Realschulturnhalle noch zu einsehbar?

Asylbewerber: Ankunft mit Hindernissen?

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Wasserburg - "Hallo, I am Mike". Ein junger Mann steigt mit vielen anderen Asylbewerbern aus dem Bus aus und schaut sich um. Er muss noch warten, bis er in die Realschulturnhalle darf, denn in Kleingruppen lassen die Sicherheitsleute die Asylbewerber nur hinein. Einer der Busse hielt unterwegs an, eine Frau musste notärztlich versorgt und ins Krankenhaus gebracht werden. Erst dann ging die Fahrt weiter.

Keine Hektik, gute Organisation vor Ort durch das Sicherheitspersonal und große Freude bei den angekommenen Asylbewerbern, die von der Erstaufnahmeeinrichtung Fürstenfeldbruck hierher nach Wasserburg kamen. Am Donnerstagmittag war es soweit: Mit etwas Verspätung kamen mittags zwei Busse mit Männern und Frauen an, die in nächster Zeit in der Realschulturnhalle untergebracht sein werden. Es sind bereits registrierte Menschen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern und von verschiedenster Nationalität.

Ankunft der Asylbewerber in Realschulturnhalle Wasserburg

Eine Gruppe junger Frauen aus Eritrea fragt interessiert, wo sie hier sind. Einige Männer schauen herum, sie suchen dringend die Toiletten. Manche Asylbewerber steigen aus dem Bus aus und haben nur wenig Gepäck dabei. Andere kommen mit zwei, drei Koffern und warm eingepackt mit Mütze und Handschuhen. Die beiden Busfahrer erklärten, es sei sehr ruhig in den Bussen gewesen während der fast zweistündigen Fahrt von Fürstenfeldbruck nach Wasserburg.

Für vormittags waren sie angekündigt, doch die Ankunft hat sich auf Mittag verspätet.

Ein Bus musste unterwegs anhalten, der Notarzt wurde gerufen: Eine Frau musste verletzt ins Krankenhaus gebracht werden, weshalb ist völlig unklar.

Vor und in der Realschulturnhalle zeigen sich die Sicherheitsleute sehr routiniert. Sogar Markus Hösl-Liebig, der Schulleiter der Realschule hatte es schwer, in die Halle zu gelangen. Die Sicherheitskräfte lassen nur Menschen in die Halle, die eine Berechtigung vorweisen können, wirken sehr streng, fasst forsch. "Wir müssen jedoch noch abklären, wie die Halle noch weniger einsehbar wird", erklärt der Schulleiter. Durch Klassenräume im ersten Stock könnten Schüler nach eigenen Angabe in die Halle sehen.

Struktur schafft ruhige Ankunft

Nach der Ankunft der Busse ist schnell zu merken, dass diese vorgegebene Struktur sinnvoll ist. In kleinen Gruppen dürfen die Asylbewerber in die Halle hinein, es soll kein Chaos entstehen, doch neben der Tatsache, dass einige zügig auf die Toilette müssen, spielt die Kälte auch eine Rolle.

Vorher wurde Obst angekarrt

Kurz bevor die Asylbewerber in Wasserburg ankamen, wurde Obst gebracht. Auch das Mittagessen stand bereit.

Bereits am Mittwochabend stand eine Familie vor der Hallentüre, sie hatten nun schon eine Nacht hinter sich, bevor die weiteren Asylbewerber am Donnerstag kamen und auch immer noch kommen. Die Realschulturnhalle ist mit denjenigen Menschen, die heute mittags in die Halle kamen, noch nicht voll. Es sollen laut Landratsamt noch weitere Menschen werden. Einige kommen selbst mit dem Zug an und nicht in großen Bussen.

Die Helfer des Asylkreises werden in den nächsten Tagen gefordert sein, sich einen Überblick zu verschaffen. "Am ersten Tag macht das nicht viel Sinn, da gilt es einfach nur, dass die Asylbewerber ankommen in der Unterkunft und sich etwas einleben können", betont der Pressesprecher des Landratsamtes Rosenheim, Michael Fischer.

Ein seit Jahren in Wasserburg lebender Mann bat sich an, bei der Ankunft und auch später noch zu dolmetschen. "Wenn Sie keine Bestätigung und Genehmigung durch die Behörde haben, dürfen Sie uns jetzt auch nicht helfen", hieß es abweisend von einem Sicherheitsmitarbeiter. Der Mann wurde weggeschickt, wird weiter auf die Genehmigung zu helfen warten (er hatte sich schon schriftlich beworben, das Auswahlverfahren läuft) und sich möglicherweise mit dem Asylhelferkreis kurzschließen.

In Wasserburg gibt es sehr engagierte Helferinnen und Helfer, die sich um die Asylbewerber kümmern. Der Beginn der Ankunft von Asylbewerbern in die Realschulturnhalle ist gut gelaufen, bis die Halle vollständig belegt ist, kann es noch einige Stunden, eventuell auch Tage dauern. "Erst dann wissen wir, welche Nationalitäten hier zusammenkamen", heißt es von Michael Fischer.

Quelle: rosenheim24.de

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