Förderzentrum Wasserburg tauft die Schule um

Früher und Heute: Alter Name für moderne Schule

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Viele Erinnerungen an die frühere Schulzeit im Englischen Institut und der Übergang zur modernen Arbeit mit Kindern interessierte viele Besucher des Namensfestes.
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Wasserburg - Viele Ehrengäste, viele Familien und sogar etliche "frühere" Schüler des Englischen Instituts waren zum Namensfest gekommen. Auch eine der hier damals tätigen Schwestern hat der Schule einen Besuch abgestattet. 

Ein Ort zum Lernen, mit vielen modernen Schulmaterialien und einer großen Portion Menschlichkeit. Das Förderzentrum Wasserburg verbindet den früher genutzten Schultrakt des Englischen Instituts mit modernen Schulräumen. Bei einer Ausstellung und Erinnerungsbüchern der früheren Zeit hier entdeckten die Besucher viele Momente des Schulalltags, die heute mit den bunt gestalteten Schulzimmern nur wenig gemeinsam haben.

An der Hausfront steht gut leserlich, dass am 5. Juni 1855 das Schulhaus quasi "seine Gründung" erfuhr.

Die Englischen Fräulein haben sich um den Alltag gekümmert. Viele Schülerinnen hatten ihren Schulalltag hier mitten in der Wasserburger Altstadt verbracht.

Nun weht seit einigen Jahrzehnten hier ein anderer Wind. Das Gebäude dient als Schule für Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 15 Jahren, die einen besonderen Förderbedarf im seelischen und lernenden Bereich haben. In familiärer Atmosphäre wird gelernt, gesungen, gearbeitet und getüftelt.

"Jedes Kind hat seinen eigenen Bedarf, was Lerntempo und Lernmaterial betrifft, auf jedes Kind kann hier gezielt eingegangen werden", erklärt die scheidende Schulleiterin, Monika Puttfarcken.

Namensfest am Förderzentrum Wasserburg

Mit dem Namensfest und der "Geburtstagsfeier für das Schulgebäude" ändert sich die Bezeichnung des Förderzentrums. "Schule im Englischen Institut" hat sich an Vorschlägen durchgesetzt. Gemeinsam haben Elternbeirat und Lehrerkollegium beraten, "Schule an der Innschleife" sowie "Schule am Palmanopark" wären weitere Ideen gewesen.

Das Förderzentrum wird vom Landkreis Rosenheim getragen, Landrat Wolfgang Berthaler war es ein besonderes Anliegen, zum Namensfest zu kommen und dankte Lehrern, Schülern und der Direktorin für den bunten Schulalltag und das besondere Flair in dem Gebäude. "Die Menschen, die hier arbeiten und lernen, machen ein solches Haus erst zu dem, was es ist. Bunt, offen und lebendig", so Berthaler bei seiner Festrede.

Die Schulfamilie mit den aktuellen Schülern, die Bläserklasse der Realschule, eine Tanzgruppe aus Mittelschülern, Schülern des Förderzentrums sowie unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen der Clearingstelle Attl und auch viele interessierte Bürgerinnen und Bürger, darunter etliche ehemalige Schülerinnen waren beim Namensfest dabei.

Im Garten und den Klassenzimmern gab es viele Angebote zum Basteln und Entdecken, ein Parcours, Tanzvorführungen und Musik gehörten zum Rahmenprogramm.

"Das Förderzentrum in Wasserburg ist teil der großen Schulgemeinschaft" - sind sich viele der anwesenden Schulleiter einig.

Sowohl vom Gymnasium Wasserburg, der Realschule, der FOS/BOS, der Berufsschule sowie der Schule der Stiftung Attl waren die Schulleiter gerne beim Namensfest dabei. "Es gibt hier keine Grenzen der einzelnen Schulkategorien", zeigt sich der zweite Bürgermeister der Stadt Wasserburg, Werner Gartner, glücklich.

Gartner war selbst bis vergangenes Schuljahr Lehrer am Förderzentrum, das Wiedersehen mit Schülern und Lehrerkollegen freute ihn sehr. Auch weiterhin wird unter neuem Namen in der Schule im Englischen Institut gelernt und der Bedarf der Kinder großgeschrieben.

Zum Ende des Schuljahres verabschiedet sich Monika Puttfarcken als Direktorin, ihr folgt der etliche Jahre als Lehrer im Förderzentrum tätig gewesene Johannes Kaspar, der aktuell bei der Regierung von Oberbayern tätig ist. 

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