So stehen Stadtverwaltung und Polizei zu der Idee *Mit Voting* 

Legale Graffiti-Flächen in Wasserburg - künstlerische Chance oder Dilemma? 

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Graffitis in Wasserburg wie hier an der Rampe oder die Graffiti-Maus am Brückenpfeiler an der B15 - womöglich könnte es in Zukunft legale Flächen im Stadtgebiet geben. 
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Wasserburg - Wüste Schmierereien oder doch kreative Kunst? Über Graffiti an Wänden und Bauwerken gehen die Meinungen auseinander. Die Stadt Wasserburg strebt Überlegungen an, legale Flächen für Graffitis ins Leben zu rufen. 

Die Parkhäuser in der Keller- und Überfuhrstraße, das WC-Häuschen am Gries, die Skaterplätze an der Alkorstraße und in Osterwies oder Brückenpfeiler an der B15 - das sind nur einige Stellen in Wasserburg, an denen immer wieder neue Graffiti-Werke zu finden sind. 

Häufig entstehen diese in Nacht- und Nebelaktionen, bei denen Alkohol im Spiel ist, wie die Polizei Wasserburg gegenüber wasserburg24.de erklärt. Die Schmierereien sorgen dann eher für Ärger als für Freude an der Kunst und ziehen nicht selten eine Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung nach sich. 

"Sehr gute künstlerische Betätigungsmöglichkeit" 

Um gerade unkontrollierten Spray-Aktionen Einhalt zu gebieten, könnte es vielleicht bald "legale" Flächen für die Graffiti-Werke im Stadtgebiet geben. Ausschlaggebend für die Überlegungen war ein Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Haupt- und Finanzausschuss im März. 

Bereits 2015 zog Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl in Erwägung, bestimmte Flächen ausschließlich für künstlerische Betätigungen wie Graffiti-Werke bereitzustellen, um illegale "Kunstwerke" zu unterbinden. 

"Gerade für junge Menschen ist es sehr wichtig, sich kreativ zu betätigen. Hierfür kann Graffiti-Kunst eine sehr gute künstlerische Betätigungsmöglichkeit sein. Jugendliche und junge Erwachsene können sich so sowohl selbst verwirklichen als auch gemeinschaftlich mit anderen künstlerisch tätig werden und sich so konstruktiv und kreativ mit der Gestaltung ihres unmittelbaren Umfeldes beschäftigen. Eine legale Graffiti-Fläche wäre hierfür bestens geeignet", lautet die Begründung im aktuellen Antrag der Grünen. 

Suche nach öffentlichen Graffiti-Flächen: 

Grundsätzlich sei der Vorschlag der Grünen von den Ausschussmitgliedern positiv bewertet worden. Die Verwaltung prüfe nun geeignete Flächen "für Graffitis im öffentlichen Wasserburger Raum", wie Kämmerer Konrad Doser auf Nachfrage der Redaktion erklärt. In Erwägung gezogen wurde auch ein Gestaltungswettbewerb, um junge Künstler zu fördern. 

Mögliche Flächen, so mutmaßt der Kämmerer, könnten Unterführungen sein. Die Flächen sollten sich im Besitz der Stadt befinden, andernfalls müsse man mit dem Eigentümer entsprechend Lösungen aushandeln. "Das Altstadtgebiet erachten wir als ungeeignet, denn hier gelten Ensembleschutz und die Gestaltungssatzung, wodurch das einheitliche Erscheinungsbild der Stadt ermöglicht wurde." 

Aktuell aber seien laut Doser noch keine geeigneten Fläche oder in Frage kommende Plätze in Sicht. 

Polizei würde legalen Graffiti-Flächen eine Chance geben 

Das Ganze ist nicht unumstritten. Die Legalisierung einer bestimmten Fläche soll nicht zum Nachahmen oder gar Missbrauch verleiten. Dass dies der Fall werden könnte, kann sich die Polizei jedoch nicht vorstellen, wie die Wasserburger Polizei betont: "In anderen Städten gibt es dieses Modell auch schon - mit tatsächlich positiver Resonanz und einem Rückgang an illegalen Spray-Aktionen. An und für sich würde sich die Polizei gegen diese Idee in Wasserburg nicht verwehren sondern sie eher begrüßen."

Laut der Meinung des Polizeibeamten gebe es außerdem "sicherlich Graffiti-Sprayer, die ihr Handwerk beherrschen und deren Werke am Ende auch schön anzuschauen" seien. 

Ihre Meinung dazu: 

mb

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