Bombe platzte im Stadtrat

Einbruch der Gewerbesteuer: Haushaltssperre für Wasserburg 

Muss die Stadt nun jeden Cent umdrehen? Wasserburg erlässt eine Haushaltssperre vor Ablauf des Jahres. 
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Muss die Stadt nun jeden Cent umdrehen? Wasserburg erlässt eine Haushaltssperre noch vor Ablauf des Jahres. 

Wasserburg - Es war die Überraschung des Abends in der letzten Sitzung des Stadtrates vor der Sommerpause. Der Kämmerer stellte einen Zwischenbericht zum Haushaltsplan 2018 vor - mit ernüchterndem Ergebnis.

"Der Stand der Dinge ist nicht erfreulich", konstatierte Stadtkämmerer Konrad Doser am Donnerstagabend des 26. Juli und Bürgermeister Michael Kölbl ergänzte: "Finanziell gesehen schaut es genauso aus wie 2017 - nur, dass die prekäre Situation dieses Mal schon im Juli bekannt ist. Dass sich diese nicht gebessert hat, liegt an Nachwirkungen aus dem vergangenen Jahr."


Haushaltsplan 2018: Finanzen bröckeln - Die Aussichten: weiter nebelig

Besonders massiv gestalte sich der Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen: Von 7,8 Millionen Euro wurden gerade mal 364.000 Euro erreicht. "Eine ernüchternde Zahl", stellte Kölbl nüchtern fest. Es drohe sogar eine Rückzahlung an Gewerbesteuer. Bis auf die Gewerbesteuer aber würden laut Doser "alle Zahlen in etwa im normalen Rahmen" liegen. 

Die Ausgaben für Hochbaumaßnahmen beispielsweise - darunter fallen als größte Brocken der Bau des Mehrfamilienhauses in der Ponschabaustraße, die Sanierung der Mittelschule, die Sanierung des Parkhauses am Kellerberg oder das Zentraldepot/Museum - belaufen sich auf 3,8 Millionen Euro


Die laufenden Projekte sollen weiterlaufen, Neues müsse jedoch zurückstecken, denn, so musste sich Kölbl eingestehen, "dafür fehlt uns das Geld".

Kämmerer: "Schaut dramatischer aus, als es ist"

In Wasserburg tritt nun zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt eine Haushaltssperre in Kraft. Die Stadt ist praktisch pleite und hat kein Geld mehr. "Das schaut aber dramatischer aus, als es wirklich ist", versucht der Kämmerer die Räte zu beruhigen. 

Dennoch blickte man bei den Fraktionsvertretern in erstaunte und ratlose Gesichter. Es wurde in Hinblick auf die Lautstärke gebeten, Doser möge doch etwas lauter sprechen, weil man in den hinteren Reihen die Ausführungen schwer verstehen würde. "Schlechte Zahlen hört man immer schlecht", lautete Josef Baumanns (Fraktion Bürgerforum/Freie Wähler Reitmehring) trockener Kommentar dazu. 

Georg Machl (CSU) missfielen die "Beschönigungen" von Bürgermeister und Kämmerer und mit dieser Meinung stand er wohl nicht alleine da: "Mir ist das alles zu positiv, von 7,8 Millionen Euro Gewerbesteuer haben wir gerade mal einen Bruchteil erreicht. Das darf auf keinen Fall bagatellisiert werden. Wir müssen jetzt handeln."

mb

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