Eislaufbahn und Vorsilvesterparty in Wasserburg *Mit Voting* 

"Nostalgie zur Weihnachtszeit" - mit neuer Verkehrsführung

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In der Herrengasse wird heuer erstmals zum Christkindlmarkt eine Eislaufbahn entstehen. 
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Wasserburg - Zurück zu den Wurzeln: Mit neuen Attraktionen soll der Christkindlmarkt heuer an Attraktivität gewinnen. Im Fokus: Eine Eislaufbahn in der Herrengasse für Jung und Alt, wie es sie früher bereits einmal am Gries gab. 

Der WFV plant vom ersten Adventswochenende an bis zum Heilig-Drei-König-Tag eine Eislaufbahn in der Altstadt, die jeweils von Donnerstag bis Sonntag geöffnet haben soll. Die Bahn soll mit einer Größe von 10 auf 30 Meter entlang des Rathauses in den Christkindlmarkt integriert werden. 

Die Bahn soll am Donnerstag, 28. November 2019 eröffnet werden und der Betrieb bis Montag, 6. Januar 2019 laufen. Sie soll täglich von 14 bis 22 Uhr zur Verfügung stehen - sonntags soll die Bahn um 20 Uhr schließen. An Heiligabend und und am ersten Weihnachtsfeiertag soll der Betrieb nicht aufgenommen werden.

Montags bis Mittwochs soll die Fläche zum Stockschießen zur Verfügung stehen - ohne musikalische Umrahmung. An Donnerstagen ist zudem jeweils ein "Event" geplant.  

In Zusammenhang mit der Eislaufbahn sollen auch einige Hütten des Christkindlmarkts nach dessen Ende am 22. Dezember noch bis 6. Januar 2020 geöffnet bleiben und den Besuchern zur Verfügung stehen. Die "Almhütte" beispielsweise bleibt bis 22 Uhr geöffnet - lediglich an den Sonntagen schließt sie um 20 Uhr. 

Eislaufbahn und Vorsilvesterparty in Wasserburg

Ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme sowie zu den Auf- und Abbauarbeiten der Bahn soll es eine geänderte Verkehrsführung in der Altstadt geben: In der Herren- und Färbergasse sowie in der Salzsenderzeile soll eine Einbahnstraßenregelung gelten. Die Parkplätze in der Herrengasse auf der gegenüberliegenden Seite des Rathauses - entlang des Museums, der Metzgerei Maurers und des Restaurant Herrenhaus - müssen weichen und als Fahrbahn für den Durchfahrtsverkehrs dienen. 

An den Donnerstagen und Freitagen sowie am Samstag ab 16 Uhr soll der gesamte Bereich gesperrt werden für den Verkehr. An Sonn- und Feiertagen soll ab Mittag gesperrt werden. 

Hier soll die Eislaufbahn entstehen. Die Parkplätze links im Bild sollen wegkommen und dafür als Durchfahrtsbereich für die Autos dienen. Die Bahn selbst soll entlang der Rathausrückseite rechts aufgebaut werden. 

Zusätzlich plant der WFV in dem Bereich eine Vorsilvesterparty am Samstag, 28. Dezember 2019 stattfinden - allerdings ohne Feuerwerk wegen der Feinstaubbelastung und um das denkmalgeschützte Denkmalensemble nicht zu gefährden. Im Gegenzug soll es eine Lasershow geben. 

In die Planungen miteinbezogen werden soll die Salzsenderzeile vom Marienplatz bis zur Herrengasse werden. Im Einmündungsbereich der Herrengasse soll eine große Bühne errichtet werden, eine zweite vor dem Brunnen am Marienplatz. Der Veranstaltungsbereich soll mit Bauzäunen abgegrenzt werden. 

Geteilte Meinungen im Ausschuss: 

Der Haupt- und Finanzausschuss beschäftigte sich in seiner Sitzung am 17. Oktober mit dem Antrag des WFV. Kulturreferentin Edith Stürmlinger (Bürgerforum) begrüßte das Projekt, wies aber darauf hin, dass es mit dem erst kürzlich ausgerufenen Klimanotstand für die Stadt schwieriger werde, solche Veranstaltungen künftig zu genehmigen: "Es ist nicht unproblematisch vom Energieverbrauch her, schließlich müssen wir auf Kälte hoffen."  Sie sehe ansonsten die Eislaufbahn als "Attraktion für die Kinder und Familien", die den Christkindlmarkt besuchen. Stürmlinger würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und Kindern während der Schulzeit Eislaufunterricht zu ermöglichen. Auch für die Vorsilvesterparty sprach sie sich aus, "wenn die Anwohnern nicht zu sehr darunter leiden".  

Wolfgang Janeczka (SPD) erläuterte: "Die Frage zu Klimaauswirkungen müssen wir uns stellen - genauso wie bei der Weihnachtsbeleuchtung oder anderen Festen in der Stadt. Dennoch denke ich, dass diese Idee des WFV einen nostalgischen Flair mit sich bringt und ich begrüße auch die geplante Verkehrsführung."

Gegen die Silvesterparty sprach sich Armin Sinzinger (Wasserburger Block) aus, auch wenn er die Eislaufbahn unterstütze: "Die Altstadtbewohner sind mit dem Christkindklmarkt ohnehin sehr belastet, braucht es da noch eine zusätzliche Feier?" 

Markus Hoeft (Grüne) hingegen habe kein Problem mit der Vorsilvesterparty, sah aber keinen Sinn in der Eislaufbahn: "Ich habe die Bahn schon bei der Vorberatung im Mai in Frage gestellt und daran hat sich nichts geändert. Ich halte es in Anbetracht an das Klima für unangebracht, auf Kälte zu hoffen. "

Werner Gartner (SPD) erklärte, man solle sich den Versuch zuerst anschauen und dann kritisch beurteilen. Ihn seinen Augen bringe die Eislaufbahn "ein bisserl Nostalgie in die Weihnachtszeit". Damals sei es immer "toll gewesen, dem Feistl Sepp beim Spritzen der Eisbahn am heutigen Gries-Parkplatz zuzusehen - wir haben uns auf das Eis gefreut. Angesicht dessen, dass im vergangenen Winter auf dem Penzinger See Stockschießen kaum möglich war, ist die Bahn in der Stadt eine schöne Alternative". 

Ins selbe Horn blies Markus Bauer (CSU): "Wir dürfen nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Grundsätzlich halte ich beides für wichtig, um die Attraktivität der Stadt zu erhöhen. Danach können wir immer noch eine Manöverkritik üben." 

Der Beschluss: 

Über Eislaufbahn und Vorsilvesterparty wurde getrennt abgestimmt. Die Mitglieder des Ausschusses gaben mit großer Mehrheit grünes Licht für beide Projekt: Gegen die Stimme von Hoeft wurde die Eislaufbahn genehmigt, gegen die Stimme von Sinzinger die Vorsilvesterparty. 

Bürgermeister Michael Kölbl wies darauf hin, dass die Lautstärke der musikalischen Umrahmung im Rahmen bleiben solle, um die Anwohner nicht zu belästigen. Ebenso seien die Veranstalter für die Reinigung, die Einholung der verkehrsrechtlichen Erlaubnis sowie für die weiteren Planungen wie die Erstellung eines Sicherheitskonzepts zuständig. 

mb

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