Baldiger Genuss

In zehn Tagen schon heimische Erdbeeren

+
Bald ist Erdbeerzeit. Die bis dahin steht noch Arbeit an
  • schließen

Landkreis - Sommersonne, warme Temperaturen und Erdbeeren. Das passt einfach zusammen. Frühe Sorten stehen jetzt schon in der Blüte. Bald darf geerntet werden. Bis dahin steckt viel Arbeit dahinter.

Große Erdbeerfelder locken in den Sommermonaten zum selber Pflücken ein.

Erdbeeren sind und bleiben der Renner.

Bis die kleinen roten Früchte direkt vom Feld genommen werden können, steckt bereits viel Handarbeit hinter jeder Pflanze. Doch richtige Pflege lohne sich, findet Andreas Bernauer aus Wasserburg.

Er kümmert sich mit seiner Familie darum, dass die Erdbeerfelder in Reitmehring, Griesstätt, Haag und Westerndorf-St. Peter gut gedeihen und dann auch schöne Früchte tragen.

Im Gespräch mit der Redaktion erklärt Bernauer, dass in zehn Tagen (Anfang bis Mitte Mai) bereits erste Erdbeeren reif sein könnten. „Die frühen Sorten haben wir mit Vlies abgedeckt und gewässert, hier hängen schon grüne Früchte dran“.

Schon seit mehreren Jahrzehnten ist Familie Bernauer mit Erdbeerfeldern beschäftigt. Viel Handarbeit gehört unmittelbar dazu, um eine gute Ernte zu erlangen.

Mitte April hatte es nachts Minus 5 Grad gehabt, für die Blüten wäre das nicht gut gegangen. Mit je einer Lage Vlies könne man Minus Zwei Grad ausgleichen und die Blüten schützen, so Bernauer. Beim Erdbeeranbau ist Handarbeit unverzichtbar.

Mit der Handharke musste nach dem Winter das Unkraut zwischen den Pflanzen entfernt werden, damit einem guten Wachstum der Erdbeerstauden nichts mehr im Wege stehen kann. Bei einem ca. hektargroßen Feld und ungefähr 150 000 einzelnen Erdbeerpflanzen ist dies durchaus mühevoll.

3 Pflanzen pro laufenden Meter werden bei einem frischen Feld gepflanzt. Jedes Jahr kommen eigene Ableger hinzu. Das summiere sich.

Wie geht es weiter?

Bevor die Erdbeeren zum Pflücken bereit stehen, steht noch einiges auf der „To Do – Liste“.

„In drei Wochen wird mit einer Maschine Stroh in die Pflanzenreihen eingebracht“, erklärt Andreas Bernauer. Dies diene dem Schutz der Erdbeeren, damit sie im Reifeprozess nicht direkt am erdigen Boden aufliegen. Stroh sei etwas steriles, das eine saubere Grundlage auch zwischen den Erdbeerreihen biete, sogar bei Regen, heißt es vom Fachmann.

Lieber zu wenig düngen

Wer glaubt, je prächtiger die roten Köstlichkeiten, desto mehr wurde gedüngt, der irrt.

Bei Erdbeeren werde minimalst mit Mineraldünger nachgeholfen, zu viel Düngemittel schade den Früchten sogar, berichtet Andreas. „Die Pflanzen holen sich aus dem Boden meist genug Nährstoffe, die ein gutes Gedeihen fördern“.

Daher sei eine sehr sparsame Düngung geboten. Die durchschnittliche Erdbeere, die es auf Handelsklasse A schafft, misst über 24 Millimeter. Im ersten Jahr eines neu angelegten Feldes kämen meist auch die größten und schönsten Früchte, erklärt Andreas weiter.

Ein Feld wird meist nur drei Jahre mit den bestehenden Pflanzen bewirtschaftet. Danach wird auf einem anderen Grund ein neues angelegt.

Sieben Jahre lang brauche der Boden dann wieder eine erdbeerfreie Zeit, weil sich nach drei Jahren bestimmte Bodenwürmer ansiedeln, die sich den Pflanzen anpassen. Deshalb werde nach drei Jahren meist ein anderes Feld bepflanzt. Außerdem seien die Pflanzerl nach diesen drei Jahren ohnehin nicht mehr besonders tragend.

Die Erdbeeren würden immer kleiner mit der Zeit. Zudem brächten die ersten Blüten der Saison meist die schönsten Früchte  mit sich, klingt es von Familie Bernauer.

Gemeinsam daran werkeln

Weil es viel zu tun gibt, vor und auch während der Erdbeerzeit, sei der Zusammenhalt der gesamten Familie das Wichtigste, ertönt es von Sohn Andreas, der die Erdbeerfelder einmal von seinen Eltern übernehmen möchte. „Wenn alle zusammen helfen, dann klappt diese mühevolle Handarbeit auch.“

Ob Unkraut ausharken oder das hin büken beim Ernten, besonders rückenfreundlich sei die Arbeit nicht, geben die Betreiber zu. Doch in der Bewirtschaftung von Erdbeerfeldern gehe nichts über die sorgfältige Handarbeit.

Die Feinde der Erdbeere

Nagetiere können den Erdbeeren nichts anhaben. Doch die Schnecken gehören durchaus zu den Feinden der kleinen Roten Schusser.

Auch das Wetter sei entscheidend für ein gutes Erdbeerjahr, sind sich die Experten einig. Für die Erdbeeren wäre es perfekt, dass tagsüber die Sonne scheine und nachts etwas Regen falle, erläutert Andreas Bernauer. Denn wenn es zu viel regnet, werden die Erdbeeren nicht süß genug. Das käme dem Genuss nicht sehr entgegen. Natürlich wäre auch Hagel schlecht für das Gedeihen der Pflanzen.

Viele Faktoren spielen also mit, um in wenigen Wochen, fast schon Tagen, leckere Erdbeeren ernten zu können in der Region.

Was jeder Einzelne daraus macht, ist wieder ein ganz anderes Thema.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser