Großeinsatz am Inn-Salzach-Klinikum Gabersee

Brandbeschleuniger-Attentat auf Pfleger: Täter weiter auf der Flucht

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Am Inn-Salzach-Klinikum in Gabersee griff ein Unbekannter einen Pfleger mit Brandbeschleuniger an und legte Feuer.
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Wasserburg - Am frühen Sonntagmorgen, 17. November, verschaffte sich ein bislang unbekannter Täter Zutritt zu einer Station des kbo-Inn-Salzach-Klinikums in Gabersee und griff einen Pfleger an, indem er diesen mit Brandbeschleuniger überschüttete und im Flur der Station Feuer legte. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Unbekannter greift Pfleger im Inn-Salzach-Klinikum mit Brandbeschleuniger an
  • Brand nach Verpuffung rasch gelöscht
  • mehrere Verletzte - Teile von Klinik evakuiert
  • Täter auf der Flucht - Polizei bittet um Hinweise und veröffentlicht Beschreibung

UPDATE, 12.15 Uhr - Das sagt die Polizei

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Der Unbekannte klingelte am Sonntagmorgen gegen 1.25 Uhr an einer Zugangstüre einer Station auf dem Gelände des kbo-Inn-Salzach-Klinikums im Ortsteil Gabersee. Nachdem ein Pfleger die Türe geöffnet hatte, wurde dieser sofort aus einem Kanister mit Brandbeschleuniger übergossen. Der Pfleger konnte sich in Sicherheit bringen. Währenddessen entzündete der unbekannte Täter den im Flur verschütteten Brandbeschleuniger, woraufhin es zu einer Verpuffung kam. Der entstandene Brand konnte vom Personal schnell gelöscht werden. 

Dem unbekannten Täter gelang in der Zwischenzeit die Flucht. Durch den Brand erlitten mehrere Pfleger und Patienten leichte Rauchgasvergiftungen, eine Person musste stationär in einer Klinik aufgenommen werden. Das Fachkommissariat 1 der Kriminalpolizei Rosenheim übernahm umgehend die Ermittlungen und sucht den Tatverdächtigen.

Feuerwehreinsatz nach Brand im Bezirkskrankenhaus Gabersee

Die Beschreibung des Täters:

  • etwa 1,70m bis 1,80m groß 
  • 40 - 60 Jahre alt 
  • kräftige Statur, dunkle Haare
  •  Bekleidung: schwarze Wollmütze, schwarzer hüftlanger Anorak mit Kapuze (Hinweis der Polizei: der Tatverdächtige hatte die Kapuze über die Wollmütze gezogen), schwarze Jeans, schwarze Schuhe mit einem weißen gebogenen Streifen auf der Seite
  • kurzer Bart um Mund und Kinn; ob sich dieser Bart als Backenbart fortsetzte, konnte wegen der getragenen Kapuze nicht erkannt werden 
  • der Mann sprach deutsch ohne Akzent

Der Tatverdächtige führte einen schwarzen Fünf-Liter-Benzinkanister mit einem gelben Drehverschluss bei sich. Dieser Kanister wurde von ihm auch wieder mitgenommen und könnte später weggeworfen worden sein!

Die Kripo Rosenheim bittet um Hinweise aus der Bevölkerung: 

Wer kennt eine Person, auf die die oben genannte Personenbeschreibung passt? Der Tatverdächtige könnte durch die Verpuffung Brandverletzungen erlitten haben, die zum Beispiel durch gerötete Haut oder versengte Haare sichtbar sind. Ferner könnten er oder seine Kleidung mit Brandbeschleuniger benetzt worden sein bzw. entsprechend danach riechen! 

Wem ist in der Nacht rund um das Gelände der kbo-Inn-Salzach-Klinik in Gabersee eine verdächtige Person aufgefallen? Wer kann sonst Hinweise zur Klärung der Tat geben? Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Rosenheim unter der Telefonnummer 08031/200-0 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

UPDATE, 10.40 Uhr - Pressemitteilung Johanniter

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Ein Brand im kbo-Inn-Salzach-Klinikum im Wasserburger Stadtteil Gabersee hat am frühen Sonntagmorgen um kurz vor 2 Uhr die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Johanniter aus dem Bett geholt. Als Helfer der gemeinsamen Schnell-Einsatz-Gruppe des BRK und der Johanniter aus Wasserburg betreuten sie insgesamt 39 Patienten, die aus dem betroffenen Bereich evakuiert wurden. Zudem kamen zusätzliche Krankentransportfahrzeuge zur Verlegung von Patienten innerhalb des Klinikums und in andere umliegende Krankenhäuser zum Einsatz. Aus Beständen der Johanniter wurden 12 Feldbetten zur Verfügung gestellt und ein Not-Schlafsaal auf dem Klinikgelände aufgebaut.

Da der Brand auch viele Einsatzkräfte des regulären Rettungsdienstes gebunden hat, stellten die Johanniter an der Rettungswache Wasserburg ein Team mit einem zusätzlichen Rettungswagen, das auch prompt zu einem Notfall im Landkreis ausrücken musste. Inklusive eines Abschnittsleiters in der Einsatzführung waren allein von der Johanniter-Unfall-Hilfe 15 ehrenamtliche Einsatzkräfte bis in die Morgenstunden im Einsatz.

Pressemeldung Johanniter Wasserburg

Die Erstmeldung:

Ersten Erkenntnissen zufolge erfolgte die Alarmierung für die Feuerwehr am Sonntagmorgen, 16. November, gegen 1.35 Uhr. Von der Station 5 der Klinik war ein Brand gemeldet worden. Vor Ort angekommen, stellte sich rasch heraus, dass die Lage offenbar weitaus dramatischer war. Ein bislang Unbekannter soll einen Pfleger mit Benzin, einer benzinähnlichen Flüssigkeit oder einem Brandbeschleuniger überschüttet und anschließend versucht haben, den Mann anzuzünden. 

Offiziell bestätigt ist diese Version bislang jedoch nicht. Auf Anfrage von wasserburg24.de bestätigten am Sonntagmorgen zwar sowohl die Polizei Wasserburg als auch die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd den Einsatz, zu den genauen Hintergründen wollten die Beamten aber (noch) keine genaueren Angaben machen.

Unklar ist deswegen, ob und gegebenenfalls wie schwer der Pfleger bei der Attacke verletzt wurde. Laut Informationen von vor Ort soll der Täter nach dem Angriff geflüchtet sein. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Attel, Wasserburg, Edling und Haag sowie Polizei, Rettungsdienst und ein Notarzt. Die Johanniter Wasserburg teilten mit, dass nach dem Brand, dessen genaues Ausmaß ebenfalls unklar ist, die betroffene Station der Klinik evakuiert wurde. Überörtlich wurden die Kräfte von BRK Wasserburg und Johanniter von der Schnelleinsatzgruppe Behandlung aus Haag unterstützt. 

Die 17 Helfer der BRK Bereitschaft Haag wurden von der Leitstelle Traunstein alarmiert und eilten mit einem Behandlungslastwagen und Mannschaftswagen den Wasserburger Kollegen zur Hilfe. Um die Kräfte des regulären Rettungsdienstes zu unterstützen, wurde auch der Rettungswagen der UG-Rettungsdienst Haag alarmiert der bis 6 Uhr in mehreren Einsätze gebunden war.

*Nähere Informationen liegen derzeit nicht vor!*

gbf/mw

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