Ergebnisse der Stickstoffdioxid-Messungen

"Keine Überraschung": Bruckgasse in Wasserburg am stärksten belastet 

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Messungen von Stickstoffdioxid zeigten: Die Bruckgasse in Wasserburg ist am stärksten belastet. 
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Wasserburg - Wie hoch ist die Stickstoffdioxidbelastung in der Altstadt? Messungen über einen Zeitraum von zwei Jahren sollten Licht ins Dunkel bringen. Nun sind die Ergebnisse da. 

Das Bayerische Landesamt für Umwel (LfU) legte der Stadt vor zwei Jahren nahe, die Luftschadstoffkomponente Stickstoffdioxid (NO₂) messen zu lassen. Der Umweltausschuss hat deshalb im April 2017 den Startschuss für erste Messungen in der Innenstadt gegeben. In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses am 25. April 2019 wurden jetzt die Ergebnisse vorgestellt. 

Der Jahresmittelwert für die NO2-Belastung liege laut Helmut Schmid vom Wasserburger Bauamt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3). Dieser Wert sollte in Städten möglichst nicht überschritten werden, betont Schmid im Gespräch mit wasserburg24.de. 

Bruckgasse am stärksten frequentiert

An vier Stellen auf der auf der Halbinsel liegenden Innenstadt wurde die Stickstoffdioxid-Belastung gemessen: In der Bruck- und Tränkgasse, am Kaspar-Aiblinger-Platz neben dem Polizeigebäude. Die letzte Station sei laut Schmid an einer "eher neutralen und unbelasteten Stelle" in der Landwehrstraße nahe Realschule und Altstadtsportplatz installiert gewesen. 

Die Ergebnisse zeigen eindeutig: Die Messung am Sportplatz liege mit 15 Mikrogramm pro Kubikmeter im geringsten Bereich

"Die stärkste Belastung wurde in der Bruckgasse festgestellt mit 42 Mikrogramm pro Kubikmeter, was für uns in Anbetracht des täglichen Verkehrsaufkommen über die Innbrücke und durch das Brucktor keine große Überraschung ist. Deutlich unter den Grenzwerten lagen hingegen die Messstationen in der Tränkgasse und am Kaspar-Aiblinger-Platz", stellte Schmid den Ausschussmitgliedern die Details zu den Ergebnissen vor. 

Wo bleibt die Feinstaubmessung? 

Das Problem bei der ganzen Debatte: Die Stadt sieht wenig Einflussmöglichkeiten, um der Entwicklung der Schadstoffwerte in der Wasserburger Altstadt entgegenzuwirken

Auch in der vom Stadtrat verabschiedeten Broschüre zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) gab es beim Thema Verkehr in der Innstadt keine konkrete Lösung. "Wasserburg lebt davon, dass jede Gasse und Straße erreichbar ist. Bannen wir den Verkehr aus der Stadt, verschwindet mit den Abgasen vermutlich auch die Lebendigkeit." Diese Behauptung wirft Schmid im Gespräch mit der Redaktion vorsichtig in den Raum. 

Im Ausschuss am Donnerstagabend hätten die Mitglieder Schmid zufolge einmal mehr kritisiert, dass Messungen zur Feinstaubbelastung in Wasserburg außen vor gelassen würden. In den Augen einiger besäßen diese eine deutlich höhere Bedeutung als die NO2-Messungen. Feinstaubmessungen durchzuführen, so erklärt es Schmid jedoch, sei viel aufwendiger und die Ergebnisse würden häufig verfälscht. Der Grund: Der Feinstaub werde durch bestimmte Inversionslagen oder Windböen von weit her in die Stadt geweht.

mb

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