Am 27. Januar am Heisererplatz

Einweihung des Denkmals für die 'Wasserburger Opfer' des Nationalsozialismus am Heisererplatz

+
Wettbewerbsentwurf Denkmal für die „Wasserburger Opfer“ des Nationalsozialismus am Heisererplatz in Wasserburg am Inn von Dagmar Korintenberg und Wolf Kipper, 2018-2019

Wasserburg - Die Stadt Wasserburg  wird am 27. Januar um 16 Uhr das Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus einweihen. Im Anschluss wird die Ausstellung „In Memoriam“ im Museum Wasserburg eröffnet.

Die Meldung im Wortlaut:


Der Errichtung des Denkmals war ein Gestaltungswettbewerb in den Jahren 2018- 2019 vorausgegangen. Grundgedanke des Denkmals ist, an all jene „Wasserburgerinnen und Wasserburger“ zu erinnern, die Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsregimes geworden sind. Hierzu wurde auf der Rasenfläche des Heisererplatzes ein Denkmal errichtet, welches aus 62 Stelen mit trapezförmigem Querschnitt besteht. In unterschiedlichen Höhen verdichten sich diese in loser Anordnung und beschreiben so einen ovalen Raum. Zentral platzierte Sitzgelegenheiten im Inneren bieten die Möglichkeit zum Verweilen, zur stillen Einkehr und um sich eingehender zu den Geschehnissen zu informieren. 

Reflektieren und Gedenken

Die Stelen sind gekennzeichnet durch zwei unterschiedliche Oberflächenbeschaffenheiten. Auf der nach innen gerichteten, breiten Seite sind Informationstexte zu den verschiedenen Opfergruppen und die Namen der NS-„Euthanasie“-Opfer der damaligen Heil- und Pflegeanstalten Gabersee und Attl angebracht. Auf der dem Park zugewandten, schmalen Seite der Trapezform ist die Oberfläche spiegelpoliert. Diese reflektiert fragmentarisch die Umgebung, das heutige Wasserburg. Beim Näherkommen des Besuchers mischt sich zudem ein Ausschnitt seines Spiegelbildes in die Ansicht. Eingerahmt wird diese Spiegelfläche von den dunklen Seiten des sich öffnenden Trapezes. 


Das Gedenken zeigt so ebenfalls zwei Aspekte: Das stille und in sich gekehrte Andenken an die historischen Personen, Schicksale und Ereignisse zum einen. Zum anderen ist es auch Teil einer reflektierten Erinnerungskultur, historische Geschehnisse nicht nur als Teil der Vergangenheit zu betrachten, sondern als geschichtliches Wissen in den heutigen Alltag zu integrieren. So soll dieses Denkmal Raum zum Gedenken bieten und durch die optische Einbeziehung des heutigen Wasserburg einen aktuellen Bezugspunkt für die Besucher schaffen. 

Sonderausstellung "In Memoriam"

Das Denkmal wird begleitet von einer Internetseite (www.gedenken.wasserburg.de), welche mit weiterführenden Informationen zum Eröffnungstag freigeschaltet wird. Im direkten Anschluss an die Eröffnung des Denkmals wird die Sonderausstellung „In Memoriam“ von Prof. Dr. Michael von Cranach im Museum Wasserburg eröffnet. Die Wanderausstellung, die schon an vielen Orten gezeigt wurde, thematisiert die Patientenmorde in der NS-Zeit. Eine lokale Ergänzung bildet die Geschichte der Einrichtungen Gabersee und Attl. Zur Einweihung des Denkmals und zur Eröffnung der Sonderausstellung ist die Bevölkerung aus Stadt und Region herzlich eingeladen.

Pressemeldung Stadtarchiv Wasserburg am Inn

Kommentare