin privat sehr gut ausgelastet und stehe auch nicht vor finanziellem Fiasko. Deshalb wird es das “Baahmhakke“ auch in Zukunft noch geben. Ich beobachte die Situation und werde mit voller Motivation mit meinem Team starten, sobald es für uns möglich ist“, zeigt sich Stumpfegger kämpferisch.

Club-Öffnung: Konkret hieße das, deutlich über 100 Personen feiern ohne Auflagen im Innenbereich. Wann das der Fall sein wird, könne man schwer abschätzen. „Natürlich würde ich mich freuen, aber ich fürchte - trotz anderer politischer Worte - Diskotheken und Clubs werden im Herbst bei steigenden Ansteckungszahlen nicht öffnen. Natürlich ist die Zuversicht da, aber das Vertrauen in die Politik hat im letzten Jahr doch schon ganz schön gelitten.“

„LiBella“-Betreiber: „Der Club an sich wird immer Priorität haben“

Ähnliche Worte findet Didi Pfannes vom “Cafe LiBella“ in Altenmarkt: „Grundsätzlich wartet natürlich jeder im Team auf die Öffnung. Leider gab es von politischer Seite lange Zeit keine Perspektive. Es war von Beginn der Pandemie an klar, dass das Nachtleben als Erstes schließen muss und als Letztes wieder öffnen kann.“

Dass dann plötzlich alles wider Erwarten sehr schnell ging mit Außengastronomie und Biergarten war für die Betreiber des Clubs „LiBella“ dann doch zu kurzfristig: „Es gibt zwar für einen Außenbereich konkrete Pläne, aber wir sehen ‚außen‘ nur als Ergänzung für ‚drinnen‘. Der Club an sich wird immer Priorität haben, daher läuft hier auch schon eine ganze Reihe von Planungen und Vorbereitungen.“

Ab dem Tag der Wiederöffnung ein 100-prozentiges LiBella

Das „LiBella“ stehe als „Club“ im eigentlichen Sinne für alternative Underground- und Subkultur und sei nur bedingt mit einer Diskothek wie dem „Universum“, das mehr die breite Masse anspreche, vergleichbar. Dazu sei das „LiBella“ zu speziell.

„Wir bedienen einen eher kleineren Kreis von Gästen und Interessierten, die sich jenseits des Mainstreams bewegen. Und genau das hat dazu beigetragen, dass das „LiBella“ so lange existiert und nicht nur seinen Platz in der südostdeutschen Kulturlandschaft gefunden hat, sondern auch diese charakteristische Kulturlandschaft mit geprägt hat“, erläutert Pfannes.

Die Verantwortlichen möchten daher erst wieder öffnen, wenn es wieder wie früher wird. Derweil laufen neben den Livestreams, die sie seit Beginn der Pandemie wöchentlich mit Ausnahme der Sommerpausen, angeboten haben, eine ganze Reihe weiterer Arbeiten und Planungen im Hintergrund.

„Die bekommen die Gäste zwar nicht mit, sie zielen aber alle darauf ab, dass es ab dem Tag der Wiedereröffnung wieder ein 100-prozentiges ‚LiBella‘ geben wird - und nicht nur ein 50, 60, 70 oder 80-prozentiges“, schließt Pfannes seine Erläuterungen.

mb

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