Homeschooling & Co.: „Die Kinder sind maßlos überfordert“

Mehr Schutz für Schüler in der Pandemie: „Eltern-Bündnis Wasserburg“ startet Online-Petition

Wasserburg - Bessere und ausgereifte Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Infektionsgeschehens an den Schulen - das wünschen sich die Mitglieder des neuen „Eltern-Bündnisses Wasserburg“. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, fahren sie nun härtere Geschütze auf.

Das Bündnis möchte mit einer Online-Petition die Bedeutsamkeit ihrer Apelle unterstreichen, damit diese nicht ins Leere gehen. Seit Dienstag, 10. November, können Unterstützer mit ihrer Unterschrift online beisteuern, dass sich an der Situation der Schulen in der Pandemie etwas zum Besseren wendet.


Welche zusätzlichen Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Infektionsgeschehens und für die Verbesserung der Lernbedingungen zum allgemeinen Wohlbefinden an den Schulen das Bündnis aus der Innstadt fordert, ist detailliert auf der Website in der Beschreibung der Petition aufgegliedert.

Wasserburger Schüler im Homeschooling „maßlos überfordert“


Das Corona-Virus nimmt wieder Fahrt auf: Gerade auch in Wasserburg sind viele Schulen betroffen, einzelne Klassen der Realschule im Heimunterricht, Gymansialklassen in Quarantäne, die BOS geräumt und auf Distanzunterricht. Viele Eltern sehen sich jetzt erneut mit dem Homeschooling konfrontiert - und das, obwohl die Schule erst am Montag (9. November) nach den Herbstferien wieder angelaufen ist. Die Eltern fühlen sich im Stich gelassen, fürchten, ihren Kindern nicht ausreichend unter die Arme greifen zu können.

Und die Schüler? „Die Kinder sind maßlos überfordert. Ich sehe es selbst an meinen eigenen und bekomme täglich Rückmeldungen anderer Mütter und Väter, die nicht mehr weiter wissen“, schildert Anita Arz im Gespräch mit wasserburg24.de am Dienstagnachmittag den aktuellen Status Quo. Das Homeschooling sei das „komplette Chaos“, die Kinder nicht ausreichend vorbereitet worden.

Kein Vorwurf an die Lehrer - Bündnis prangert politische Maßnahmen an

„Der alte und neue Lernstoff wird zusammen mit Hausaufgaben in einem Wochenplan aufgetragen, ab der kommenden Woche stehen die ersten Schularbeiten an. Wie soll das funktionieren? Wir Eltern können die Lehrer nicht ersetzen - das wollen und sollen wir auch gar nicht. Unsere Kritik wendet sich auch nicht an die Lehrer - die sind schließlich an die Regeln des Kultusministeriums gebunden und haben kaum Handhabe“, unterstreicht Arz.

Stattdessen prangert das Bündnis die Maßnahmen der Politik im zweiten Lockdown an. Arz erklärt stellvertretend: „Das kann doch nicht sein - was haben wir seit dem ersten Lockdown gelernt? Was hat die Regierung seit dem Frühling/Sommer für die Schulen gemacht? Dachten sie der Winter würde dieses Jahr wegen Corona ausfallen?“ Als Initiatorin des neuen „Eltern-Bündnisses Wasserburg“ liegt es ihr und den Mitgliedern am Herzen die derzeitige Situation für die Schüler zu erleichtern. Die Wasserburger Mutter steht schon mit dem Bürgermeister und einer Stadträtin in Kontakt - unter anderem wegen überfüllten Schulbussen und der Frage nach der Installation von Raumluftreinigern.

CO2-Ampeln statt der Installation von Raumluftreinigern in den Klassenräumen

Hier ärgert sich Arz besonders in Bezug auf einen Fall, der sich erst an einer Grundschule im Altlandkreis von Wasserburg ereignet habe: Der Einbau von Raumluftreinigern sei hier wohl kein Thema. Seitens der Schulleitung habe es auf Nachfrage einer Mutter geheißen, die Räume regelmäßig zu lüften und die Hygienemaßnahmen einzuhalten sowie Alltagsmasken auch im Unterreicht zu tragen sei ausreichend.

Arz kann über solche Argumente nur noch den Kopf schütteln: „Der Staat setzt gegen das Infektionsgeschehen in Schulen weiterhin nur auf Lüften mithilfe von CO2 Ampeln, die regeln, wann die Luft ausgetauscht werden und wann gelüftet werden muss. Das ist beschämend. Wir wollen Unterricht unter besten Bedingungen zum Schutz der Gesundheit und des allgemeinen Wohlbefinden unserer Kinder - ohne, dass sie dick verpackt und frierend während der Wintermonate in Klassenzimmern sitzen und lernen müssen.“ 

Nachdem sich das Bündnis in Wasserburg nach wie vor aufgrund der aktuellen Corona-Lage nicht offiziell versammeln wird, setzt Arz nun alle Hoffnung in die Online-Petition. Sie und die Mitglieder möchten damit zeigen: „Wir sind weiter aktiv und wir kämpfen um eine Verbesserung.

mb

Rubriklistenbild: © Gregor Fischer

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