Vor dem Rathaus

Stiller Faschingsstart statt wilder Tanz

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Wasserburg - Still und nachdenklich erlebten die Bürger den Faschingsstart vor dem Rathaus. Aus gegebenem Anlass wurde nicht wild getanzt, sondern nur die Gruppe kurz vorgestellt.

Fasching beginnt fröhlich - eigentlich. Seit ein paar Jahren veranstatet die Stadtgarde Wasserburg am Wochenende kurz nach dem 11.11. den Faschingsstart vor dem Rathaus. Ein großes Trara mit Vorstellung der Teams von Stadtgarde, Tanzstrolchen und Teenies.

Erste Einblicke in die Programme und eine Vorausschau auf die Faschingssaison. Dieses Jahr allerdings wurde nicht viel gelacht, es war mehr ein Gedenken als eine große Show. „Wir haben uns entschlossen, zwar das Team der Stadtgarde vorzustellen, uns zu zeigen, dass wir eine Gruppe voll Zusammenhalt sind, doch wir werden hier nicht tanzen, weil es heute nichts zu tanzen gibt“, zeigten sich Vertreter des Organiosationsteams der Stadtgarde einheitlich. Bürgermeister Michael Kölbl rief zum Gedenken an die Opfer der Terroranschläge von Paris auf.

Die anwesenden Bürger wurden nicht durch Musik und Tanz mit in den Fasching genommen, sondern erlebten die gemeinschaftliche Solidarität und viel Mitgefühl. Faschingsnarren seien schließlich nicht nur zum Feiern geschaffen, sondern hätten viel Einfühlungsvermögen, genau deshalb sei der Faschingsstart jetzt ganz selbstverständlich dem schrecklichen Ereignis in Paris gewichen. „Leider wird es den Menschen in Paris deshalb nicht besser gehen, wenn wir jetzt nicht mehr lustig sein wollen oder es nicht mehr dürfen“, betont eine Bürgerin vor Ort. Sie hätte es erfrischend gefunden, wenn man einige Momente nicht nur an das Böse und Traurige in der Welt denken müsse.

„Der Fasching wird bestimmt nicht ganz ausfallen, aber so kurz nach den bestürzenden Ereignissen kann man hier kein Halligalli veranstalten“, hieß es von Vertretern der Stadt. Auch Garde-Präsident Thomas Ettenhuber zeigte sich überzeugt davon, dass die Entscheidung richtig war, den Fasching heuer nur durch Anwesenheit der Gardegruppen einzuläuten. „Auf Musik und bunte Gewänder haben wir ganz bewusst verzichtet“, so der Präsident. Nachdenklichkeit sei hier der richtige Weg gewesen, vor dem Rathaus war große Gemeinschaft zu spüren, Stadtvertreter, Faschingsfans, Schaulustige und Garde-Gruppen zogen gleich, Hofmarschall Ferdinand Schwenk stellte die Garde-Teams vor, Rathauschef Michael Kölbl zeigte sich hoffnungsvoll, dass zügig wieder Normalität in das gesellschaftliche Leben kehren werde.

Auch wenn der Fasching in Wasserburg Tradition habe, es gehöre auch dazu, dass man sich auf die gegebene Situation auf der Welt einstelle, so einige Anwesende.

Quelle: rosenheim24.de

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