Projekt des AWO Jugendtreffs

"Flug der Stratonauten" - Wetterballon fliegt 22.481 Meter hoch

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Die Stratonauten

Wasserburg - Der AWO Jugendtreff realisierte mit dem "Flug der Stratonauten" ein Projekt der ganz besonderen besonderen Art. 

Sie begannen im Herbst 2016 mit einer Gruppe von Schülern der "Schule im Englischen Institut" - und wollten hoch hinaus! Und das im wahrsten Sinne des Wortes, die "Stratonauten" wollten einen Wetterballon in die Stratosphäre schicken, den Flug filmen, ein paar Wetterdaten sammeln und anschließend die am Fallschirm zurück zur Erde gekehrte Sonde bergen.

Jugendliche mögen Abenteuer. Dinge, die nicht alltäglich sind wecken Neugier und begeistern für Themen wie Wetter und Technik. Innerhalb der Flugvorbereitung gab es auch eine Menge Probleme zu lösen. Zunächst einmal, darf man das? Was muss man sonst noch beachten? Was kostet das, woher bekommt man das Geld? Bei der Finanzierung bekamen die Stratonauten breite U nterstützung der Wasserburger Bürger und Unternehmen, es galt 500 Euro zu finanzieren. Es wurden Anteilsscheine an der Unternehmung verkauft und so konnten innerhalb weniger Wochen ein Großteil des Finanzbedarf gedeckt werden.

Der Tag des Flugs

Die Wasserburger Altstadt 

Der Wetterbericht prognostizierte für den 24. März ruhiges und sonniges Frühlingswetter – natürlich kam es anders! Bei bedecktem Himmel, kühlem Ostwind und Temperaturen um 8 Grad begannen um 10 Uhr die Startvorbereitungen am Aussichtsturm über Wasserburg. Zum Schutz der Ausrüstung wurden Decken ausgelegt und die Sonde vorbereitet.

Der Sondenbehälter wurde mit dem Fallschirm und dieser dann mit dem Ballon verbunden. Nun wurde der Ballon mit etwa 7.000 Liter Ballongas befüllt – genug, um einen schellen Aufstieg zu gewährleisten um nicht nach Österreich abzutreiben. Nun war alles vorbereitet, am Startplatz hatten sich etwa 20 Interessierte eingefunden, um den Start zu beobachten.

Um 12.15 Uhr stieg der Ballon in den grauen Himmel und war nach wenigen Minuten in den Wolken verschwunden. Nun machte sich die Verfolgergruppe auf den Weg Richtung Osten zum vorhergesehenen Landepunkt. Da mit einer Flugdauer von etwa zwei Stunden zu rechen war, war Eile geboten.

Anfangs gab es technische Probleme, die Ortungstechnik arbeitete nicht so wie erwartet, erst nach etwas mehr als einer Stunde Flugzeit konnte Kontakt zur Ballonsonde hergestellt werden. Am Fallschirm hängend befand sich die Sonde bereits im Landeanflug, um 12.58 Uhr setzte sie nur vier Kilometer vom geplanten Landepunkt auf. 20 Minuten später konnte die Verfolgergruppe unter Mithilfe eines Bauern die Ballonsonde auf einem Acker südlich von Burgkirchen an der Alz bergen.

Die Auswertung

22.481 Meter - der Ballon platzt 

Nach der Rückkehr wurde mit einer ersten A uswertung der Flugdaten und der Kamerabilder begonnen – gleich eine kleine Enttäuschung, eine von zwei Kameras war eingefroren! Aber dafür lief die zweite Kamera noch beim Eintreffen im "Mission Control" im AWO Jugendtreff iNNSEKT.

Ein erster Blick in die aufgezeichneten Daten brachte folgende Ergebnisse:

  • Flugdauer: 103 Minuten
  • Erreichte Maximalhöhe: 22.481 Meter
  • durchschnittliche Steigrate: etwa 8,7 Meter pro Sekunde
  • Zurückgelegte Strecke (Luftlinie): 37,7 Kilometer
  • tiefste gemessene Temperatur: -55,1°C in 10748 Metern Höhe
  • tiefster gemessener Luftdruck: 37 hPa in 22481 Metern Höhe (Normaldruck 1013 hPa auf Meereshöhe)

Das Ziel von 30.000 Metern Höhe über Bayern wurde nicht erreic ht – am Flugtag wäre ein höherer Flug ohne eine Landung in Österreich nicht möglich gewesen. Es wurde erreicht was zu den herrschenden Bedingungen zu erreichen war. Und das war eine ganze Menge!

Eine Gruppe junger, begeisterter Forscher (und begeisterter MitarbeiterInnen des Jugendtreffs iNNSEKT) haben mit viel Unterstützung aus Wasserburg und dem Landkreis Rosenheim ein ganz besonderes Projekt auf die Beine gestellt. Das soll erst mal einer Nachmachen!

Nun müssen die Daten noch weiter ausgewertet, Videos geschnitten, Bilder präsentiert und – vielleicht schon Ideen für ein neues, spannendes Projekt gesammelt werden!

Pressemeldung AWO Jugendtreff iNNSEKT Wasserburg am Inn

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